Buch des Monats | Jänner 2021

Kennt ihr das auch? Das Jahr hat grade erst begonnen und die Wunschliste ist schon wieder fast aufgekauft. Oder der Stapel ungelesener Bücher ist ja quasi schon fast erschöpft, wenn man die ganzen Bücher wegrechnet. Nun - sorget euch nicht, denn ich habe Nachschub an empfehlenswerten Büchern!

 

Neues Jahr, neue Blogreihe - ab jetzt gibt es zu jedem Monat, der entsprechendes Lesematerial hergibt, ein offizielles Lieblingsbuch des Monats. Den Anfang macht ein Werk, das nicht besonders gut zu diesem Blog hier passt:

 

 

Biedermann und die Brandstifter

von Max Frisch

 

 

Bei diesem Text handelt es sich um ein Drama, in diesem Fall also um die verschriftlichte Version eines Theaterstücks, das dem einen oder anderen noch aus der Schulzeit in Erinnerung sein dürfte. Ich musste es meinerzeit nicht lesen und habe das nun freiwillig nachgeholt - und war positiv überrascht, wie gut mir der Text gefällt.

Warum ihr das Buch lesen solltet:

Kurz gesagt, weil es meiner Einschätzung nach nicht der typischen Schullektüre entspricht und einen gewissen Humor hat. Die Ansichten, die Max Frisch vermitteln will, sind nicht hinter einer schwer zu verstehenden Wortmauer verborgen, sondern werden vom Chor quasi vorbuchstabiert. Der Plot stellt diese Ansichten ebenfalls gut dar und zeugt sowohl von Humor als auch - meiner Meinung nach - von einer gewissen Bitterkeit gegenüber der menschlichen Idiotie. Dabei ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein gutes Beispiel dafür, wie man durch stilistischer Mittel die Aussagen des Textes hervorheben kann: Der Chor spricht/singt in Lyrik, während alle anderen, am Plot tatsächlich beteiligten Figuren in normaler Prosa sprechen. Das hebt die besondere Rolle der Feuerwehr (des Chors) hervor, die im Text behauptet wird. Eine etwas ausführlichere Rezension findet ihr auf Goodreads.

 

Was ist an dem Ding nicht perfekt?

Besonders viel zu kritisieren habe ich nicht, aber ein paar Aspekte, denen ich nicht so viel abgewinnen kann, gibt es. Beispielsweise wird die Figur des Wissenschaftlers recht kurzfristig knapp vor Ende des Stückes eingeführt. Der daraus entstehende Effekt, dass er ein wenig wie ein Nachgedanke wirkt, könnte beabsichtigt sein - oder einer nicht ganz perfekten Umsetzung geschuldet sein.

 

Also Leseempfehlung?

Also Leseempfehlung! Selbst wenn ihr euch nicht sicher seid, ob das Ding etwas für euch ist: Nebst der Existenz von Leseproben glänzt das Buch auch mit einer angenehmen Kürze. Ich würde schätzen, dass die meisten Personen es in etwa zwei Stunden gelesen haben.


Zuletzt noch eine kurze Vorschau auf die Bücherliste für den Februar - wer weiß, vielleicht wird eines dieser Bücher ja das nächste Buch des Monats:

  • Vor dem Abgrund (Michael Hirtzy)
  • Im Herzen des Wutwaldes (Torsten Weitze)
  • Mummenschanz (Terry Pratchett)
  • Die Nibelungen (Michael Köhlmeier)