Blogjahr 2016: nichts Ganzes, etwas Halbes

Nachdem ich mir sicher war, dass ich meinen Roman selbstveröffentlichen wollte, habe ich mir vom Internet einreden lassen, dass es eine gute Idee sei, sich dazu eine Webseite zu basteln – und auch damit bin ich bisher zufrieden, zumal mir das Bloggen mehr Spaß macht, als ich angenommen hatte. (Und ja, mir ist bewusst, dass die Frequenz meiner Texte im Vergleich zu vielen anderen Buchbloggern sehr gering ausfällt. Ich liefere nur lieber regelmäßig und selten als unregelmäßig und in einigen Monaten dann mal öfter neue Texte.)

 

Rezensionsartige Wortkonstrukte

Das, was ich als Hauptattraktion zu bezeichnen pflege und das nebst den Monatsfortschritten als einziges ziemlich sicher jeden Monat (außer Dezember) kommen wird und gekommen ist, hat das Jahr mit fünf seiner Art beendet. Das erste RW habe ich Ende Juli hochgeladen und erst ab August habe ich den Rhythmus, den ich jetzt verwende – Monatshalbzeit: Kurzfassung, Monatsende: Mammutversion – ins Leben gerufen und seitdem beibehalten.

Bisher vermisse ich ein eindeutiges Jahreshighlight unter den selbstverlegten Büchern – ich habe zwar einen Lieblingsroman, den ich später noch behandeln werde, aber ein Buch, das so nahe an der Perfektion ist wie nur möglich, hat es nicht gegeben. Dafür habe ich im Dezember noch pünktlich meinen Tiefpunkt lesen können, der aber in der Statistik erst 2017 auftauchen wird, da ich ihn erst diesen Monat vorstellen werde.

 

Und weil sich ein Jahresrückblick immer so schön anbietet, sich etwas in grundlegende Statistik zu vertiefen, habe ich beschlossen, trotz des sehr mageren Datensatzes (ganze fünf Rezensionen!) zu sehen, ob sich irgendwelche Regelmäßigkeiten abbilden.

Insgesamt haben die selbstverlegten Romane einen Sternendurchschnitt von 2,8 erzielt, aber als interessanter empfinde ich die Frage, ob ich mehr schreibe, wenn mir das Buch gut oder schlecht gefallen hat. Die vorläufige Antwort lautet: Über schlechte Dinge lässt sich immer am besten schwadronieren.

Die beiden Bücher, die von mir zwei Sterne bekommen haben, haben eine durchschnittlich 2595,5 Wörter lange Rezension bekommen – also etwa 2600 Wörter, wenn mir ein Buch schlecht gefallen hat. Die beiden durchschnittlichen Exemplare haben hingegen 3289,5 Wörter gespendet bekommen, also rund 3300 – wobei ich dazu sagen muss, dass eines dieser beiden Bücher zu der Kategorie So-schlecht-dass-es-schon-wieder-gut-ist zählt und ich dementsprechend viel daran auszusetzen hatte.

Das eine Buch, das von mir vier Sterne bekommen hat, gehört zu einer 1270 Wörtern umfassende Rezension – etwa 1300, was im Vergleich zu den etwa 2600 der beiden Zweisterner einen beachtlichen Unterschied ausmacht. Obwohl die Drei-Stern-Rezensionen nicht recht ins Schema passen, ist die Behauptung also angebracht, dass eine lange Rezension wohl kaum ein gutes Zeichen ist.

 

Weg vom Thema Statistiken gehend möchte ich, bevor ich zum letzten Thema (wieder Statistiken!) komme, noch etwas zu dem Layout meiner RWs festhalten, genauer gesagt zum Thema Buchcover abbilden. An sich empfinde ich es als keine schlechte Sache, dem Leser das Objekt der Diskussion zu präsentieren – ich denke zwar, dass auch hier das Cover keinen prominenten Platz einnehmen und eher ab der Mitte der Rezension zu sehen sein sollte, aber grundsätzlich habe ich nichts dagegen.

Ich würde es auch gerne selbst machen, nur hadere ich hier mit den Bildrechten. Im Regelfall haben Verlage und Autoren nichts dagegen, wenn das Cover verwendet wird, solange es als Cover erkennbar und in Gänze abgebildet ist. Hier gibt es zwei große Abers:

Aber es kann mir keiner garantieren, dass die Rechte der Bilder, die im Cover verwendet wurden, nicht ein paar Jahre später gar nicht mehr beim Verlag/Autor liegen und diese mir dementsprechend auch keine Erlaubnis geben können, dass ich es verwende.

Aber es gibt immer ein paar schwarze Schafe und während die größeren bis großen Verlage fast schon garantiert seriös damit umgehen, gibt es gerade bei den Selbstverlegern wahrscheinlich einige, die von einer nicht ganz so positiven Rezension angepisst genug sind, um jede Kleinigkeit gegen den bösen Hater zu verwenden, die sie finden können. (Und nein, diese Sorge ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Zunächst scheint es am Anfang des Jahrzehnts bereits eine Welle an Abmahnung diesbezüglich gegeben zu haben und andererseits erlebe ich dank Wattpad jeden Tag kritikunfähige Autoren, und wenn man sich vor Augen führt, dass jeder von denen ohne großartige Bedingungen ein Buch kommerziell veröffentlichen und von mir kritisiert werden könnte, ist das durchaus ein Umstand, den es zu berücksichtigen gilt.)

Privat fertige ich zwar Fotos von den Buchcovern mit einer meiner Pflanzen daneben an – Pflanzen werten Bilder nun mal auf, was soll ich machen – und ich habe auch die Idee, am Ende 2017 eine Collage des besten Fotos von jedem dieser Bücher zu machen und mir das irgendwo aufzuhängen, aber veröffentlichen werde ich diese Bilder nicht.

 

Und nun wieder zu einem lustigeren Thema – Mathematik light. Und zwar derjenigen, die ich auf meiner Webseite unter Lesestatistiken präsentiere. Da ich diese mit jeder neuen Kurzfassung aber aktualisiere, möchte ich die Werte vom Dezember 2016 hier festhalten.

Seit dem ersten Mai 2016 habe ich fünf selbstverlegte Romane gelesen und neun Verlagsromane, womit die Selfpublisher zu etwa fünfunddreißig Prozent zu meinem Lesehalbjahr beigetragen haben. Da diese Bücher durchschnittlich eine Sternebewertung von 2,8 erhalten haben (die Verlagsromane hingegen 3,11) und der Schnitt damit unter drei Sternen liegt, bin ich insgesamt enttäuscht.

Zwei- und Drei-Sterne-Bewertungen teilen sich mit jeweils vierzig Prozent (zwei Bücher) den Löwenanteil der Indie-Romane, nur einer (zwanzig Prozent) konnte vier Sterne erringen. Die Höchst- und Niedrigstwertung habe ich 2016 nicht vergeben.

Achtzig Prozent (vier) der Bücher bewegten sich im Bereich Fantasy und insgesamt hatten diese einen Schnitt von 2,75 Sternen, was sowohl unter dem Indiedurchschnitt liegt als auch unter dem der zwanzig Prozent (ein Buch) der Bücher, die zur Science-Fiction zählen und einen Schnitt von drei Sternen haben.

Das Ganze wäre sicher eindrucksvoller, würde ich hier von etwas mehr Büchern reden, aber ihr seht schon: So ganz dolle war das Blogjahr in Bezug auf die gelesenen Indieromane nicht.

 

 

Themenminuten

Dieses Format hatte ich ins Leben gerufen, weil ich manchmal eben doch über literarische Themen sprechen möchte, ohne dabei eine Rezension zu schreiben. Genauer gesagt wollte ich seit etwa Herbst über jede Menge Themen schreiben, davon einige sehr ernst, aber da ich mir gerade bei letzteren schwer tue, alle so zu formulieren, dass es kaum falsch verstanden werden kann, wurde davon 2016 kein Text veröffentlicht.

Stattdessen habe ich die Themenminuten-Reihe damit eröffnet, mich über Rechtschreib- und Grammatikfehlern in Romanen aufzuregen. Nach wie vor gilt die neue Sternenregelung, bei der ich einen Stern abziehe, sollte eine bestimmte Fehlerzahl überschritten werden. Nach diesem für meine Rezensionen wichtigen Thema werden aber noch andere folgen. Die zweite Themenminute erklärt dem geneigten Leser, wieso im Dezember nur das Nötigste auf meinem Blog veröffentlicht werden wird und warum das fortan jedes Jahr so sein soll - literarische Themen in dem Sinne wurden also kaum kontrovers diskutiert.

 

Leseprobe: Angelesen

Das zweite Format, das ich mehr oder minder spontan ins Leben gerufen und 2016 nur einmal tatsächlich bemüht habe.

Um ehrlich zu sein empfinde ich das als etwas Gutes – bedeutet es doch, dass mein Ausfilterungssystem gut genug geworden ist, um mir selbst die Leseproben zu ersparen, die mich sonst abgeschreckt hätten.

Tatsächlich habe ich aber zwei LAs geschrieben – die zweite davon veröffentlicht und im Herbst verfasst, die andere hingegen im Frühjahr, noch bevor ich überhaupt wusste, dass es mal so etwas wie LAs geben würde. Damals hatte ich es als Rezension und als Übung für mich als Rezensentin gedacht – rückblickend bin ich dafür aber viel zu sehr ins Detail gegangen und wäre damit kaum durch den Roman gekommen.

Ich habe das betroffene Buch nicht weiter verfolgt, aber mehr oder minder zufällig die Aussage des Autors gelesen, dass er sein eigenes Werk inzwischen als voreilig veröffentlicht empfindet. Es ist gut möglich, dass es gar nicht mehr im Verkauf ist, und dementsprechend habe ich auch wenige Ambitionen, dieses urerste LA zu veröffentlichen.

 

Abschließend würde ich gerne offenlegen, wie viele Besucher ich auf meiner Webseite hatte oder welcher Monat der mit dem größten Traffic war, aber da mein Seitenanbieter diese Funktion abgeschafft hat und ich (zumindest noch) nicht Google Analytics verwende, wird das dieses Jahr wegfallen. Vielleicht habe ich dafür ja bis zum nächsten Jahresrückblick eine Lösung gefunden.


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