Kurzfassung: "Von den Grenzen der Erde" von Rebekka Mand (17. RW)

Als Lynns Vater bei einem Überfall stirbt, erfährt sie zwei Dinge: Sie kann den Toten ein Stückweit ins Nachleben folgen und ihr Vater hat einen Schatz versteckt. Von seinen Mördern in die Sklaverei verschleppt muss sie nun einen Weg finden, zurück nach Hause zu gelangen, um dem letzten Wunsch ihres Vaters nachzukommen. Eirik flieht währenddessen vor einem Gerichtsurteil, zeiht sich dabei den Zorn seiner Familie und einen Fluch zu und muss sich alleine durchschlagen. Erst als er mit Lynn zusammenarbeitet, scheinen sich die Dinge zu bessern.

 

 

Einen Stern Abzug für Fehler im Bereich der Grammatik und Zeichensetzung. Es werden beispielweise Akzentzeichen statt Apostrophen als solche verwendet.

Der Schreibstil ist einfach zu lesen, aber nicht so einfach, dass er negativ auffällt. Im Grunde fällt er gar nicht auf. Die Beschreibungen sind im grünen Bereich, wenn man davon absieht, dass gerade auf den ersten 300 Seiten die Emotionen nicht wirklich zu mir durchgekommen sind, und es finden sich nur wenige Dinge, die ich als kritikwürdig empfinde. Umgekehrt gibt es auch nicht viel, das zu loben wäre.

 

Der Aufbau des Romans ist überarbeitungsbedürftig. Die ersten 300 Seiten sind das Vorspiel zum Klappentext und aufgrund mehrerer Umstände, darunter der, dass die Charaktere wohl kaum sterben werden, wenn sie nicht einmal den Klappentext erreicht haben, ausgesprochen langweilig. Die restlichen 340 Seiten sind besser; die Handlung wird vorangetrieben und das Beziehungsdrama ist nicht mehr ganz so wichtig. Die Charaktere werden auch etwas sympathischer.

 

Nicht viel allerdings. Das Höchste der Gefühle war, dass ich nicht mehr geschmunzelt hätte, wäre einer von ihnen gestorben, ganz im Gegensatz zur ersten Hälfte. Ich habe keinerlei Bindung zu irgendeinem der Protagonisten gehabt und ebenso wie diese sind die Antagonisten ebenfalls ziemlich flach ausgefallen. Das Ironische ist, dass ich sehr wohl denke, dass sie in der Theorie gute, dreidimensionale Figuren sein könnten, aber das wurde gründlichst vermieden.

 

Die Welt ist eine sehr grausame. Ich zähle kurz sämtliche Dinge auf, über die diejenigen, die das selbst erleben mussten, vielleicht nicht lesen wollen: Vergewaltigung und versuchte Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Suizid. Letzterer wird aufgrund der Eindimensionalität des ihn betreffenden Charakters nicht gerade vorbildhaft dargestellt, aber darauf gehe ich in der Mammutversion näher ein. Positiv anzumerken bleibt wohl, dass das magische Element zumindest am Anfang gut in der Welt platziert ist.

 

 

"Von den Grenzen der Erde" hat mich mit seinem Titel und einer Schatzsuche gelockt und hat mir, wenn es danach geht, was die meisten Seiten behandeln, Beziehungsdrama, Gewalt, jede Menge Sex und gerade zu Anfang unfassbare Langeweile gegeben. Ich kann diesen Roman daher nicht empfehlen; den zweiten Teil werde ich mir, obwohl mich die versprochene Handlung reizt, aus diesen Gründen nicht kaufen.

Details zum Roman:

Titel: Von den Grenzen der Erde

Autor: Rebekka Mand

Veröffentlicht über: BoD-Books on Demand

Erscheinungsjahr: 2015

ISBN: 9783739208589

Genre: Historischer Roman

Preis: 18,99€ (s. Datum)

Seiten: 640

Reihe: ja, Band 1 von 3 (s. Datum)

Bewertung: 1,5 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 01.03.2018

 

 

Hier geht’s zur Mammutversion (ab 31. März)