Sternenjäger 2016: Beste selbsverlegte Bücher

Im Jahr 2016 habe ich erst im Juni begonnen, selbstverlegte Romane zu lesen und zu rezensieren. Dementsprechend wenige Anwärter für diese Liste gibt es – wie in meinem Blogjahr-Rückblick geschrieben sind es genau fünf. Nur eines dieser Bücher hat mich tatsächlich so sehr überzeugt, dass ich es positiv erwähnen möchte. Deshalb wird es als hoffentlich einzige Ausnahme meiner Bloggeschichte dieses Jahr nur einen belegten Treppchenplatz geben.


Erster Platz: Die Glasbrecherin von Irene Euler

 

In diesem High-Fantasy-Roman geht es um die Glasbrecherin Erdree, die vom Militär einberufen wird, um trotz ihrer enormen Krankheitsanfälligkeit im Kampf gegen ein menschenähnliches Volk an der Grenze des Königsreich zu helfen.

Vorneweg mein Hauptgrund, weswegen dieses Buch keine fünf Sterne bekommen hat: Orthographie. Es gab schlicht deutlich zu viele Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler, als dass ich die hätte übersehen können. Zusätzlich gibt es noch ein paar kleinere Durchhänger, beispielweise die Antagonistin, die nicht so sehr überzeugen kann wie die Protagonisten.

Ansonsten kann ich diesen Roman jedoch fast schon bedingungslos empfehlen. Die Welt ist gut durchdacht und faszinierend, die Charaktere haben die Tiefe, die die Geschichte verdient, und obwohl es an einigen Stellen doch mal etwas ins Klischee abdriftet, ist die Handlung praktisch immer schlüssig, nicht bereits Kapitel zuvor vorhersehbar und schafft es, ohne sonderlich viele Kampf- oder Actionszenen Spannung zu erzeugen.

Besonders positiv möchte ich die Liebesgeschichte hervorheben. Ich bin kein großer Freund von Romantasy, und obwohl sich dieser Roman bis zu einem gewissen Grad genau diesem Subgenre zuordnen lässt, hat es mich nicht nur nicht gestört, sondern mir auch vor Augen geführt, dass es eben doch gute Liebesgeschichten gibt. Romantik ist ein wichtiger Teil der Beweggründe der Charaktere, aber es ufert nie in Kitsch aus und fühlt sich auch nicht stereotyp an – ich würde daher auch Romantasygegnern dazu raten, sich nicht von diesem Aspekt des Romans abschrecken zu lassen, da ich die Liebe hier besonders gut umgesetzt und integriert finde.

 

Das, was mich am meisten ärgert, ist das fehlende Korrektorat – ansonsten könnte ich diesen Roman in einem Ausmaß weiterempfehlen, wie ich es sonst eher mit Scheibenweltgeschichten pflege. Dennoch: Ein Roman, bei dem ich kein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich es als mein Selfpublishing-Highlight 2016 bezeichne.

 

Rezension: Kurzfassung // Mammutversion


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