Downlights 2016: Schlechteste Bücher

Dass ich mich mit positiven Bewertungen schwer tue, sollte klar sein, wenn man sich einige meiner Rezensionen ansieht. Umso überraschter war ich, dass es insgesamt nicht wesentlich mehr oder weniger Zweisternige gibt als Viersternige. Hier also die Auswahl der Bücher, die mir 2016 am wenigsten zugesagt haben.

 

Wohlgemerkt: „Erellgorh: Geheime Mächte“ scheint hier nicht auf, da ich es zum Blogjahr 2017 zähle. Es wird dementsprechend sicher eine Erwähnung im nächsten Jahresrückblick finden.


Fünfter Platz: „Horizon: Aufbruch ins Ungewisse“ von Amanda Laurie

 

Dieser Roman ist derjenige, der mich am meisten schmerzt, wenn ich ihn auf dieser Liste sehe – obwohl er sich den fünften Platz der schlechtesten Bücher definitiv verdient hat. Die Sache ist die: Die Ansätze sind alle da. Der König ist als einziger Charakter wirklich gut ausgearbeitet und nach einem interessanten Einstieg schwächelt das Buch enorm. Aber jede Ebene, die feierlich den Bach runtergegangen ist, hatte das Potenzial zum Jahreshighlight. Die Charaktere hätten ebenso gut ausgearbeitet und komplex sein können wie der König, die Welt hätte mit etwas weniger Klischee und Fantasyklassik glänzen können und die Handlung hätte besser rübergebracht werden können. Der Schreibstil wird sich in den nächsten Jahren wohl noch deutlich verbessern – und all diese Gründe zusammen fundieren meine Hoffnung, in zwei bis fünf Jahren nach dem neuesten Buch der Autorin sehen und einen kleinen Schatz entdecken zu können.

Bis dahin: ein verdienter fünfter Platz der Downlights 2016.

 

 

Rezension: Kurzfassung // Mammutversion


Vierter Platz: „To-Gulis Kinder“ von Markus Lafrentz

 

Das erste selbstverlegte Buch, das ich in meinem gesamten Leben gelesen habe, und es landet gleich knapp vor dem Treppchen der schlimmsten Griffe ins Klo dieses Jahres. Tatsächlich ist das einzig Positive, das mir zu diesem Roman einfallen will, die Welt, die besonders interessant und zumindest zu großen Teilen auch gut ausgearbeitet ist. Aber alles andere – mehrdimensionale Charaktere, nicht vorhersehbare Handlung, Spannung oder zumindest Interesse, ein etwas komplexerer Schreibstil – steckt noch in Kinderschuhen, die eher Socken als Schuhe sind.

 

 

Rezension: Kurzfassung // Mammutversion


Dritter Platz: „Tolkiens Erbe: Elfen, Trolle, Weltenschöpfer

 

Der Grund, warum ich hier keinen Autor angegeben habe, ist der, dass es sich um eine Kurzgeschichten- beziehungsweise Romanausschnittesammlung handelt, die thematisch um die Fantasy angeordnet sind. Herausgegeben vom Piper-Verlag und zum Geburtstag geschenkt bekommen gestaltet sich diese Seitensammlung als etwas, das mich gelehrt hat, keine Textsammlungen zu kaufen, wenn sie nicht vom selben Autor stammen. Negativ aufgefallen ist mir an diesem Ding vieles, aber der Sexismus, der in einigen der Texte steckt, ist wohl der Aspekt, der mich letztlich am meisten wütend gemacht hat.

Womit sich nicht etwa ein selbstverlegtes, sondern ein verlagsverlegtes Buch die Bronzemedaille der Downlights greift.

 

 

Rezension: keine


Zweiter Platz: „Windjäger“ von Jim Butcher

 

Weiter geht es mit einem Reihenauftakt, den ich sogar relativ zeitnah zum Erscheinungstermin gelesen habe – lediglich vier oder fünf Monate später, was für mich ein sehr schnelles Tempo ist. Die ersten dreihundert Seiten waren eine Vollkatastrophe und gespickt von unsympathischen Charakteren, einer kaum beleuchteten Welt und Unsinnigkeiten, von denen ich nicht glauben möchte, dass sie in so großer Zahl durch die Korrekturgänge gerutscht sind. Die restlichen vierhundert Seiten gestalten sich etwas besser, aber die erinnern eher an einen 08/15-Actionfilm, der auf Logik und gut entwickelte Charaktere verzichtet, denn wir haben ja eine Menge bumm-bumm zur Verfügung.

Ein ausgesprochen hart erarbeiteter Silberplatz.

 

 

Rezension: „Windjäger


Erster Platz: „Das Schwert der Wahrheit: Die Schwestern des Lichts“ von Terry Goodkind

 

Der absolute Tiefpunkt war der zweite Teil der Schwert der Wahrheit-Reihe von Goodkind. Die Reihe habe ich von einer Freundin empfohlen bekommen und der erste Roman war auch sehr gut – ich habe nur wenig an ihm auszusetzen und mir auch ein paar Kleinigkeiten abgeschaut, um sie meinem eigenen Schreibrepertoire hinzuzufügen, aber der zweite Band war wirklich nicht meins. Er schließt direkt an den Vorgänger an, beginnt mit einer elend langen Szene darüber, dass eine schwer zu tötende Kreatur gleich drei oder vier Protagonisten bedroht, fährt mit einer unausstehlichen Kahlan fort und endet für mich an der Stelle, an dem genüsslich beschrieben wird, wie ein Mann seinen Freund bei lebendigem Leib häutet.

Danke, aber nein danke.

 

 

Rezension: keine


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