Mammutversion: "Die Saga der Drachenrüstung" von Elvira Zeißler (7. RW)

Im Laufe der Jahre hat sich bei mir etabliert, dass ich Romane unter dreihundert Seiten erst gar nicht bemühe. Meistens halte ich mich auch von Sammelbänden fern – „Die Saga der Drachenrüstung“ ist hierbei eine der großen Ausnahmen. (Und ja, ich bin froh, dass ich den Doppelband gekauft habe und nicht die einzelnen Romane. Die wären mir zu kurz gewesen.)

Florian wird unabsichtlich in eine andere Welt gerissen, in der ein machtversessener Tyrann herrscht und bis auf den Rändern des Kontinents alle Menschen unterdrückt. Die einzige Hoffnung auf Befreiung liegt in der sagenhaften Drachenrüstung, die vor Jahrhunderten von einem Drachen geschmiedet wurde. Florian wird in die Suche nach den einzelnen Teilen unfreiwillig hineingezogen und findet sich plötzlich in einer zentralen Rolle wieder …

 

Gleich zu Beginn der bedauerlich obligatorische Hinweis darauf, dass das Ausmaß der Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler in diesem Roman meine Toleranz deutlich überstrapaziert. Dabei gibt es keinen wirklich gängigen Fehlertyp, es ist lediglich ein wilder Mischmasch, der am Ende besonders begeistert angerührt wird.

 

Der Schreibstil gestaltet sich … vergessenswert. Das meine ich nicht böse, auch nicht unbedingt negativ, aber es ist einer von denen, die gut genug sind, um an den meisten Stellen nicht negativ aufzufallen, aber schlecht genug, dass man sie nach der Lektüre des Buches schon wieder vergessen hat.

Die Sätze sind tendenziell kurz gehalten, aber nicht stakkatoartig, und es wird auf ein höheres Vokabular weitestgehend verzichtet. Dadurch gelangt man schnell in einen Lesefluss, nur gegen Ende werden die Sätze immer unebener und fehlerhafter, sodass dieser Lesefluss immer wieder reißt.

Um die Beschreibungen ist es auch eher mäßig bestellt. Die Handlungen scheinen immer wieder mal kleine Sprünge in die Zukunft zu machen – mal befindet sich eine Person an Ort A, gleich darauf ist sie bei Ort B und spricht mit einer anderen Person, wobei die Überleitung wegfällt. Diese Sprünge stören den Lesefluss und treten fast schon regelmäßig auf.

Die Umgebungsbeschreibungen sind nahe dem absoluten Minimum gehalten – bis auf einige wenige Ausnahmen –, sodass man zwar ein grobes Bild von der Umgebung im Kopf hat, aber eben auch nicht mehr als das. Noch schlimmer steht es um die Atmosphäre, die gerade gegen Ende endgültig untergeht und nie mehr gesehen ward.

Die Gefühlsbeschreibungen ecken bei mir aber am meisten an. Speziell emotionale Ausbrüche werden unfassbar unglaubwürdig geschrieben und oftmals auf die direkten Reden reduziert, ohne dieses ganze lästige Drumherum, das dem Leser einen Eindruck davon vermitteln würde, wie sich die Person gerade fühlt. Ebenfalls auffällig ist der Mangel an Einfühlsamkeit bei Florian, genauer bei seinem Heimweh oder bei seiner Furcht vor der neuen Welt. Sämtliche ruckartigen Gefühlsumbrüche sind ebenfalls schlecht beschrieben und dadurch unglaubwürdig.

Diese Oberflächlichkeit zieht sich durch den ganzen Roman und ist wohl dem flotten Erzähltempo geschuldet – wobei ich hier betonen möchte, dass ich diesen Umstand zwar nicht begrüße und ich mir einige Male während des Lesens gedacht habe, dass genau hier einiges fehlt, aber so schlimm wie bei „Squids“ ist diese Oberflächlichkeit noch lange nicht. Es wirkt auf mich eher wie ein klassischer Fall von gewollt, aber nicht gekonnt – wobei die Grenze zur Absurdität auf Distanz gehalten wird.

Es gibt noch einige kleinere Problemstellen – etwa die Tatsache, dass sich die Leute die ganze Zeit über mit englischen Titeln ansprechen und auch Florian die benutzt, obwohl er meines Wissens nach aus Deutschland kommt. Wie die andere Welt Anreden wie „Mylord“ und „Ma’am“ etabliert hat, will ich gar nicht wissen.

Außerdem wirken die Dialoge teilweise gestellt und direkte Beschreibungen stellen sich auch in diesem Roman als zweischneidiges Schwert heraus, da sie selten indirekt ablesbar sind – was schlicht nicht passieren sollte.

Überdies sind mir zwei Probleme bei der Formatierung aufgefallen – einmal, dass ich vermute, dass einige Szenenwechsel nicht gekennzeichnet wurden, obwohl andere eine Stern-Trennlinie bekommen haben, und dann noch die Sache mit den Kapiteltiteln, die mal links, mal mittig angezeigt werden.

Hingegen positiv muss ich die vereinzelten Perspektivenwechsel zu Personen erwähnen, die direkt mit Suarak Kontakt haben.

 

Ich wage schon fast zu wetten, dass die meisten meiner Leser – von denen viele wohl bereits die eine oder andere Erfahrung mit Fantasy gemacht haben dürften – bereits an der Inhaltsbeschreibung ablesen konnten, was in dem Roman passieren wird. Die Fortgeschrittenen können bereits bestimmte Eckpunkte erahnen, die definitiv einen Platz im Roman finden werden, und was soll ich sagen – genau so liest sich das Buch auch.

Der Plot ist verdammt vorhersehbar und auch das, was von einigen Rezensenten als „überraschende Wendung“ am Ende des ersten Teils bezeichnet wird, ist bereits mit der ersten Verletzung Florians ohne Schwierigkeiten zu erkennen. Einen ironischen Anstrich bekommt diese Tatsache aufgrund der Aussage Florians zu Beginn des Buches, dass ja alle Fantasyfilme gleich sind und immer das gleiche Thema behandeln.

Der Anfang von „Die Saga der Drachenrüstung“ ließe sich als Vorlage für den Entwurf eines Klischeebingos verwenden – Protalein hat Geburtstag, Protalein hat eine Freundin, die einen festen Freund hat und der neidisch auf die Nachhilfe ist, die Protalein seiner Freundin gibt, fester Freund ist außerdem schön dämlich und eher einer dieser physischen Personen, fester Freund verprügelt Protalein (oder versucht’s zumindest).

Speziell für diese Art von Fantasy – eine Person wird in eine Parallelwelt gerissen und muss dort einen Weg zurück in die eigene Welt finden – werden außerdem noch weitere Klischeepunkte erfüllt. So betreibt Florian einen Kampfsport – kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ihm das später nützlich werden könnte – und mag Fantasy. (Siehe Kommentar seinerseits zu den Fantasyfilmen.)

Obwohl die Handlung denkbar einfach ist, schafft sie es, einige Logikfehler bereitzuhalten. Hier also die Liste, die es in meine Notizen geschafft hat und die die Fehler in annähernd chronologischer Reihenfolge ankreidet:

Bei der obligatorischen Prügelrunde (beziehungsweise Messerstecherei) zwischen Protalein und festem Freund der besten Freundin rennen die Freunde dieses festen Freundes weg, nachdem Flo ihren Kumpel gegen eine Wand geschleudert hat. Zunächst frage ich mich natürlich, woher unser guter Prota plötzlich Superkräfte hat – und nein, die können definitiv nicht mit dem „Plottwist“ am Ende von Teil eins erklärt werden, da die Wirkung da noch gar nicht bestehen kann –, aber gleich darauf frage ich mich, wieso die Freunde plötzlich wegrennen, nachdem sich das Opfer als etwas kampferprobter herausgestellt hat, als angenommen worden ist. Und ihr wollt das Klischeebingo erfüllen? Wohl eher das Vollpfostenbingo.

Eine kleinere Ungereimtheit stellt die Behauptung dar, Flo habe sich innerhalb von ein oder zwei Tagen an das flotte Marschtempo Keylas gewöhnt. Sagen wir’s mal so: Ich war mit meiner Klasse für zwei Wochen in Cambridge, Groß-Britannien, und dort war unser wichtigstes Fortbewegungsmittel das Fahrrad, mit dem wir die ganze Zeit über durch die Stadt gefahren sind. Als zu dem Zeitpunkt alles andere als durchtrainierte Person könnte ich euch einige nette Anekdoten über zweiwöchiges Fahrradfahren erzählen, aber dass es nach dem ersten oder zweiten Tag voll okay und überhaupt nicht anstrengend war, gehört nicht dazu.

(Und nein, auch das lässt sich nicht auf den „Plottwist“ zurückführen. Zumindest wird erst in Teil zwei etabliert, dass die Wirkung sich überhaupt auf die Reisen auswirkt – siehe den Teil, in dem Flo durch die Gegend reitet.)

Als nervig empfinde ich die Tatsache, dass die Figuren an einigen Stellen zu vergessen scheinen, was sie den Anderen bereits erzählt haben und was nicht – ebenso wie diese Anderen es im gleichen Maße vergessen. Stupide hingegen wirkt auf mich der Gedanke, dass Padima – eine Art Magierin – über den „Plottwist“ Bescheid wissen darf, aber von Flos Träumen zu hören, das würde den Vertrauensrahmen in solch schlimmen Zeiten definitiv sprengen!

Im Laufe des Romans reisen Flo, Gerrik und Faenwulf nach Norden, wo Faenwulf geboren wurde und sich als einziger der drei halbwegs auskennt. Zu Beginn wird etabliert, dass die Reise in die nordischen Berge für Unerfahrene einem Selbstmord gleichkommt, aber sobald sie gefunden haben, was sie im Norden gesucht haben, verlässt Faenwulf die Gruppe sofort wieder – ohne zu wissen, ob das Dorf Gerrik und Flo bei sich überwintern lässt? So gefährlich scheinen die Berge auch nicht mehr zu sein, wenn dieses Risiko es offenbar nicht wert ist, noch ein oder zwei Tage zu warten, bis man sich sicher ist, dass die eigenen Freunde nicht in den Bergen umkommen werden …

Nicht nur Flo bekommt im Übrigen mehrmals die Macht des Protagonistenbonus zu spüren, sondern auch Keyla. Diese wird zusammen mit anderen Gefangenen in die Hauptstadt gekarrt – nur offenbar in ganz normalen Wägen mit ganz normalen Ladeflächen, ohne irgendwelche Gitter … oder anderen Absicherungen … oder irgendetwas, das verhindern würde, dass jemand einfach runterspringt und wegrennt. Die Soldaten machen es sich auch nicht gerade leicht.

Gegen Ende frage ich mich, wieso der Drache die drei Reisegefährten so nahe an der Hauptstadt mit dem Antagonisten darin aussetzt. Ich verstehe, dass er zusehen möchte, was passiert, um nachher seinen Fehler wieder gutzumachen, aber er ist ein Drache. Er sollte die Zeit aufbringen, den Dreien wenigsten die Chance eines organisierten Angriffs zu geben.

Im finalen Kampf hat Flo dann plötzlich ein Schwert zur Verfügung, das zuvor noch keinen einzigen Auftritt hatte, Padima – die Magierin – kommt auf seinen Ruf hin erstaunlich schnell, offenbar hartnäckig die Tatsache ignorierend, dass der Ruf auch eine Falle sein könnte, und dann kommt die Lösung, die den ganzen Plot überflüssig macht.

Offenbar gibt es Leser, die dieses Ende als ein gutes empfinden, als ein zufriedenstellendes, aber auf mich wirkte es wie eine billige Ausrede, sich nicht mit den Folgen der Abwesenheit beschäftigen zu müssen, und darüber hinaus auch noch als eines, das den eigentlichen Plot beinahe vollkommen überflüssig macht, da wir wortwörtlich wieder da sind, wo wir angefangen haben.

 

Kommen wir mal zum tragenden Charakter in diesem Roman: Florian. Er wirkt auf mich wie eine leere Hülle, eine weiße Leinwand, die hingestellt wurde, weil sich jemand nicht sicher war, wie ein männlicher Jugendlicher von fünfzehn Jahren so tickt und was er mag. Daraus folgt offenbar, dass man in den Charakter einen mehr oder minder latenten Sexismus, sehr überzeugtes Schubladendenken, bestimmte Regungen beim Anblick gut bestückter Frauen und eine großzügige Portion Idiotie einbauen muss – so ticken Jugendliche schließlich, nicht wahr?

Sein größtes Problem ist jedoch seine Austauschbarkeit. Das liegt nicht einmal daran, dass er konkret nichts machen würde, sondern viel mehr daran, dass ihm seine Aktionen nur gelingen, weil er die Drachenrüstung an seiner Seite hat. Man könnte ungelogen jeden einzelnen anderen Charakter in seine Rolle schlüpfen lassen und fast nichts würde sich ändern.

Obwohl mir Florian eher auf die Nerven geht, ist er ein kleineres Ärgernis. Es wirkt schon fast putzig, dass er am Ende unter Beweis stellt, wie wenig er den Begriff „Demokratie“ verstanden hat – Tipp von meiner Seite: die Etymologie des Wortes googlen, bevor man sein Unwissen weitergibt.

Zur zweiten Protagonistin, Keyla, gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Sie ist eine taffe Frau, und ja … das war’s, so im Großen und Ganzen. Außen hart, innen weich, wie ein Ananas eben. Zugutehalten muss ich ihr, dass sie sich in einer festen Beziehung befindet und taff ist – etwas, der in der aktuellen Literatur eher rar ist.

Mit Gerrik konnte ich mich noch am besten identifizieren, wenn er auch an einigen Stellen eine gewisse Idiotie an den Tag legt. Das scheint allerdings eine unabdingbare Qualifikation für Romanfiguren des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu sein, also will ich mich gar nicht zu viel darüber beschweren.

Zwei Charakterungereimtheiten habe ich dennoch für euch: Gerrik will am Ende, nachdem der böse Tyrann gestürzt ist, nicht mit einem Herrschaftstitel angesprochen werden. Seine Begründung lautet nicht etwa wir sollten die Chance nutzen und uns eine neue Regierungsform zulegen – oder ich bin offiziell nicht angelobt und damit nicht euer Herrscher – oder ich übernehme die Leitung nur so lange, bis es einen echten Herrscher gibt, der meinen Platz übernimmt – sondern: Das hatten wir schon lange genug.

Faenwulf – der aus dem Norden – begleitet seine beiden Freunde unter der Bedingung in seine Heimat, dass sie ihn über ihr Vorhaben einweihen. Als sie das getan haben, sieht er ein, dass die ganze Suche ziemlich aussichtslos und planlos ist – und nennt dennoch zwei oder drei Gründe, weswegen er bei ihnen bleiben will, die sich so anhören, als hätte er keine vernünftigen Argumente gefunden und das Erstbeste genommen, das ihm durch den Kopf gespukt ist.

Damit komme ich zum Antagonisten, Suarak, dem bösen Tyrannen. Und, ihr habt es inzwischen wahrscheinlich schon erraten: Er hat keine wirkliche Motivation – zumindest keine, die genannt wird –, sodass ich auf Wahnsinn und Größenwahn spekuliere, also zwei Klassiker der Antagonistenmotivation für Anfänger. Natürlich ohne irgendeine Ausführung zu bekommen, versteht sich.

 

Die Welt und die Ideen hinter diesem Roman – nebst der unfassbar vorhersehbaren Geschichte – wirken auf mich ebenfalls wie zwei konträre Elemente, die sich gegenseitig zur Belanglosigkeit verdammen.

Auf der positiven Seite habe ich mir einige Dinge aufgeschrieben, die mir zumindest nicht so häufig unterkommen. Beispielweise ist die Suche nach den Spuren der längst verstorbenen Personen eine sehr reizvolle, obwohl sie praktisch nur aus Rückschlägen und Stagnation besteht – dafür werden die wenigen Durchbrüche umso wertvoller. Dass dieser gesamte Punkt hinfällig ist, sobald Florian die Macht des „Plottwists“ zu verwenden lernt und keine Suche mehr machen, sondern sich einfach nur noch leiten lassen muss, brauche ich wohl kaum auszuführen.

Als ebenfalls interessant empfinde ich die Tatsache, dass es für einen High-Fantasy-Roman erstaunlich wenige Fantasywesen gibt. Sämtliche Bewohner des Kontinents sind Menschen, die verschiedene Kulturen entwickelt haben – die Vinkiiner im Norden, die Jägerstämme bei den Drachenbergen, die verschiedenen Stadtmenschen an den verschiedenen Orten, …

Auf der anderen Seite gibt es zwei Dinge, die mir besonders negativ aufgestoßen sind, und ein Aspekt, der den gesamten Roman de facto überflüssig macht. Zunächst frage ich mich, wie diese Portale funktionieren – genauer gesagt, woher sie wissen, wie viele Körper durch sie hindurchtreten sollen, um sich hinter ihnen wieder zu schließen. Im Normalfall beträgt die Zahl dieser Körper nämlich eins, außer offenbar dann, wenn es gerade dem Plot in die Quere kommt.

Gleichzeitig wirft das die Frage auf, was als „Körper“ durchgeht. Nur feste Verbindungen? Flüssige auch? Und was ist mit der Luft? Zählen Gase nicht mehr als Körper? Ich stelle es mir ausgesprochen ungesund vor, sämtliche Gase meines Körpers bei einem Übertritt in der anderen Welt zu lassen.

Die zweite Sache betrifft die Stimmung der unterdrückten Bevölkerung. Padima führt in Teil eins aus, wieso bisher keine offene Revolution ausgebrochen ist – der Einzelne will sein Leben nicht dafür riskieren, viele andere Leben zu retten. Soweit, so gut. Nur sagt die Geschichte eben doch etwas Anderes – in sehr vielen Fällen gibt es früher oder später Menschen, die nicht nur im Geheimen rebellieren, sondern auch offen. Irgendeinen Revolutionsführer gibt es praktisch immer, vor allem dann, wenn die Verhältnisse wirklich schlecht sind. Das kann seine Zeit dauern, aber mein Eindruck war eher, dass die Gesellschaft kurz vor der Revolte stand.

Und das bringt mich zum letzten und größten Problem: Der gesamte Plot ist ein Katalysator. Letztlich ist es keiner der Protagonisten, die den Tyrannen töten, und dieser Charakter, der das für sie übernimmt, hätte das früher oder später sowieso getan. Und selbst, wenn er das nicht getan hätte, wäre die Bevölkerung übergeschnappt und hätte offen rebelliert.

Kurzum: Florians ganzes Abenteuer ist eines, das dieser Welt den Machtputsch lediglich etwas schneller beschert hat, als er wahrscheinlich sonst eingetreten wäre.

 

Und damit komme ich zu meinen letzten zwei Anmerkungen. Die erste: Praktisch jede Aufteilung der Aufgaben und Charaktereigenschaften der Figuren ist sehr an dem klassischen Mann-Frau-Schema orientiert. Das fängt bereits im ersten Kapitel an: Florian steht auf Fantasy, betreibt einen Kampfsport, ist gut in Mathe und mag Videospiele. Seine beste Freundin hingegen ist gut in Sprachen und dafür schlecht in Mathe.

Es gibt ein paar Ausnahmen aus diesem Schemata, darunter auch Keyla, aber da die für mich lediglich die klassisch-taffe Frau ist, zählt sie in meinen Augen nicht.

Die zweite Anmerkung ist eher eine Frage: Gibt es auch hässliche Frauen – oder welche, die durchschnittlich aussehen – in dieser Welt? Jede einzelne weibliche Person, die eine kleinere bis große Rolle spielt, könnte ihr Brot als Model verdienen – was wiederum Florian in die Hände spielt, der sich offenkundig lediglich in Schönheitsideale verkörpernde Mädchen verliebt, darunter: Keyla; die eine vom Markt, die Gerrik bestehlen will; Faenwulfs Schwester.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Die Saga der Drachenrüstung“ kein Griff ins Klo war, aber auch kein Griff in den Schrank mit den Stimulanzien. Vieles an diesem Roman ist durchschnittlich, marginal besser oder schlechter als der Erwartungswert und weniges kann hier überraschen, weder negativ noch positiv. Wer einen Ausflug in eine simplere, leichter zu durchschauende Welt machen möchte, ist hier wohl richtig, aber ein größeres Kompliment kann ich diesem Buch nicht machen.

Details zum Roman:

Titel: Die Saga der Drachenrüstung – Gesamtausgabe

AutorinElvira Zeißler

Veröffentlicht über: tolino media

Erscheinungsjahr: 2016

EAN: 9783739335278

Genre: Fantasy

Preis: 4,99€ (s. Datum)

Seiten: 570

Reihe: nein (s. Datum)

Bewertung: 2 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 07.02.2017

 

 

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