Die unüblichen Verdächtigen | Highlights 2019

Obwohl ich laut Goodreads eine durchschnittliche Bewertung von 2,6/5 Sternen dieses Jahr vergeben habe, waren erstaunlich viele sehr gute Bücher dabei. Ich habe zwei neue Lieblingsbücher gefunden, einen noch beim zweiten Reread hervorragenden Scheibenweltroman gelesen und ein beeindruckend gutes Sachbuch gefunden.

 

Bevor ich mit der Verbreitung positiver Vibes beginne, möchte ich kurz erklären, wieso es dieses Jahr keine gesonderte Bestenliste für die selbstverlegten Bücher gibt. Der Grund ist ebenso simpel wie irritierend: Von den (zugegebenermaßen nur) sechs SP-Büchern, die ich 2019 gelesen habe, hat eines 2,5 Sterne bekommen. Alle anderen weniger.

 

Man verzeihe mir also, wenn ich dieses 2,5-Sterne-Buch nicht als bestes SP-Buch des Jahres proklamiere, auch wenn es das technisch gesehen ist. Ich werde versuchen, nächstes Jahr eine bessere Selektion an SP-Titeln zusammenzubekommen – dazu dann mehr im Ausblick 2020.

 

Damit möchte ich die schlechten Nachrichten beenden und auf das zu sprechen kommen, für das ich immer noch lese: die Besten der Besten der Besten.

 

 

5. „Regentonnenvariationen“ von Jan Wagner

In gewisser Weise ist das hier ein Ehrengast. Als einziges Buch auf der diesjährigen Bestenliste hat es „nur“ vier von fünf Sternen bekommen. Dennoch ist es den fünften Platz wert, denn: Es ist ein Gedichtband.

 

Ich hab’s nicht so mit Gedichten und tue mir oft schwer damit, zu verstehen, was andere Leute an ihnen so toll finden. Bei „Regentonnenvariationen“ war das kaum der Fall. Es ist eine Sammlung sehr atmosphärischer, sprachverspielter Gedichte, die oft auf Natur und kleine, alltägliche Dingen fokussieren. Womit bewiesen ist, dass mir Pflichtliteratur auch gefallen kann.

 

Rezension: Goodreads

4. „Guards! Guards!“ von Terry Pratchett

Womit ich den obligatorischen Scheibenweltroman abgehakt hätte. „Wachen! Wachen!“ habe ich zum dritten Mal gelesen und abgesehen davon, dass mir während zehn Seiten langweilig war, habe ich absolut nichts auszusetzen. Unterhaltsam, humorvoll, mit sympathischen Protagonisten und einem für Scheibenwelt-Verhältnisse ungewöhnlich nuancierten Antagonisten. Lest es.

 

Rezension: StoryHub

3. „Killerpflanzen“ von Elizabeth A. Dauncey, Sonny Larsson

Ich lese nicht besonders viele Sachbücher, da sie für mich anstrengender zu lesen sind als Fiktion, selbst wenn mich das Thema interessiert. Von denen, die ich gelesen habe, spreche ich meistens nur über die für Literatur Relevanten online, aber dieses Ding hier verdient eine Ausnahme.

 

„Killerpflanzen“ behandelt Pflanzen und deren Giftstoffe. Etwas botanisches/chemisches Wissen ist sicher hilfreich, aber meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig. Selbst ich habe mich durch den Chemie-Teil kämpfen können, und ich bin nicht gerade chemieaffin.

 

Es werden verschieden Pflanzen vorgestellt, deren Toxine auf unterschiedliche Systeme im menschlichen Körper wirken. Zusätzlich zu der Beschreibung, um was für eine Pflanze es sich handelt, um welches Gift es sich handelt, wie es wirkt und wo man es findet, gibt es immer wieder zusätzliche Info-Kästchen, in denen historische Anekdoten zu einigen der Pflanzengifte erzählt werden.

 

Wer das alles halbwegs interessant findet, sollte sich das Buch mal anschauen.

 

Rezension: keine

2. „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams

Herrlich. Scheibenwelt auf Speed. Mit Aliens.

 

„Per Anhalter durch die Galaxis“ ist auf beinahe jeder Ebene absurd, und genau diese Absurdität macht das Buch aus. Es hat seine Eigenheit – beispielweise viele Abschweifungen, um mehr irrwitzige Details zu inkludieren –, aber es ist dennoch herrlich und steht bereits auf der Reread-Liste für 2020. Am besten lässt sich über das Buch schwärmen, indem man es gnadenlos spoilert, deswegen kann ich nicht zu viel darüber schreiben.

 

Ich habe dem Sammelband 4,5 Sterne geben. Deswegen keine fünf, weil ich an einigen Stellen das Gefühl hatte, dass Douglas Adams nicht so wirklich weiß, wie man schreibt – aber da das Buch so absurd ist, passt diese Inkompetenz ins Gesamtbild. Ich hoffe, nach dem Reread kann ich mir ein besseres Bild davon machen, welche der „Fehler“ beabsichtigt sind und welche nicht – und wer weiß, vielleicht gibt’s nächstes Jahr alle fünf Sterne.

 

Rezension: Goodreads

1. „Die Blutkönigin“ von Sarah Beth Durst

Ja, ein neues Fünf-Sterne-Buch ward gefunden, und ja, es ist der Auftakt einer Trilogie, und ja, der zweite Teil ist relativ scheiße. Aber hier geht es um den ersten, und ich liebe den ersten.

 

Zusätzlich zu einer sympathischen Protagonistin, die eine enorme Charakterentwicklung durchmacht, einem gut durchdachten Plot und interessanten Nebenfiguren sticht das Worldbuilding heraus. Nicht nur mit seinem Potenzial, sondern auch mit seiner Umsetzung; mit den ganzen Konflikten, die diese Welt in sich trägt, und von denen noch so viele Geschichten erzählt werden könnten.

 

Rezension: Goodreads