Kurzfassung: "Xerubian: Aath Lan'tis" von Andreas Hagemann (10. RW)

Der Inspektor Dalon wird mit der Aufklärung eines Diebstahls beauftragt. Rasch führen ihn die Spuren zu einem sagenumwobenen Volk, das hinter dem Ozean lebt – und das er zu finden gedenkt, um das Diebesgut zurückzubringen. Zusammen mit seinem Dienstdrachen Nerol, dem Boten Martandi, dessen Drachen Dragon und dem kleinen Muliks machen sie sich auf den Weg, der sie in ein Abenteuer führt, das ihre Erwartungen übersteigt.

Trotz vierer Lektoren/Korrektoren finden sich weit mehr als genug Fehler, um einen Stern für Orthografie abzuziehen. Hinzu kommen einige Füllwörter sowie verschluckte oder aus einem vorherigen Satzentwurf vergessene Wörter.

 

Dennoch gestaltet sich der Lesefluss als angenehm. Die Satzlängen sind ausgewogen, weisen aber eine Tendenz zu kürzeren Exemplaren auf. Den Beschreibungen geht es nicht so hervorragend – die der Handlungen machen ab und an mal Sprünge, die der Umgebung sind mal detailliert, mal konfus, und die der Gefühle bleiben überwiegend beim Tell, anstatt die betitelte Emotion in Szene zu setzen.

 

Die Handlung ist in den wesentlichen Plottwists vorhersehbar, aber ansonsten unterhaltsam zu lesen, da viele Kleinigkeiten nicht zu erraten sind. Störend ist die große Zahl an Logiklücken und Ungereimtheiten.

 

Interessante Charaktere sucht man hier vergebens. Es gibt keine nennenswerten Konflikte, alle sind klar die Guten oder die Bösen, und wenn sie auch überwiegend eine brauchbare Motivation für ihre Handlungen haben, so wirkt diese meistens generisch oder nicht der Rede wert, da die Handlungen nicht der Rede wert sind.

 

Auffallend ist die passive Rolle der Frauen (hauptsächlich als Namen oder Hausfrauen) ebenso wie die Satire, die sich nach etwa einhundert Seiten sehr unschön dem Ernst zuwendet, der das Buch dann auch mit eiserner Hand regiert, bis es zu Ende ist. Wie die Beziehung zwischen Menschen und Drachen gestaltet ist und vor allem wieso, ist mir ausgesprochen unklar. Lobend muss ich das Konzept von Aath Lan’tis erwähnen; hier wurde nicht mit Kreativität gespart.

 

 

Zusammenfassend ein zunächst unterhaltsames Buch, das aber bei der Konfrontation mit Lu-Ser offenbar vor seinem eigenen Vorhaben – satirisch zu sein – kapituliert und sich stattdessen aus Dialekt, Slapstick-Humor, uninteressanten Charakteren, löchriger Handlung und einem Schreibstil zusammensetzt, der in Ordnung ist, aber auch nicht unbedingt eine Erleuchtung.

Details zum Roman:

Titel: Xerubian: Aath Lan’Tis

Autor: Andreas Hagemann

Veröffentlicht über: Books on Demans

Erscheinungsjahr: 2015

ISBN: 978-3-7386-1668-2

Genre: Fantasy

Preis: 13,40€ (s. Datum)

Seiten: 364

Reihe: ja, Band 1 von 3 (s. Datum)

Bewertung: 2 von 5 Sternen (s. Datum)

Stand: 30.03.2017

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas Hagemann (Montag, 15 Mai 2017 13:11)

    Hallo Awen,
    vielen Dank für dein ehrliches Feedback. Da deine Rezension so konträr ist zu den bisherigen Kritiken ist, hätte ich zwei Fragen an dich. Hast du Beispiele für Logiklücken und Ungereimtheiten? Inwiefern gestaltet sich der Wechsel von Satire zu Ernst unschön?
    Ein Punkt hat mich irritiert. Die Beziehung Mensch/Drache wird eigentlich erläutert, auch warum und wie sie zusammenleben. Hier sei das Landen auf Märkten für Drachen genannt.
    Da der Rest Geschmackssache ich, nehme ich das einfach mal so hin :) Ich komme allerdings nicht umhin einzugestehen, dass die Entstehung des ersten Teils bereits 15 Jahre her ist. Wird Zeit für eine Überarbeiten, denke ich ;)
    Viele Grüße
    Andreas

  • #2

    Awen Eibner (Montag, 15 Mai 2017 13:27)

    Hallo,
    es freut mich, dass du meine Kritik so gut aufnimmst! Am 31. Mai werde ich eine umfassende Kritik hochladen (und dich wieder auf Twitter verlinken; du bekommst sie also sicher mit). Ich hoffe, dass ich in dieser deine Fragen klären kann - wenn nicht (oder wenn du ein Beispiel als falsch interpretiert empfindest), schreib mir das gerne, dann möchte ich nach bestem Verständnis antworten.
    Freundliche Grüße,
    Awen