Schreibjahr 2016: ein Debütroman und ein Haufen Rohfassungen

Einige der besonderen Ereignisse, die ich in der Einleitung angesprochen habe, betreffen meine Romane. Und eines dieser Ereignisse ist nicht nur für mich und einen kleinen Kreis anderer Leute erkennbar, sondern auch für alle, die gewillt sind, ein paar Worte in eine Suchmaschine zu tippen.

 

Wellenflügel 1

Mein Debütroman „Wellenflügel: Die Tiefen des Sees“ ist am neunzehnten September 2016 erschienen. Die Hintergrundgeschichte habe ich, sofern ich nicht bereits jetzt meine Veröffentlichungen durcheinanderbringe, an einigen Stellen im Internet bereits preisgegeben, aber da das hier ein viel zu langer Jahresrückblick werden soll, kann ich diese Fetzen ja zusammentragen.

Der Roman hatte seinen ersten Internetauftritt im Oktober 2014 auf Wattpad – als Rohfassung, die damals noch den Namen „Der Skua von Susurr“ trug. Geschrieben habe ich ihn – im Gegensatz zu all meinen anderen bisherigen Texten – nicht, weil ich für ihn eine tolle Idee hatte, die ich verwirklichen wollte, sondern weil ich wissen wollte, wie meine Welt bei einer potenziellen Leserschaft ankommt.

Ich hatte mir überlegt, über was ich gerne schreiben würde und was den Kontinenten Temere so halbwegs repräsentieren könnte, und so kam die Rohfassung zustande. Bis Dezember 2014 war sie beendet; im nächsten halben Jahr sind die beiden Fortsetzungen hinzugekommen. Die gesamte Trilogie basiert also darauf, dass ich mich an einer kleinen, unbedeutenden Veröffentlichung erproben wollte, immer mit dem Hintergedanken, dieses Wissen einmal nutzen zu können.

Genauer gesagt hatte ich seit Jahren vor, einen Verlag anzuschreiben. Ursprünglich nicht wegen „Wellenflügel“, sondern wegen einer zurzeit sechsbändigen Reihe aus derselben Welt, von der ich mir noch immer nicht sicher bin, was ich mit ihr machen werde. Die ersten vier Bücher sind voller Anfängerfehler, die zwei letzten hingegen könnten mal veröffentlicht werden – aber da ist noch nichts in Stein gemeißelt.

Mit den Jahren habe ich zum Thema Verlagsveröffentlichungen allerdings mitbekommen, dass meine Illusionen etwas euphorisch sind und es schon schwer genug sein soll, einen Verlagsvertrag zu bekommen, einen vertrauenswürdigen Verlag zu finden und das Ganze dann zeitlich mit dem eigenen Terminplan abzugleichen – und da ich 2015 etwas zu tun hatte, das lange dauerte und wichtig für mein restliches Leben sein würde, hatte ich mich dazu entschlossen, bis zum Sommer 2016 zu warten, um mein Manuskript zu bewerben.

Bis dahin hatte ich allerdings längst die Alternative gefunden – Selfpublishing, vornehmlich über Distributoren. Mit den Monaten reifte die Entscheidung, lieber einen Schritt in diese Richtung zu tun und weg von der traditionellen Veröffentlichung, und diesen Entschluss bereue ich bisher nicht.

Ende Mai begann ich mit der Überarbeitung, arbeitete am Cover, beratschlagte mich mit anderen über einen brauchbaren Titel, suchte und fand eine Korrektorin und schickte ihr letztlich das Manuskript. Zu der Zeit begann ich auch, mir meine Webseite aufzubauen und Romane anderer Selfpublisher zu lesen, aber dazu werde ich weiter unten noch etwas schreiben.

Im September war die Überarbeitung dann beendet, der Distributor ausgewählt und alles andere arrangiert, das noch zu klären blieb. Ich veröffentlichte „Wellenflügel“ – wobei ich mich mit der Software des Distributors noch nicht auskannte und daher nicht wusste, ob oder wie sich der Verkaufstag festlegen lässt, sodass die geplante Veröffentlichung (Anfang Oktober) spontan vorverlegt wurde.

Bis Ende Oktober hat sich der Roman mehr als fünfzigmal verkauft – was gemessen an dem, das ich verdienen müsste, um tatsächlich davon leben zu können, mickrig ist, aber da das eher ein nebulöses und weit entferntes Ziel ist, stört mich das nicht. Ich hoffe darauf, bis zum Mai 2017 einhundert Exemplare verkauft zu haben – wieso, werde ich im Jahresausblick etwas näher erläutern.

 

Einige Wochen später legte ich meinen Veröffentlichungsplan bis 2019 fest, der vor allem die beiden Fortsetzungen betrifft, und begann gleich mit dem nächsten Projekt:

 

A.p.

Auf Twitter habe ich seit meiner Anmeldung ab und an mal einen Tweet auf das Internet losgelassen, dass bei diesem Projekt etwas vorangegangen ist. Mit seinen rund 60.000 Wörtern hat es die Mindestlänge, die ich mir gesetzt habe, auch bald erreicht, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Länge über diese Begrenzung hinauswachsen. Genaues kann ich noch nicht sagen, aber ich vermute, dass die 100.000-Wort-Marke nicht unberührt bleiben wird.

Aktuell arbeite ich zwar nicht aktiv am Roman, da ich dringendere (ebenfalls meine Bücher betreffende) Dinge zu erledigen habe, aber auch dazu wird es im Jahresausblick etwas mehr zu lesen geben. Ich habe jedoch vor, A.p. in den nächsten Monaten zu beenden.

Als Reihenauftakt behandelt der Roman eine Welt – keine, die mit der „Wellenflügel“-Welt verwandt ist –, in der ein klassisches Thema der Literatur behandelt wird: der Krieg. Ich habe mich von einem ganz speziellen unserer Welt mehrfach inspirieren lassen und werde das Thema deswegen auf mehrere Romane verteilen, weil ich nicht plane, einen einfach gestrickten, oberflächlichen Gut-gegen-Böse-Roman zu schreiben. Ob mir das letztlich gelingt, werdet ihr selbst entscheiden können – in einigen Jahren, heißt das. (Vermutlich 2020, wer es genau wissen will.)

 

Wellenflügel 2

Bedauerlich wenig zu sagen gibt es zur Fortsetzung zu „Wellenflügel“. Ich habe geplant, diesen Roman 2017 zu überarbeiten und zu veröffentlichen – und einstweilen sehe ich keinen Grund, wieso sich das zeitlich nicht ausgehen sollte. Sobald ich Gegenteiliges feststelle, werde ich euch darüber informieren.

Wer sich gerne hinsetzt und anderer Leute Texte kritisiert, ist hiermit eingeladen, das bei der Rohfassung zu machen, die ihr hier auf Wattpad finden könnt. Sie entspricht nicht dem Endprodukt, da ich bereits jetzt einige grobe und auch strukturelle Überarbeitungspunkte auf der Umzusetzen-Liste verewigt habe, aber gerade zu den einzelnen Kapiteln und Handlungsabschnitten (und -ungereimtheiten) bräuchte ich noch Rückmeldung.

Die restlichen Infos zu Band zwei, die ich bisher habe, werde ich im Jahresausblick anführen.

 

Yttrium

Mein „upsala“-Projekt 2016. Geschrieben habe ich es spontan und ich kann den Reihenkritikern versichern, dass es sich hierbei um einen unabhängigen Spin-off zur „Wellenflügel“-Welt handelt, für den keine Fortsetzung geplant ist und für den man absolut kein Hintergrundwissen der Haupttrilogie braucht. (Es spielt wirklich einfach nur in derselben Welt.)

Vieles hatte ich für dieses Frühlingskind 2016 nicht geplant, lediglich den Beginn der Betaleserphase auf meiner Webseite. Mit der Vorbereitung bin ich aber nicht fertig geworden, weswegen das auf meiner Möglichst-bald-zu-tun-Liste fürs erste Quartal 2017 steht. Wer will, kann sich bis dahin entweder auf dieser Seite oder auf Wattpad die Leseprobe dazu ansehen – und, sollte Interesse daran bestehen, mir eine Mail schicken, dass ich ihn oder sie benachrichtigen soll, sobald ich die Betaleserphase eröffne.

(Im Übrigen ändert diese Verzögerung nichts am Veröffentlichungsplan.)

 

All diese Projekte berücksichtigend, die ich abgeschlossen oder weitergebracht habe – „Yttrium“ wurde im Frühjahr beendet, „Wellenflügel: Die Tiefen des Sees“ im Sommer überarbeitet und im Herbst veröffentlicht, A.p. wurde im Herbst begonnen und um 60.000 Worte bereichert –, würde ich sagen, dass das Schreibjahr 2016 ein sehr gutes, wenn auch kein perfektes war. Sagen wir’s mal so: Sollte ich es schaffen, etwa so viel zu schreiben und zu überarbeiten wie 2016, wird 2017 erfolgreich sein.


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