Lesejahr 2017: Deutlich zu wenige Empfehlungen

Was meine nächste Lektüre betrifft, plane ich selten länger als einen Monat im Voraus – und auch das nur, damit ich immer eine Rezension für diesen Blog parat habe, wenn der Fünfzehnte vor der Tür steht. Sehe ich mir aber so meine Wunschliste an und dann, wie viele Bücher ich 2016 gelesen habe, lassen sich die meisten wahrscheinlich bereits vorhersagen.

 

Der Stapel rumliegender Bücher

Wie lässt sich das neue Jahr am besten literarisch begrüßen, als die Lektüren des Vorjahres (endlich) zu beenden?

Einigen meiner Leser mag vielleicht schon aufgefallen sein, dass ich nur sehr wenig über meinen SuB zu schreiben habe und diesen Stapel praktisch nie öffentlich erwähne. Was daran liegt, dass er für einen Buchblogger besonders schlank ist. Zurzeit hat er einen Hochpunkt erreicht – das größte war jedoch im letzten Sommer, als er etwa zwölf Bücher umfasste.

Zurzeit sind es vier, wobei nur eines davon ein Roman ist. Die drei anderen sind populärwissenschaftliche Sachbücher, darunter eines für meine Ausbildung und eines über die Schönheit der Mathematik. (Fragt mich nicht, was mich geritten hat, ein Mathebuch zu kaufen. Jetzt ist es hier und jetzt wird es gelesen.)

Der eine Roman, der frisch bei mir eingezogen ist, ist "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien (alle drei Bücher). Dieses Fantasyurgestein wollte ich bereits lesen, seitdem es mir meine ehemalige Deutschlehrerin empfohlen hat, aber wirklich aufraffen konnte ich mich bisher nicht. Es ist dem Buchdrachen und natürlich meinem Buchhändler ("Soll ich das Buch für dich reservieren?") zu verdanken, dass ich bald einen Klassiker reicher bin.

 

Wunschliste: Verlagsromane

Vorab: Ich trenne die beiden Veröffentlichungswege deshalb, weil sich das ebenso in meinen Notizen wiederfindet – was daran liegt, dass ich für meinen Blog den Überblick haben möchte, wie viele Bücher mir von Selbstverlegern noch zur Verfügung stehen und welche nicht dazu zählen.

 

Ich gehe zunächst die Romane durch, die ich dieses Jahr sicher lesen werde, da sie bereits fix eingeplant sind:

Anansi Boys“ von Neil Gaiman, die Fortsetzung zu „American Gods“, das mein Jahreshighlight 2016 war. Diesen Roman werde ich aber erst im Sommer lesen – was in erster Linie damit zusammenhängt, dass ich eine klare zeitliche Trennung zwischen den beiden Büchern haben möchte für den Fall, dass mich der Folgeband enttäuscht.

 

Damit ist das fest vorgenommene Programm auch schon zu Ende und ich liste euch mal die restlichen Bücher meiner Wunschliste auf, die ich wahrscheinlich dieses Jahr lesen werde:

Die Königin der Schatten“ von Erika Johansen. Diesen Reihenauftakt habe ich in der Buchhandlung entdeckt und die Leseprobe klingt soweit gut. Ich habe zwar die Befürchtung, dass das Ganze in eine klassische Prinzessin-muss-zurück-auf-den-Thron-Geschichte abrutscht, aber ich sehe kein sehr großes Risiko.

Glück ist eine Gleichung mit 7“ von Holly Goldberg Sloan ist ein Roman, der sich außerhalb meiner typischen Lesegewohnheiten bewegt. Ich habe das Buch auf Goodreads über eine Rezension entdeckt und bin nur so durch die Leseprobe geflogen. So gesehen freue ich mich auf eine etwas unüblichere Leseerfahrung.

Die Schwerter von Dara: Seidenkrieger“ von Ken Lui ist ein High-Fantasy-Roman, der meinem ersten Eindruck nach einen asiatischen Hauch hat. Mein liebstes Genre kombiniert mit etwas unüblicheren Einflüssen? Immer doch!

Der Fluch des Wüstenfeuers“ von A.S. Bottlinger verspricht eine Mischung aus Magie, Wüstensetting (wie bereits am Titel erkennbar), möglicherweise Anti-Helden und Gesellschaftskritik, wenn ich mal Glück habe. Wenn ich kein Glück habe, gestaltet es sich ähnlich wie „Flammwüste“, von dem ich mir zwar die letzten zwei Punkte nicht erwartet habe, aber doch etwas mehr als das, was mir geboten wurde.

Die Stadt am Kreuz“ von Rafaela Creydt bewegt sich erneut in der High-Fantasy und betrifft dieses Mal eine Verstoßene. Es bleibt mir zu sagen, was ich auch in den obigen Absätzen sage: Die Leseprobe klingt vielversprechend und ich hoffe sehr, dass es kein Fehlgriff wird.

Warbreaker“ von Branden Sanderson wird mein erstes Buch dieses beliebten Autors sein und wurde mir vom Buchdrachen empfohlen. Da ich mit dem Sprachniveau gut zurechtkomme und mich das Magiesystem bereits in der Leseprobe faszinieren konnte, werde ich es auf Englisch lesen.

Schwarzer Mond über Soho“ von Ben Aaronovitch ist die Fortsetzung von „Die Flüsse von London“. Ich erwarte mir von diesem Urban-Fantasy-Krimi-Gemisch dasselbe wie vom ersten Buch: oberflächliche, rasche, humorvolle Unterhaltung für ein paar Stunden Fahrt mit den Öffis.

Die Farben der Magie“ von Terry Pratchett, der chronologisch gesehen erste Scheibenweltroman. Nach einem großen Scheibenweltschub habe ich das Weiterlesen dieser Reihe verpasst und das möchte ich jetzt ausgleichen, indem ich mir sämtliche Bücher Stück für Stück vornehme.

Die Brücke der Gezeiten: Ein Sturm zieht auf“ von David Hair verspricht eine interessante Welt und eine Menge Romanfortsetzungen. Erneut handelt es sich um High-Fantasy.

 

Noch erwähnen möchte ich die Bücher, die es noch nicht auf die Wunschliste geschafft haben, die ich mir aber noch ansehen möchte:

Wonderbook“ von Jeff VanderMeer, ein illustrierter Schreibratgeber;

Die Bibliothek der flüsternden Schatten: Bücherstadt“ von Akram El-Bahay, von dem ich mir noch nicht sicher bin, ob „Flammenwüste“ einen Einfluss auf meine Kaufentscheidung haben wird;

Der Feuerstein“ von Rae Carson, der Auftakt einer Fantasy-Kinderbuchreihe;

Drachenblut: Das Erbe der Samurai“ von Daniela Knor, ein japanisch angehauchter Fantasyroman.

 

Wunschliste: selbstverlegte Romane

Das ist die Wunschliste, über die ich am meisten in der Öffentlichkeit rede, und der Grund dafür sollte bereits klar sein, wenn man sich mal ansieht, wie lange dieser Teil des Textes ist. An der Stelle noch einmal: Wenn ihr Empfehlungen für mich habt, könnt ihr mir sie gerne hier schicken!

Das Buch, das ich innerhalb der nächsten paar Wochen lesen werde und das die Grundlage für die Februar-Rezension sein wird, ist folgendes:

Die Saga der Drachenrüstung“ von Elvira Zeißler. Hierbei handelt es sich eigentlich um einen Doppelband, aber da er eine angemessene Länge hat (nicht für einen Doppelband. Für einen Roman), werde ich ihn dennoch lesen.

Und das war’s auch schon mit der Wunschliste.

 

Die meisten Romane – ebenso wie bei den Verlagsvertretern – möchte ich nicht mehr lesen, nachdem ich in die Leseprobe reingeschnuppert habe. Das Problem bei den selbstverlegten Romanen ist, dass ich weniger Quellen für diese habe und mich dementsprechend schwerer damit tue, neue zu finden, die ich mir anschauen kann.

Folgenden Roman werde ich mir noch ansehen und mit etwas Glück für die Märzrezension reservieren:

Der Orden“ von A.C. Donaubauer ist ebenfalls ein Reihenauftakt aus der High-Fantasy und behandelt wie auch „Der Fluch des Wüstenfeuers“ eine von Männern dominierte Magie, die Frauen verboten ist. Meine größte Befürchtung ist eine unrealistische Liebesgeschichte.

 

Ihr seht: Ich brauche dringend Lesestoff. Her mit den Empfehlungen!

 

Lesechallenge 2017

Mein erstes vollständiges Blogjahr soll auch dasjenige sein, bei dem ich mich an meiner ersten Lesechallenge beteilige. Hierfür habe ich mir die Edelsteinchallenge von Prowling Books ausgesucht – weil Edelsteine, verdammt. Wie auf meiner Challengeseite bereits erwähnt gehe ich diese Herausforderung passiv an und sehe mal, was ich alles abhaken kann, wenn ich einfach nur die Checkliste neben mir liegen habe, ohne sie bei der Buchauswahl zu berücksichtigen.

Und es war klar, dass die Jänneraufgaben irgendetwas mit Wasser und Insekten sein würden. Ich lese ein Buch, das in einer Wüste spielt, und meine Ausgabe vom „Herrn der Ringe“ hat Feuer auf dem Cover – natürlich steht der Jänner im Zeichen des Wassers. Muss so.

 

Allgemeine und spezielle Leseziele 2017

Abschließend möchte ich noch auf die Ziele eingehen, die ich gerne 2017 erreichen würde. Teilweise sind es weniger Ziele als Wünsche, um deren Erfüllung ich hoffe, aber da es ohnehin nicht so viele sind, habe ich sie zusammengelegt.

22 Bücher lesen – so lautet auf Goodreads meine Lesechallenge 2017. Hierbei habe ich mich an meine fünfundzwanzig gelesenen Bücher 2016 orientiert und daran, dass ich elf für den Blog lesen sollte, um regelmäßig Rezensionen hochzuladen. Ich denke, dass ich dieses Ziel durchaus erreichen und auch überschreiten kann, aber es kann genauso gut sein, dass ich an ihm scheitern werde.

Eine Buchreihe beginnen – und damit meine ich nicht die gefühlt unendlich vielen Reihenauftakte lesen, sie desillusioniert weglegen und mich einem neuen Auftakt zuwenden, sondern eine Reihe finden, die ich fortführen möchte, weil es mich wirklich interessiert, wie es weitergeht, und ich die Reihe mag. (Die „Flüsse von London“ samt Nachfolger zählen im Übrigen nicht, da ich diese Reihe eher als Zwischendurchlektüre erachte und dementsprechend nicht wirklich eine Motivation habe, sie um der Faszination willen weiterzulesen.) Das Gefühl einer Reihe, auf die ich mich freue und zu der ich gerne zurückkehre, fehlt mir einfach. Dadurch, dass mir so wenige zusagen, hatte ich 2016 einen akuten Mangel – zählt man die Scheibenwelt weg, die bei mir aber einfach einen Kultstatus hat und die ich auch schon seit einigen Jahren lese.

Die Scheibenwelt-Reihe weiterlesen – und damit die einzige Reihe, die ich wirklich mag und aktiv lese(n möchte). Ich habe sie in den letzten paar Monaten pausiert oder zumindest keine mir unbekannten Vertreter mehr gelesen – was ich dieses Jahr korrigieren möchte.

 

 

 

So viel zu meinen Neujahrswünschen – und damit bin ich auch mit diesem Jahresausblick durch. In einigen Tagen werde ich eine Art Spin-Off hochladen – jetzt bekommen sogar schon meine Blogbeiträge Spin-Offs. Ich muss wirklich etwas ändern –, der sich mit audiovisuellen Medien befasst und mit meinen vagen Plänen in diese Richtung, die wahrscheinlich 2017 noch nicht einmal online gehen werden.


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Kommentare: 2
  • #1

    Buchdrache (Sonntag, 22 Januar 2017 02:08)

    Was? Ich? Ich weiß gaaaaaaar nicht, was du meinst! Meine Fangirlausbrüche sind doch total normal?!
    Liebe Grüße

  • #2

    Awen Eibner (Sonntag, 22 Januar 2017 12:53)

    @Buchdrache Aber natürlich! *vorsichtiges und langsames Zurückweichen*