Seit dem dritten August 2016 besitze ich einen BookRix-Account – den ich eigentlich erst dann anlegen wollte, wenn der Roman fertig überarbeitet ist, damit ich alles in einem Rutsch erledigen kann. Am darauffolgenden Tag aber beschloss ich, trotzdem schon etwas vorzuarbeiten und erste Erfahrungen mit dem Distributor zu sammeln.

Im ersten Teil dieses Textes werde ich darauf eingehen, was sich bei BookRix wie angeben und hochladen lässt, im zweiten Teil werde ich auf meine Kritikpunkte eingehen, die sich aus diesem "ersten Kontakt" mit dem Distributor ergeben haben. Zuletzt gibt es die Daten, wann die nächsten Beiträge hochgeladen werden.

 

Fangen wir mit dem Anfang an: Sobald man sich einen Account eingerichtet hat, kann man sich sein erstes Buch anlegen. Dieses ist automatisch noch nirgends veröffentlicht und man hat drei Möglichkeiten, was man als nächstes verändern möchte: den Inhalt, die Angaben zum Buch und das Cover. Rechts dieser Auswahlmöglichkeiten kann man anklicken, ob man sein Buch an alle Shops oder nur auf BookRix vermarkten möchte – hier kann man auch auswählen, dass man Amazon selbst beliefern möchte. Erst, wenn man auf den Button „Buch verkaufen“ klickt, geht das Werk online (auch, wenn die Auswahl auf BookRix beschränkt wurde).

 

Um den Inhalt des Buches zu bearbeiten, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder gibt man alles händisch im Editor ein, oder man lädt das fertige Word-Dokument hoch. Bei letzterem ist wichtig, dass die Kapitelüberschriften entsprechend formatiert sind, damit das Programm sie erkennen kann und nicht alles in ein Kapitel packt.

Das Übernehmen einer Datei, die knapp mehr als 300 Normseiten umfasst, dauert ein paar Sekunden, funktioniert dann aber sehr gut. Seitenumbrüche werden vom Programm ignoriert, sodass man die im originalen Dokument beibehalten kann. Das größte Ärgernis bei der Umwandlung ins .epub- oder .mobi-Format (beides wird angeboten) sind die verschluckten Zeichen, manchmal auch verschluckten Wörter.

Ich würde daher empfehlen, sobald man alles eingerichtet hat, das Buch runterzuladen und einmal durchzulesen – man wird auf einige ausgelassene Leerzeichen, einige fehlende Beistriche und seltener Wörter treffen, die im Lesefluss sehr störend und in der Zahl auch nicht vertretbar gewesen wären. Man kann sie einfach über den Editor korrigieren, es ist also nichts in Stein gemeißelt.

Das Cover wird automatisch am Dateianfang angehängt, darauf folgt ein ebenso automatisch generiertes Deckblatt mit dem Namen des Autors, dem Titel, dem Untertitel und der Widmung. Am Ende wird ein Impressum generiert, dessen Daten man über die „Angaben zum Buch“ bearbeiten kann, wenn auch sehr eingeschränkt.

 

Die "Angaben zum Buch" kann man per Klick auf den Button öffnen, woraufhin ein Dialogfeld erscheint, bei dem folgende Angaben verpflichtend (und jeweils einzeln angeführt) sind:

1. Titel

2. Autor (Nummer eins)

3. Kategorie (Fantasy, Belletristik, Ratgeber, …)

4. Altersempfehlung

5. Klappentext

Sämtliche anderen Angaben sind optional, darunter auch der Untertitel. Es können bis zu vier Autoren angegeben werden und für die Kategorie kann man aus - wenn ich mich nicht verzählt habe - 64 verschiedenen wählen. Subgenres sind dabei nicht abgedeckt. Der Klappentext muss 139 bis 2999 Zeichen umfassen und lässt die Formatierungen kursiv, fett, Überschrift, Aufzählung und nummerierte Liste zu.

Ebenfalls optional sind die Widmung und die Tags, wobei einige automatisch von BookRix hinzugefügt werden. Nicht in den "Angaben zum Buch", sondern in der Vorschau, darunter auch "Neuerscheinung 2016", wenn man 2016 das Buch veröffentlicht. Zuletzt lässt sich die Sprache wählen, wobei es hier mehrere Dutzend zur Auswahl gibt.

 

In den „Erweiterten Impressumsangaben“, die man ausklappen kann, kann man zusätzlich das Copyright für Texte und Bilder angeben, einen Übersetzer und einen Korrektor/Lektor – alles optional.

 

Um mich an BookRix zu probieren, habe ich in den ersten zwei Tagen zwei Bücher angefangen: Einmal einen zynischen Text über den aktuellen Stand der Literatur und einmal meinen Roman. Bei beiden habe ich es beim ersten Anlauf nicht geschafft, das Cover so einzustellen, wie ich das wollte.

Prinzipiell kann man wählen zwischen „eigenes Cover“, „nur Bild und Text“, „BookRix-Style“ und „Thriller“. Die letzten drei sind Vorlagen, um sich rasch ein Cover zusammenzuschnipseln. Standard ist „nur Bild und Text“. Im Editor direkt darunter gibt es Standard-Bilder, aus denen man wählen kann, zuvor noch mit der Verlinkung „Eigene Bilder“ – und hier war das Problem beim ersten Buch. Nachdem das eigene Bild – wohlgemerkt bereits fertig, also mit Titel, Untertitel, Autorenname und dergleichen – hochgeladen war, gab es irgendeinen Fehler, denn es wurde mir nicht rechts zur Bearbeitung angezeigt, sondern unterhalb des Editors irgendeines der Standard-Bilder.

Beim zweiten Anlauf habe ich auf Anhieb die richtige Kategorie („eigenes Cover“) erwischt, bei dem man ein Bild hochlädt, woraufhin es im Kleinformat angezeigt wird, und es durch einen Klick auswählt, sodass es rechts aufscheint und man dort nachjustieren kann.

Beim zweiten Buch habe ich unter der Kategorie „nur Bild und Text“ den Link „Eigene Bilder“ missverstanden und war verwirrt, wieso plötzlich ein vorgefertigtes Textfeld mit meinem Titel auf meinem Cover zu sehen war, das ich nicht löschen konnte. Auch hier hat es dann beim zweiten Anlauf geklappt.

Nachdem man in der richtigen Kategorie das richtige Bild ausgewählt hat, wird es meist verzerrt und vergrößert dargestellt. BookRix bietet die Funktion „Bild an Cover anpassen“ an. Sobald man dieses Feld angeklickt hat, eröffnen sich drei weitere Optionen: „gestreckt“, „proportional“ und „Originalgröße“. Bei „gestreckt“ wird das Bild in das vorgefertigte Formet gezwungen, was unschöne Verzerrungen zur Folge hat. Unter „proportional“ wird zwar nicht verzerrt, aber ein Ausschnitt des Covers genommen; in meinem Fall war unten und oben etwas abgeschnitten, darunter auch der Autorenname. Die letzte Option „Originalgröße“ ignoriert das von BookRix gesetzte Format und zeigt das Cover so, wie es als Datei gespeichert ist.

Da das Format in meinem Fall nicht breit genug war, wurde automatisch die Hintergrundfarbe „weiß“ gesetzt, sodass es rechts einen weißen Streifen gab – der aber in der BookRix-Vorschau nicht weiter auffällt und auch bei den Händlern keine Probleme gemacht hat.

 

Geht man zurück zur Übersicht über die eigenen Bücher, sieht man rechts mehrere Optionen, darunter: ein Einstellungsrädchen und „mehr Infos“. Bei letzterem kommt man zu einem kleinen Dialogfeld, bei dem die Wörteranzahl, das Datum der letzten Aktualisierung und neue Favoriten/Beiträge (betrifft das soziale Netzwerk BookRix) seit dem letzten Login angezeigt werden.

Interessanter gestaltet sich das Symbol für die buchspezifischen Einstellungen, die folgende Anpassungen ermöglichen: „Buch downloaden“, „Einstellungen“, „Teil einer Reihe“, „Buch verkaufen“ und „Buch löschen“.

Der Download ist im ePub- und Mobi-Format möglich. Unter den „Einstellungen“ kann man angeben, ob man es Nutzern ermöglichen möchte, das Buch auf BookRix runterzuladen und es zu kommentieren. Beide Funktionen lassen sich einzeln deaktivieren oder aktivieren. Unter „Teil einer Reihe“ kann man den Titel der Reihe angeben und wo das Buch in dieser steht, wobei man zwischen Nummer 1 und 99 wählen kann.

 

Unterm Strich würde ich die Einfachheit der Bedienung als „mäßig“ bezeichnen – man versteht es, man kommt gut durch, aber beim Cover gibt es ein paar Irrwege und das Adaptieren der Word-Datei ist mit Fehlern verbunden, die manuell wieder korrigiert werden müssen. In meinem Fall fand ich das zwar nicht so schlimm, weil ich so auf einige übriggebliebene Stilblüten aufmerksam geworden bin und die rasch entfernen konnte, aber es gibt noch Luft nach oben – vor allem, weil kursiv gesetzte ‚‘ am Absatzanfang wieder „normal“ formatiert werden. Ich bin wahrscheinlich eine halbe Stunde daran gesessen, diesen Fehler wieder zu korrigieren.

In Bezug auf den Buchverkauf gab es eine Fehleinschätzung meinerseits, die aber zugleich als recht großer Kritikpunkt vorgebracht werden kann. Das, was man so oder so interpretieren kann, ist die Tatsache, dass man beim Button „Buch verkaufen“ einfach nur den Preis und einen möglichen Preiserlass plus Zeitraum festlegt, das dann bestätigt und zack – das Buch wird auf die formalen Richtlinien überprüft und steht danach zum Verkauf. Daten wie die Anschrift oder das Konto werden über „Mein Account“ eingegeben. Ich hätte damit gerechnet, dass eine Fehlermeldung kommt oder ich dazu aufgefordert werde, die fehlenden Daten zu ergänzen, wenn ich das Buch einfach so zu verkaufen versuche.

Was ich hingegen sehr kritisiere und wovon ich ehrlich gesagt enttäuscht bin, ist die Tatsache, dass man das Erstveröffentlichungsdatum praktisch nicht steuern kann. Statt, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt habe, den Verkaufstag festzusetzen, das Buch ein paar Tage vorher als „verkaufsbereit“ oder „fertig“ deklarieren zu lassen und dann beispielweise Vorbestellungen zu ermöglichen, kann man nichts davon steuern. Genau an dem Tag, an dem man auf „Verkaufen“ klickt, wird das Buch zur Sichtung geschickt und dann in den nächsten paar Tagen freigegeben (oder vom Autor korrigiert, sollte etwas nicht passen).

Das macht es praktisch unmöglich, einen genauen Veröffentlichungstermin einzuhalten. Selbst, wenn ich mit meinem aktuellen Wissen meinen Debütroman Anfang Oktober zu verkaufen beginnen würde, könnte ich noch immer nicht – wie ich das ursprünglich angestrebt habe – sagen: Genau an dem und dem Tag wird es zu kaufen sein. Ich kann lediglich schätzen, wie lange die Sichtung dauert, und kann nicht beispielweise Mitte September alles als „fertig“ deklarieren, es sichten lassen und genau am sechsten Oktober dann verkaufen.

Eine weitere Sorge, die sich aber noch nicht bestätigt hat, sind die Preisaktionen. Gleich am Anfang kann man genau eine festlegen – inwiefern weitere Aktionen aber umsetzbar sind, entzieht sich meinem Wissensstand. Ich hatte ursprünglich vor, mehr oder minder regelmäßig den Preis herabzusetzen. Mal sehen, ob sich das umsetzen lässt – ich hoffe sehr, ansonsten ist das ein verdammt großer Kritikpunkt.

Hinzu kommt, dass ich gerne einen Vorverkauf angeboten hätte. Auf irgendeiner Webseite habe ich gelesen, das soll möglich sein, wenn die Funktion auch versteckt sei – ich finde sie nur leider nicht und sehe zurzeit keine Möglichkeit, wie das bewerkstelligt werden sollte.

 

Die Zwischenbilanz sieht dementsprechend folgendermaßen aus:

+ Die Bedienung ist insgesamt recht einfach. Ein Buch zu erstellen, den Inhalt zu bearbeiten und die Angaben zum Buch sind schnell getan. Das Programm buggt nicht und ist ausgesprochen übersichtlich gehalten.

- Kleinere Abzüge gibt es in puncto Einfachheit beim Cover. Durch die Vielzahl an Möglichkeiten, die teilweise ähnlich benannt sind, kann es zu Verwirrungen kommen – die sich aber nach einigen Minuten aufklären lassen.

+ Der Download des Buches als ePub und Mobi ist bereits vor dem Verkauf möglich, sodass man sich ansehen kann, wo genau es noch Probleme gibt und wie das Buch letztlich aussehen wird.

- Beim Übertragen eines Word-Dokuments werden einige Zeichen verschluckt und ‚‘ ändern manchmal ihre Formatierung, was einen finalen Kontrollgang dringend nötig macht.

+ Der Verkauf des Buches geht ausgesprochen einfach und ist wohl gerade dann, wenn man mehrere Romane im Angebot hat und regelmäßig welche hinzukommen, gut zu handhaben.

- Es gibt erst bei der anschließenden, per E-Mail erhaltenen Kontrollbestätigung einen Hinweis darauf, dass man noch Anschrift/Konto angeben muss und wo diese zu finden sind. Eine automatische Warnung wäre angemessen gewesen.

- Der Tag der Veröffentlichung lässt sich nicht festlegen, sodass ein voraussehendes Planen wenn nicht unmöglich ist, dann doch sehr erschwert wird.

- So, wie das zurzeit präsentiert wird, bin ich mir nicht sicher, ob Preisaktionen nach der ersten angegebenen möglich sind. Die Zeit wird es zeigen – bis dahin bleibt dieser Punkt auf der Liste.

- Ein Vorverkauf ist meines Wissens nach nicht möglich.

 

Unterm Strich hat sich die erste Verwendung von BookRix als nicht ganz so reibungslos herausgestellt, wie das zuerst den Anschein gehabt hat. Gerade die Kritikpunkte Veröffentlichungsdatum/Preisaktionen fallen in meinen Augen sehr ins Gewicht, das Vorab-Herunterladen des zukünftigen E-Books ebenso. Vorerst würde ich daher sagen, dass die Basis da ist, gerade in Bezug auf die Ersterscheinung aber noch viel Luft nach oben ist.

 

Nachtrag:

Ursprünglich wollte ich diesen Text erst hochladen, wenn ich seit einem Monat meinen Roman verkaufe, aber da ich einiges zu schreiben gefunden habe, habe ich beschlossen, den einmonatigen Beitrag zu streichen und stattdessen direkt nach der Erstveröffentlichung über diese zu schreiben.

 

Dementsprechend wird die Reihe in drei Monaten fortgeführt, hoffentlich mit ein paar Antworten auf die offen gebliebenen Fragen und etwas mehr Lob, als es in diesem Text der Fall war. Das voraussichtliche Veröffentlichungsdatum des vierten Reihenbeitrags lautet also: 23.12.2016.

 

Stand: 26.09.2016