Der Vater des Berges (Torsten Weitze) | Verlagsgast

Stufe 2: Einige Spoiler.
Stufe 2: Einige Spoiler.

Dieses Mal hat es länger gedauert, aber ich bin endlich dazu gekommen, den achten Teil der Reihe um den dreizehnten Paladin zu lesen – und ich kann vorwegnehmen, dass mich auch dieses Buch nicht enttäuscht hat.

 

Ahren ist noch psychisch von den Ereignissen im Ewigen Reich geschädigt und selbst Jelninolans Heilzauber können ihm nur bis zu einem bestimmten Grad helfen – weswegen sich die Gefährten ins Reich der Zwerge aufmachen, wo sie außerdem die Allianz zwischen den Menschenreichen und dem der Zwerge schmieden. Währenddessen wird der Krieg gegen den Widersacher immer ernster und das Bündnis zwischen den Völkern immer wichtiger.

Erneut kann ich freudig verkünden, dass die Zeichensetzungsfehler – denn meistens sind es Anführungszeichen oder Punkte, die fehlen – gering genug sind, dass ich keinen Stern für sie abziehe, auch wenn sie die Grenze für diesen Abzug ausreizen. Dem Schreibstil generell merkt man das Lektorat an; ich habe aber den Eindruck, dass gegen Ende die Aufmerksamkeit nachgelassen hat, da sich hier mehr Füllwörter und Adjektive finden.

Ansonsten habe ich nur Kleinigkeiten zu bekritteln, nichts davon neu: Ich bin noch immer kein Fan von GEBRÜLLE, die Umgebungsbeschreibungen sind hin und wieder etwas unübersichtlich, wenn auch nicht bei den szenischen Darstellungen der Berge, und die Kampfszenen sind in Ordnung, aber sie sind nicht brillant. Im Handlungsgeschehen finden sich gelegentliche Sprünge, die aber nicht wesentlich aus dem Lesefluss reißen, daher seien sie nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Da das hier die achte Rezension zur Reihe ist und die negativen Sachen immer mehr herausstechen als die positiven, möchte ich betonen, dass sich das Buch gut und schnell liest, Spaß macht, der Schreibstil recht ausgereift ist, auch wenn er noch besser werden könnte, und die oben genannten Kritikpunkte eher Randbemerkungen sind.

 

Ich muss außerdem die Struktur der gesamten Reihe loben. Dreizehn Bücher zu füllen ist keine leichte Aufgabe, will man nicht repetitiv werden – und obwohl es einige recycelte Elemente gibt, lässt sich Weitze immer wieder etwas Neues einfallen, um die erwartete Struktur aufzubrechen und die Geschichte interessanter zu machen. Zudem ist der allmähliche Wandel gut gelungen, der die Welt nicht nur schrittweise vergrößert, sondern auch dem Widersacher immer mehr Macht verleiht und die Geschichte damit düsterer werden lässt.

Am „Vater des Berges“ habe ich lediglich das Wesen aus der anderen Dimension zu kritisieren. Dadurch, dass klar ist, dass es nicht mit dem Widersacher unter einer Decke steckt, wirkt es einfach nicht bedrohlich. Erst beim ersten Gefecht mit Ahren und Culhen demonstriert es, dass es überhaupt ein ernstzunehmender Gegner ist, und auch danach habe ich mir noch gedacht: Schon, aber es arbeitet halt nicht mit dem bösen Gott zusammen. Es ist eine Art Ablenkung, ein zusätzlicher Gegner obendrauf, aber bisher derart geringfügig in die Geschichte involviert, dass es neben einem Sichelschreckenschwarm leicht zu ignorieren ist.
Vielleicht wird aus dem Ding noch etwas gemacht, vielleicht wird es einfach im nächsten oder übernächsten Buch besiegt und das war’s.

 

Bei Charakteren und Weltenbau habe ich nichts den vorherigen Rezensionen hinzuzufügen. Ahren ist noch immer ungeheuer sympathisch, ebenso die gesamte Truppe um ihn herum, und der Weltenbau macht selbst aus den Zwergen, mit denen ich sonst nicht viel anfangen kann, ein interessantes Fantasyvolk.

 

Alles in allem eine gelungene Fortsetzung, was mich immer noch erstaunt, denn das hier ist eine elend lange Reihe und es wäre wirklich, wirklich einfach, die kunstvollst in den Sand zu setzen. Mal sehen, wann Band 9 rauskommt.

Details zum Roman:

Titel: Der Vater des Berges

Autor: Torsten Weitze

Veröffentlicht von: bene Bücher

Erscheinungsjahr: 2020

ISBN: 978-3-947515-78-3

Genre: High-Fantasy

Preis: 16,99€ (s. Datum)

Seiten: 508

Reihe: ja, Teil 8 von 13 (s. Datum)

Bewertung: 4 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 26.07.2020