Dieser Text schließt an meine Ersterfahrungen an und setzt sich mit den Neuerungen auseinander, die in den ersten drei Monaten erkennbar geworden sind. Sofern nicht bereits „Sechs Monate BookRix“ auf meiner Webseite zu finden ist, ist dies die aktuelle Version mit einer vollständigen Pro-/Contraliste am Ende.

 

Nachdem das Buch fertig überarbeitet hochgeladen ist, muss man einige Zeit warten, in der die Formalien überprüft und die Informationen an die Händler weitergeleitet werden. Laut den BookRix-FAQs kann die Überprüfung bis zu fünf, die Auslieferung bis zu zehn Tagen in Anspruch nehmen, woraus sich eine Wartezeit von mehr als zwei Wochen im Maximum ergeben würde.

Dementsprechend positiv ist hervorzuheben, dass sich die Klärung der Formalien innerhalb eines Tages erledigt hat und an dem Tag darauf die ersten Händler den Roman angeboten haben – statt der befürchteten zwei Wochen betrug die Wartezeit lediglich zwei Tage. Da ich mit einer längeren gerechnet hatte, gibt es hier ein paar kleinere Pluspunkte.

 

In einigen der wenigen Berichte, die ich über die Distributoren neobooks und BookRix gelesen habe (und den konkreten, auf die ich mich beziehe, naturgemäß nicht finden und dementsprechend auch nicht verlinken kann), kam der Kritikpunkt auf, dass einige der bibliographischen Angaben von den Händlern nicht richtig übernommen wurden.

Sobald das Buch bei den jeweiligen Shops vorhanden war, habe ich mir drei davon stichprobenartig ausgesucht – namentlich amazon.de, thalia.at und den Google Book Store – und habe bei ihnen überprüft, ob es zu solchen Problemen gekommen ist. Titel, Untertitel, Cover und sämtliche anderen Daten wurden korrekt übernommen – bis auf eine Ausnahme, die erst am Ende des Monats ersichtlich wurde.

Die betrifft das Erscheinungsdatum, das laut BookRix der 19. September 2016 ist. Dieses Datum stand aber eben nur bis zum Monatsende bei den jeweiligen Händlern, danach wurde es auf den letzten Septembertag nachgezogen und ist seitdem auch dort geblieben. Da ich aber nicht weiß, ob das ein Problem der Shops oder eines von BookRix ist, möchte ich hier lediglich darauf hinweisen und werde es nur als kleinen Abzug in die Wertung miteinziehen.

 

Meldet man sich auf BookRix mit seinem Account an (und klickt auf die Startseite), werden einem die Verkäufe angezeigt, einmal die verbindlichen – also die vor vier bis sechs Monaten – und einmal die unverbindlichen der letzten drei Monate. Überdies gibt es in der Schnellübersicht noch Trenddaten, die die vorläufigen Verkäufe von fünf großen Händlern anzeigen – wobei hier die Daten nicht immer mit der der Übersicht übereinstimmen, was daran liegen wird, dass diese Verkaufszahlen etwa einmal pro Woche aktualisiert werden, die Trenddaten aber häufiger.* Ich habe darüber hinaus die Erfahrung gemacht, dass die neuen Trenddaten von vor ein bis drei Tagen meist ab etwa Mittag abrufbar sind, davor gibt es die des letzten Tages – was ich nicht weiter schlimm finde.

BookRix betont in Bezug auf diese Trenddaten immer wieder, dass sie nur vorläufige Zahlen sind und die endgültigen sehr stark variieren können. Daher habe ich mir die Trenddaten des Oktobers aufgeschrieben und sie mit den vorläufigen Verkaufszahlen verglichen – und ja, die Zahlen waren unterschiedlich. Die vorläufigen Zahlen betrugen immerhin 142 Prozent der Trenddaten.

Aus dem Monat September kann ich zu diesen vorläufigen Angaben sagen, dass sie nicht mehr so stark variieren wie die Trenddaten – oder gar nicht; sie können sich also noch ändern, machen das aber meistens nicht.

An der Stelle ist zu bedenken, dass die beiden vorherigen Absätze natürlich nur als Stichproben gewertet werden können und nicht als statistische Erhebungen.

 

Das Autorendashboard, bei dem sämtliche der oben genannten Verkaufszahlen und Daten zu sehen sind, ist übersichtlich gehalten und leicht zu bedienen. Das einzige, das mir hier negativ auffällt, ist die Art der Graphik, die für die Trenddaten verwendet wird. Aus einem mir unbekannten Grund kann der Graph nämlich nicht den Wert null annehmen, wodurch – sollte eine Woche lang beispielweise kein Buch verkauft worden sein und danach wieder einige – man leicht den Eindruck bekommen kann, die Verkäufe wären über diesen Zeitraum stabil geblieben, obgleich sie nicht vorhanden waren.

 

Neue Kritik- und Lobübersicht (enthält auch die Punkte der Ersterfahrungen)

Das ist die aktuelle Version meiner Pros und Contras für/gegen BookRix, bis ich im März die nächste Zwischenbilanz veröffentliche. Zuoberst stehen die Aspekte, die mir am negativsten aufgefallen sind. Je weiter unten sie sind, desto weniger fallen sie ins Gewicht. Absätze mit einem größeren Einzug haben weniger Relevanz als solche ohne einen. Die positivsten Aspekte werden zuletzt genanntt und die ersten Pluspunkte sind die, die für mich am unwichtigsten sind.

 

- Der Tag der Veröffentlichung lässt sich nicht festlegen, sodass ein voraussehendes Planen wenn nicht unmöglich, dann doch sehr erschwert wird.

- Es gibt erst bei der anschließenden, per E-Mail erhaltenen Kontrollbestätigung einen Hinweis darauf, dass man noch Anschrift/Konto angeben muss und wo diese zu finden sind. Eine automatische Warnung wäre angemessen gewesen.

- Ein Vorverkauf ist meines Wissens nach nicht möglich.

- Das Erscheinungsdatum des Buches wird von den Shops nach Ende des Erscheinungsmonats auf den letzten Tag von ebendiesem herabgesetzt – beispielweise wird der neunzehnte September zum dreißigsten September.

- Beim Übertragen eines Word-Dokuments werden einige Zeichen verschluckt und ‚‘ ändern manchmal ihre Formatierung, was einen finalen Kontrollgang dringend nötig macht.

- Kleinere Abzüge gibt es in puncto Einfachheit beim Cover. Durch die Vielzahl an Möglichkeiten, die teilweise ähnlich benannt sind, kann es zu Verwirrungen kommen – die sich aber nach einigen Minuten aufklären lassen.

- Die graphische Darstellung der Trenddaten kennt keinen Wert null, was auf den ersten Blick mehr Verkäufe zu bestätigen scheint, als tatsächlich existieren.

+ Der Verkauf des Buches geht ausgesprochen einfach und ist wohl gerade dann, wenn man mehrere Romane im Angebot hat und regelmäßig welche hinzukommen, gut zu handhaben.

+ Die Überprüfung der Formalien und Weiterleitung der Daten an die Händler geschieht innerhalb weniger Tage – in meinem Fall innerhalb von achtundvierzig Stunden.

+ Die vorläufigen Verkaufszahlen sind recht sicher – zumindest den paar Stichproben nach zu urteilen, die mir bisher zur Verfügung stehen.

+ Das Autorendashboard ist übersichtlich und leicht zu bedienen.

+ Die Bedienung ist insgesamt recht einfach. Ein Buch zu erstellen, den Inhalt zu bearbeiten und die Angaben zum Buch ist schnell getan, buggt nicht und ist ausgesprochen übersichtlich gehalten.

+ Die Daten des Buches (beispielweise der Titel und der Untertitel) werden bis auf die oben genannte Ausnahme des Erscheinungsdatums von den Händlern korrekt übernommen.

+ Der Download des Buches als ePub und Mobi ist bereits vor dem Verkauf möglich, sodass man sich ansehen kann, wo genau es noch Probleme gibt und wie es letztlich angezeigt wird.

 

 

*: Zumindest laut BookRix. Die FAQs, bei denen das steht, sind etwas versteckt, deswegen rate ich dazu, in die Suchmaschine „bookrix.de faq“ einzugeben, dann könnt ihr euch einige durchaus interessante Informationen zu Gemüte führen.

 

Kurz gesagt: Die meisten Minuspunkte sind die, die noch von den Ersterfahrungen stammen. Überwiegend ist die Bedienung von BookRix unproblematisch. Die größten Schwächen liegen beim Erscheinungsdatum/Erstverkaufsdatum, die größten Stärken bei der einfachen Bedienung, der relativen Sicherheit des Übernehmens und Anzeigens von Daten und die schnelle Überprüfung der Formalien.

 

Nachtrag:

Der nächste Text dieser Reihe („Sechs Monate BookRix“) wird am 23. März 2017 erscheinen. BookRix bietet seit dem Dezember 2016 zusätzlich zu den regulären Händlern auch solche an, die das Buch verleihen oder an Bibliotheken verkaufen – dieses Angebot werde ich ab Jänner nutzen und auch im nächsten Beitrag thematisieren.