Kurzfassung: "Horizon: Aufbruch ins Ungewisse" von Amanda Laurie (5. RW)

Corin wächst als unehelicher Sohn des Königs auf dem Bauernhof seiner Mutter auf. Eines Tages steht sein Vater vor ihm und nimmt ihn mit zum Königshof, wo er sich wie ein Prinz zu benehmen lernen soll – nicht wissend, welche Pläne der König über ihn schmiedet …

Auffallend sind die falsch gesetzten Beistriche, die vor allem bei Nebensätzen und Vergleichen auftreten und mal zu viele, mal zu wenige, mal an der falschen Stelle gesetzt sind.

 

Der Schreibstil punktet mit ausgewogenen Satzlängen, die ab und an aber ein wenig länger hätten sein dürfen, und am Anfang auch mit einer hervorragenden Beschreibung bezüglich Corins Innenleben. Während des Romans nehmen die Gefühlsbeschreibungen aber ab, bis sie eher erklärt werden, und das gesamte Buch ist von einem zeitraffenden Stil geprägt, der viele Handlungsdetails auslässt. Die Umgebungen werden in den meisten Fällen nicht näher beschrieben; erneut muss sich der Leser die Details selbst ausdenken.

 

So einfach, wie die Inhaltszusammenfassung es ankündigt, gestaltet sich auch die Handlung, die nur durch seltene Andeutungen – die meistens sofort von der Autorin erklärt werden – aufgelockert wird. Es gibt einige Wendungen, die zwar unerwartet, aber nicht für die Spannung oder den Plot wirklich relevant sind, sodass Fehler unterschiedlicher Qualitäten übrig bleiben, darunter sowohl eher nervige als gravierende Detailfehler als auch gröbere Ungereimtheiten.

 

Der einzige Hauptcharakter, der gut ausgearbeitet ist, ist der König selbst, in den ich mir aber noch einige Einblicke mehr gewünscht hätte. Sein Sohn kann praktisch alles und wird von praktisch jedem gemocht, glänzt aber durch Egoismus, Idiotie und Naivität. Die Antagonisten haben entweder keine Motivation oder eine, der man mehr Zeit hätte widmen müssen, damit sie wirklich ins Gewicht fällt.

 

Die interessanten politischen Beziehungen der Königreiche werden zwar thematisiert, aber nicht so sehr, wie das förderlich gewesen wäre, sodass mehr Seiten für uninspirierte oder nicht näher erläuterte Völker bleiben. Darunter: die Lindoraner, die es unter anderem Namen schon dutzende Male gegeben hat, die Riesenadler, über die man nichts weiß, und ein paar am Rande erwähnte Völker, die zumeist eine einzelne Eigenschaft bekommen, sonst aber nicht näher erwähnt werden.

Etwas besorgniserregende empfinde ich die Tatsache, dass die einzige handelnde Frau im gesamten Roman Corins Mutter ist. Zwar eignet sich das Setting nicht perfekt dafür, in einer mittelalternahen Welt Frauen eine übergeordnete Rolle zukommen zu lassen, sonderlich viel Engagement scheint in die Richtung aber auch nicht investiert worden zu sein.

 

Alles in allem ist „Horizon: Aufbruch ins Ungewisse“ eine Fantasylektüre, die mit vielen, teils sehr guten Ansätzen lockt, aber kaum einen davon zu entfalten vermag. Sowohl Stil als auch Charaktere brauchen noch eine Verbesserung, ebenso die Schwerpunktsetzung in Bezug auf die Fantasywelt – persönlich werde ich Amanda Laurie aber im Hinterkopf behalten und vielleicht in einigen Jahren noch einen Roman von ihr lesen – das Potenzial ist definitiv gegeben.

 

Details zum Roman:

Titel: Horizon: Aufbruch ins Ungewisse

Autorin: Amanda Laurie

Veröffentlicht über: Books on Demand

Erscheinungsjahr: 2015

ISBN: 978-3-7347-6819-4

Genre: Fantasy

Preis: 11,30€ (s. Datum)

Seiten: 374

Reihe: ja, Band 1 von 3 (s. Datum)

Bewertung: 2 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 20.10.2016

 

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