Kurfassung: "Lichtsturm: Die weiße Festung" von Mark Lanvall (8. RW)

Kellen und Ben trennen zweitausend Jahre, doch beide werden in den Überlebenskampf der Alben von Galandwyn gezogen. Während Kellen von den Alben etwas Besonderes anvertraut bekommen soll, spürt Ben die Auswirkungen dieses Paktes.

Orthographische Fehler diverser Art, darunter besonders gerne bei der Zeichensetzung und der Großschreibung, verunreinigen den Roman und stören den Lesefluss.

 

Dieser ist dank der einfach gehaltenen Sprache ansonsten gut. Die Beschreibungen halten sich alle im Mittelfeld, sodass sich kaum ein Leser an der Länge oder Kürze dieser wirklich stören dürfte; persönlich war es mir an einigen Stellen aber zu wenig. Für einen Thriller kommt mir die Spannung recht niedrig vor – was bei weitem nicht heißt, dass sie nicht existent ist. Positiv sticht hervor, dass sich so gut wie alles an dem Roman ab der zweiten Hälfte merklich bessert; außerdem sind die Perspektivenwechsel lobend zu erwähnen. Deutlich weniger gut gelungen ist die Einflechtung von Morcants Vorgeschichte und die Stolpersteine im Lesefluss, die auf schlecht oder falsch gewählte Wörter zurückzuführen sind (beispielweise die Verwechslung von Iris und Pupille).

 

Die Handlung ist bis auf zwei oder drei Ausnahmen fehlerfrei und lückenlos, dafür ist sie aber nicht allzu kreativ. Die Verbindung zwischen den beiden Zeitlinien ist rasch zu erahnen, aber innerhalb der Handlungsstränge wird oft genug auf das Klischee verzichtet, dass die Vorhersehbarkeit nicht zu offensichtlich wird.

 

Die Protagonisten aus Bens Zeit sind von Anfang an realistisch und lebensnah gehalten, mit Kellen hingegen konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Morcant liefert eine interessante Grundlage, aber so wirklich warm wurde ich auch mit ihm nicht. Die Antagonisten wirken während der ersten Hälfte bedauerlich gestellt und simpel, was sich aber in der zweiten Hälfte deutlich bessert und gerade die Person, die wohl auch in Buch zwei noch vorkommen wird, lässt mich auf eine gute und faszinierende Darstellung hoffen.

 

Das Volk der Alben ist so ungefähr das einzige, das bei mir weder Faszination noch Interesse hervorrufen konnte – bis zur Enthüllung seiner Herkunft am Ende, heißt das. Bis dahin ist es einfach nur das altbekannte, Vollkommenheit und Schönheit anstrebende Fantasyvolk, das erhaben und klug ist. Deutlich positiver sind mir da die ernsteren Einschläge aufgefallen, die aus dem Roman keine reine Unterhaltungsliteratur machen, wie die meisten anderen kritischen Elemente in diesem Buch aber ebenfalls erst ab der Hälfte wirklich zur Entfaltung kommen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Lichtsturm: Die weiße Festung“ ein deutliches Niveaugefälle zwischen Anfang und Ende aufweist und gerade mit der guten Zeichnung der Antagonisten und den zum Nachdenken anregenden Einwürfen und Thematisierungen neugierig auf den zweiten Band macht. Es stellt sich bei diesem die große Frage, ob das Niveau der zweiten Hälfte gehalten wird oder ob es wieder abfällt – aber das wird Thema der nächsten Rezension sein.

Details zum Roman:

Titel: Lichtsturm: Die weiße Festung

AutorMark Lanvall

Veröffentlicht über: CreateSpace Idependent Publishing Platform

Erscheinungsjahr: 2013

ISBN: 9781494360788

Genre: Fantasy

Preis: 9,99€ (s. Datum)

Seiten: 386

Reihe: ja, Band 1 von 4 (s. Datum)

Bewertung: 3 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 02.03.2017

 

 

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