Kurzfassung: "Erellgorh: Geheime Mächte" von Matthias Teut (6. RW)

Selana, Atharu und Pitu kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und haben doch ein gemeinsames Ziel: Tyklahr. Alle drei spielen nämlich eine wichtige Rolle im Schicksal ihres Kontinenten, denn ein zerbrechliches System ist aus dem Gleichgewicht geraten.

Einen Stern Abzug gibt es für diverse Arten von Fehlern, die den ganzen Roman durchziehen, darunter viele in Bezug auf Zeichensetzung, Zahlen und doppelte oder fehlende Worte.

 

„Erellgorh: Geheime Mächte“ lässt sich leicht und schnell lesen, da auf lange Sätze oder höheres Vokabular verzichtet wird. Die Beschreibungen der Handlungen sind gut gelungen, wenn sie auch noch etwas ausführlicher sein dürfen, wohingegen die für Schmerzen, Gefühle, Atmosphäre und Umgebung entweder nur sehr schwach oder gar nicht entwickelt sind. Immer wieder werden Worte verwendet, die nicht in den Kontext passen. Die Übersetzungen der Elfensprache sind ungelenk platziert und in einer Welt, die niemals mit der unseren in Kontakt gekommen ist, gibt es regelmäßig englischsprachige Wörter. Die Kapitel sind kurz, erzählen abwechselnd aus den Sichten der drei Protagonisten und enden oft mit einem Cliffhanger, was vieles der Spannung herausnimmt und der Grund dafür ist, dass ich bei fast jedem Kapitelanfang dagesessen bin und mich gefragt habe, was gerade passiert.

 

Die Handlung ist nicht bis kaum vorhersehbar und hält einige Überraschungen bereit, was aber vor allem der Tatsache zu schulden ist, dass sowohl der Erzähler als auch die Charakter den ganzen Roman über weitestgehend planlos herumirren. Erschwerend kommen in Schweregrad und Art verschiedene Ungereimtheiten hinzu, die den Leser irritieren.

 

Die Protagonisten sind weitestgehend austauschbar und dank mangelnder Gefühlsbeschreibungen sowie einiger unschöner Charaktereigenschaften unsympathisch. Obwohl ich alle Hintergrundgeschichten kenne, weiß ich nicht, was diese Menschen bewegt, was sie erreichen wollen und wovor sie Angst haben. Bei den Antagonisten wurde sich gar keine Mühe gegeben; keiner bekommt einen Hintergrund und nur einen Namen; alles bleibt flach und kaum erklärt.

 

Die Welt mag geographisch weitestgehend durchdacht sein, aber nicht von den Standpunkten der Sprachen, Religionen, Rechtssysteme und ähnlichem überbewerteten Zeug aus, das unsere Welt so komplex macht. Es gibt mehrere Schwachstellen und Ungereimtheiten; am wenigsten konnte ich das Magiesystem nachvollziehen, das sich mit „Magie gleich Leben“ einen gigantischen Stolperstein in den Weg gelegt hat.

 

„Erellgorh: Geheime Mächte“ hat Potenzial, das aber nicht genützt wird und ist von unsympathischen Sympathieträgern, einer löchrigen Handlung und einem kaum logisch begründbaren Magiesystem geprägt. Der Schreibstil vermag nichts zu retten und so bleibt mir abschließend zu sagen, dass ich diesen Reihenauftakt nicht weiterempfehlen kann.

 

Details zum Roman:

Titel: Erellgorh: Geheime Mächte

AutorMatthias Teut

Veröffentlicht über: Amazon CreateSpace

Erscheinungsjahr: 2016

ISBN: 978-1533580160

Genre: Fantasy

Preis: 12,95€ (s. Datum)

Seiten: 461

Reihe: ja, Band 1 von 3* (s. Datum)

Bewertung: 1 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 20.12.2016

 

*: Ich vermute, dass es eine Trilogie werden soll, habe dazu aber keine Bestätigung von Seiten des Autors gefunden.

 

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