Kurzfassung: "Der dreizehnte Paladin: Ahren" von Torsten Weitze (11. RW)

Ahrens Leben scheint verpfuscht, ehe er bei der Lehrlingsprüfung vom Waldläufer Falk aufgenommen wird. Es scheint, als ob es ab jetzt nur noch bergauf gehen würde, als er einen verbannten Gott weckt – und prompt in einem Konflikt steckt, der vor siebenhundert Jahren pausiert wurde.

Mal wieder gräme ich mich, denn die orthographischen Fehler sind eindeutig zu viele, um sie nicht in die Wertung miteinzubeziehen. Kommata, Groß-/Kleinschreibung, Genitivbildung von Namen wie „Likis“, Satzzeichen, Platzzeichen – ein Korrektor wäre hier dringend nötig gewesen.

 

Schade nur, dass keiner hinzugezogen wurde, denn ansonsten hat „Ahren“ viel zu bieten. Der Schreibstil weist eine Tendenz zu längeren Sätzen auf, reißt mit seinen Gefühlsbeschreibungen nicht nur in einen Lesefluss, sondern den Leser gleich vollends mit, die Umgebungsbeschreibungen zaubern mit wundersamer Regelmäßigkeit Bilder und Atmosphäre in den eigenen Kopf und die Handlungen werden bis auf wenige Ausnahmen flüssig beschrieben. Es gibt genau einen Satz GEBRÜLLE und einzelne Stilblüten oder schlecht gewählte Wörter, ansonsten kann ich mich nicht beschweren.

 

Die Handlung ist nicht besonders vorhersehbar, da auch Ahren nicht weiß, wohin es gehen soll und wieso, und es gibt mehrere größere Überraschungen. Dennoch lassen sich einzelne Szenen ein paar Zeilen zuvor erschreckend genau vorhersagen. Es gibt überdies ein paar Ungereimtheiten, denen aber positive Aspekte wie die sehr glaubhaft geschilderte Ausbildung Ahrens gegenüberstehen.

 

Die Charaktere sind gut durchdacht, vielschichtig und ich hatte keine Probleme damit, mit ihnen mitzufiebern. Im weiteren Verlauf der Reihe würde ich mir wünschen, dass mehr auf Selsena und den, der zwingt eingegangen wird, da gerade bei den beiden noch einiges herausgeholt werden könnte, aber auch sie sind keineswegs abschreckende Beispiele einer Figurenzeichnung.

 

Die Elfen wirken besonders uninspiriert, aber auch bei ihnen gibt es einige Variationen und die Hintergründe sind mir so noch nie untergekommen – ich hoffe, dass sich dasselbe nach Band zwei über die Zwerge wird sagen lassen, denn bisher wurden hier kaum Wagnisse eingegangen. Die nicht unbedingt gut verborgenen Moralen der Geschichte sind alles andere als schädlich und meinetwegen könnte Torsten Wetze gerne noch etwas mehr in die Philosophien hinter diesen eintauchen.

 

Zusammenfassend ist „Ahren“ ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man auch aus einem altbekannten Stoff etwas Schönes und Eigenes schaffen kann, denn viele der Elemente sind keineswegs neu, sondern wurden teilweise so oft ge- und missbraucht, dass sie sonst leicht auf der Liste mit den Kritikpunkten landen. Torsten Weitze versteht es, seine eigene Geschichte aus ihnen zu spinnen, diese mit interessanten Charakteren und einem angenehmen Schreibstil auszustatten und sich so wenige Schlamperein zu leisten, dass es mir geradezu leidtut, einen Stern aufgrund der Orthographie abziehen zu müssen.

 

Daher mein Fazit: Die Geschichte ist es allemal wert, gelesen zu werden. Das nächste Mal aber bitte, bitte, bitte mit Korrektorat, damit ich die verdiente Zahl an Sternen vergeben kann.

Details zum Roman:

Titel: Der dreizehnte Paladin: Ahren

Autor: Torsten Weitze

Veröffentlicht über: Amazon CreateSpace Independent Publishing Platform*

Erscheinungsjahr: 2017

ISBN: 99781520599762

Genre: Fantasy

Preis: 14,99€ (s. Datum)

Seiten: 432

Reihe: ja, Band 1 von ?** (s. Datum)

Bewertung: 3 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 08.04.2017

 

*Bei Amazon steht „independently published“, laut der letzten Seite im Buch wurde es aber von Amazon gedruckt. Ich denke daher, dass es sich um Amazon CreateSpace handelt, stehe aber für Korrekturen offen.

**Zur Zahl der geplanten Bücher habe ich keine Angaben gefunden. Fest steht, es soll eine Fortsetzung geben. (Die „1“ auf dem Cover ist da ein kleiner Wink mit dem Zaumpfahl.)

 

 

Hier geht’s zur Mammutversion (ab 30.06.2017)


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