Kurzfassung: "Die Sprache der Zeit" (Sven Urban) | 23. RW

Warnstufe 1: Einzelne Spoiler
Warnstufe 1: Einzelne Spoiler

Nichts erscheint Oskar wertvoller als das Geld, das ihm seine Arbeit liefert, und nichts ist mehr Schuld am Untergang seiner Beziehung. Doch nachdem er die Scheidungspapiere unterzeichnet hat, führt ihn ein Buch in eine Bibliothek, in der die Zeit selbst festgehalten wird – und erwartet wird er von Hermes, der sich in den Kopf gesetzt hat, dass er Oskar zu einer neuen Lebenseinstellung verhelfen will, indem er ihm seine eigene Vergangenheit zeigt.

 

Ein Stern Abzug für die Grammatikfehler, die gegen Ende mehr werden und sich hauptsächlich in den Bereichen Beistriche, Großschreibung und fehlerhafte Handhabung von Ellipsen niederschlagen.

 

Der Schreibstil ist sehr füllwörter-, adjektiv- und ausrufezeichenlastig, womit er auf mich pompös wirkt, was mir nicht zusagt. Positiv anzumerken ist das schnelle Tempo, mit dem ich durch den Text gekommen bin.

 

Die Handlung ist meist vorhersehbar und zu Beginn episodenhaft; erst durch die Antagonistin Avarit kommt etwas Schwung in die Sache und die Übergänge vom einen Buch, das von Oskar und seiner Frau handelt, zum anderen wirken weniger repetitiv.

 

Oskar hat als Charakter nicht viel her gemacht, obwohl er solide ausgearbeitet ist, und Hermes ist mir nicht sympathisch, auch wenn seine Herkunft das geringfügig abschwächt. Avarit hat weder Motivation noch einen Charakter im engeren Sinne, sodass sie als Antagonistin kaum etwas taugt – und für die Protagonisten zu mächtig ist.

 

Das größte Problem liegt im Weltenbau der Bibliothek, bei der fast nichts einen Sinn ergibt – und nicht im guten, surrealen Sinn, sondern im haareraufenden Sinn. Das Machtverhältnis zwischen Gestalten (wie Avarit) und Menschen ist unklar, die Motive der Gestalten ebenso, und wie die aufgeschrieben Zeit funktioniert, ist nicht erklärt – kurzum, die Regeln der Bibliothek und ihrer Bewohner sind nicht definiert, erwecken dabei aber nicht den Anschein, dass das Absicht wäre.

 

 

Alles in allem weist „Die Sprache der Zeit“ Mittelmäßigkeit bei Schreibstil, Handlung und Charakteren auf, punktet mit einem enorm hohen Lesetempo und versagt bei der Bibliothek. Ich würde das Buch nicht empfehlen, aber es gelesen zu haben, richtet auch keinen Schaden an.

Details zum Roman:

Titel: Die Sprache der Zeit

Autor: Sven Urban

Veröffentlicht über: Books on Demand

Erscheinungsjahr: 2018

ISBN: 978-3-7528-4129-9

Genre: Low-Fantasy

Preis: 11,99€ (s. Datum)

Seiten: 340

Reihe: nein (s. Datum)

Bewertung: 2 von 5 Sternen (s. Datum)

 

Stand: 30.10.2018