Kurzfassung: "To-Gulis Kinder" von Frederik LANGBEIN (1. RW)

Der junge Priester Grumni lebt in den Futterbergen und begleitet seine Schüler durch den Tag, bis ein Professor für Anthropologie zum Kloster kommt und für eine Reise ins Unbekannte Unterstützung von ihm und seinem Meister Zolam erbittet, um herauszufinden, wieso die Menschen vor ein paar Jahrhunderten verschwunden sind.

Frederik Langbeins Debüt liest sich speziell am Anfang sehr unangenehm, da die vielen einfachen, kaum variierenden Sätze von Wortwiederholungen und Stilblüten gespickt sind, die den Leser selten einen Blick auf das Potenzial des Stils erhaschen lassen. Die Handlung schreitet schnell voran und selten werden Details beschrieben, was für eine Entfremdung der Charaktere sorgt. Dies wird von dem Fehlen von Beschreibungen der Gefühle und emotionalen Reaktionen der Protagonisten unterstützt; die direkten Reden wirken gestellt.

Gegen Ende bessert sich der Stil und der Umgang mit den adaptierten Sprichwörtern („sich die Pfote geben“) wird trittfester und sicherer.

 

Die Handlung sorgt erst am Ende für Spannung, da ihr der Konflikt fehlt, und ist von überraschenden Bekanntschaften und Plottwists geprägt. Gerade zu Anfang wird das nicht ersichtlich und durch das gesamte Buch ziehen sich kleinere und größere Logikfehler, die den Lesefluss zu unterbrechen vermögen und überaus störend wirken.

 

Der Protagonist hat eine reinweiße Weste und nicht eine negative Eigenschaft, die als negative Eigenschaft interpretiert werden soll. Keiner der Gläubigen To-Gulis ist unfreundlich, böse oder macht etwas Illegales; Ungläubige werden als wahnsinnig abgetan und die Anhänger Ka-Nulis bekommen eine zwei Absätze lange Chance, sich zu erklären, die als irre Rede untergeht. Mehr Ausgewogenheit und Tiefe im eindimensionalen Schwarz-Weiß-System hätte dem Roman gut getan.

 

Die Welt ist kreativer als das meiste, das man sonst auf dem Fantasy-Buchmarkt findet, und gut an die Verhältnisse von Meerschweinchen angepasst. Diese weisen fortschrittliche Technologien und sozialpolitische Systeme auf, die von den angepassten Redensarten unterstützt werden.

 

Der Roman ist von Grammatikfehlern geprägt und hätte ein Korrektorat sehr gut vertragen können. Sein größtes Plus ist die kreative, neuartige Welt, die Frederik Langbein erschaffen hat – wem das reicht, um an einem Roman Gefallen zu finden, dem sei „To-Gulis Kinder“ dringend empfohlen.

 

Details zum Roman:

Titel: To-Gulis Kinder

Autor: Frederik Langbein

Veröffentlicht über: neobooks

Erscheinungsjahr: 2016

ISBN: 978-3-7380-6411-7

Genre: Fantasy

Preis: 1,99€ (s. Datum)

Seiten: 533 (Printausgabe)

Reihe: nein (s. Datum)

Bewertung: 2 von 5 Sternen (s. Datum) 

 

Stand: 21.07.2016

 

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