Im Herzen des Wutwaldes (Torsten Weitze) | Verlagsgast

Warnstufe 2: Spoiler.
Warnstufe 2: Spoiler.

Zwei Monate nach Erscheinen des neunten Teils der Reihe habe ich das „Herz des Wutwaldes“ endlich gelesen – und bin leider nicht besonders beeindruckt.

 

Ahren und Co haben sich entschieden, zuerst dem Wutwald zuhilfe zu kommen, danach erst dem Grünen Meer. Sobald sie im Wald angekommen sind, wird ihnen aber klar, dass mehr als nur der Widersacher den Wald negativ beeinflusst – und wie verzweifelt die Lage seiner Bewohner tatsächlich ist.

 

Einen Stern Abzug gibt es für die Fehler im Bereich der Zeichensetzung, vor allem bei den Beistrichen. Schade, sonst hätte es vielleicht für drei Sterne ausgereicht.

 

Da das hier der neunte Band einer dreizehnbändigen Reihe ist und ich auch die vorherigen acht Bücher rezensiert habe, gibt es bei vielen Aspekten wenig zu ergänzen. Der Schreibstil ist generell angenehm und man gleitet schnell über die Seiten, auch wenn es vor allem in der Mitte ein paar unrunde Formulierungen gibt. Dinge wie GEBRÜLLE sind ebenfalls erhalten geblieben – darauf bin ich aber in den anderen Rezensionen schon näher eingegangen. Positiv hervorzuheben sind die nach wie vor sehr gut gelungene Atmosphäre und die Beschreibungen.

 

Die ersten 100 Seiten waren etwas zäh – nicht immer uninteressant, insbesondere bei der Krönungszeremonie der Zwerge nicht, aber wie schon in einem der früheren Bücher war die Reise zum eigentlichen Beginn der Handlung nicht furchtbar aufregend. Sobald die Charaktere im Wutwald angekommen waren, ging’s sehr flott weiter, und ab dem Punkt hatte ich auch wieder deutlich mehr Lust weiterzulesen.

So gegen Seite 400 bis 450 ist die Vielzahl an zu bearbeitenden Krisenherden innerhalb des Waldes aber erschöpfend geworden – ebenso für die Charaktere wie für mich. Insofern bin ich froh, dass die letzte Bedrohung in kaum mehr als 50 Seiten abgehandelt wird und das Buch sehr knapp darauf endet.

 

Bei den Charakteren hat sich aus meiner Sicht nichts Besonderes getan – Khara ist kurzzeitig wieder zum herablassenden Arsch mutiert, der sie am Anfang war, aber das hat sich glücklicherweise schnell geändert.

 

Ansonsten kann ich beim Weltenbau einzelne Dinge loben – die bereits angesprochene Krönungszeremonie der Zwerge etwa, aber auch die Lösung für die Bannwolke. Gerade die finde ich eine sehr gut gelungene Idee, da sie etwas für die nachfolgenden Generationen hinterlässt, auf das man nach dem Krieg deuten und sagen kann: „Und dort haben sie die Bannwolke so halbwegs in den Griff bekommen.“

Ansonsten fällt mir aber nicht viel zu loben ein – der Wutwald selbst ist atmosphärisch beschrieben und enthält ein paar nette Ideen, aber nach den sehr kreativen ersten paar Büchern ist das Level an Kreativität zu einer Art Standard geworden, der mit dem Wutwald nicht weiter gehoben werden konnte.

 

Mal schauen, was das Grüne Meer bringen wird – „Im Herzen des Wutwaldes“ ist eine okay-e Fortsetzung der Reihe, die ohne die Zeichensetzungsfehler solide, wenn auch nicht beeindruckend wäre.

 

Details zum Roman:

Titel: Im Herzen des Wutwaldes

Autor: Torsten Weitze

Veröffentlicht von: bene Bücher

Erscheinungsjahr: 2020

ISBN: 978-3-947515-79-0

Genre: High-Fantasy

Preis: 16,99€ (s. Datum)

Seiten: 522

Reihe: ja, 9 von 13 (s. Datum)

Bewertung: 2 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 10.02.2021