Lesejahr 2017: Viele Bücher, wenige Sterne

Je nachdem, welche Zahlen ich mir hierzu ansehe, bin ich irgendetwas zwischen glücklich und unzufrieden. 2016 hatte ich beispielweise 25 Bücher gelesen – 2017 waren es 31, wobei die Seitenzahl geringfügig niedriger ist. Die Sternebewertung hingegen ist den Bach runtergegangen, denn durchschnittlich habe ich 2,3 Sterne vergeben.

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Ein paar Statistiken

Bevor ich darauf zu sprechen komme, welche Bücher ich nun gelesen habe, möchte ich auf ein paar Zahlen aufmerksam machen. Letztes Jahr ist das Ganze in einen relativ langweiligen Text ausgeartet, deswegen dachte ich mir, ich füge dieses Mal ein paar lustige Diagramme hinzu, an denen absolut nichts Lustiges ist.

Fangen wir mit der Sterneverteilung an. Wie euch vielleicht auffällt, hätte es bis zu fünf Sterne zu bewerten gegeben, aber die Höchstwertung hat dieses Jahr nicht ein einziges Buch erreicht, womit ich auch nicht wirklich ein Jahreshighlight habe.

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Als nächstes die Verteilung zwischen Selfpublishern- und Verlagstiteln. Hier bin ich im Großen und Ganzen zufrieden – ich habe zwar ein Buch weniger aus dem selbstverlegten Bereich gelesen, als ich eigentlich geplant hatte (und eines noch im Vorjahr, dessen Rezension 2017 veröffentlicht wurde), aber ich bin ziemlich froh darüber, dass die deutlich längere Verlagswunschliste auch zum Zug gekommen ist.

 

Zuletzt noch die Verteilung nach Genres. Der fast schwarze Teil nimmt sieben Prozent ein – die Zahl ist etwas schlecht zu lesen. Unter „Anderes“ hat sich dieses Jahr hauptsächlich Pflichtliteratur gefunden (so nette Dinge wie „Parzifal“ und tatsächlich nette Dinge wie „Hamlet“).

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Verlagsromane

Da ich im Ausblick letzten Jahres glücklicherweise meine vollständige Wunschliste inkludiert habe, kann ich die jetzt Schritt für Schritt durchgehen und mir ansehen, was so gelesen wurde und wie es mir gefallen hat. Die Bücher, die ich nicht gelesen habe, werde ich dabei nur kurz erwähnen, da sie im Ausblick mehr Raum bekommen werden. Mit einem Klick auf den Titel kommt ihr zur Rezension.

 

Die „Herr der Ringe“-Trilogie von J.R.R. Tolkien hat mich nicht begeistern können, aber den zweiten Band fand ich gut und ich mag die Tatsache, dass ich dieses Urgestein auch mal gelesen habe.

Die Königin der Schatten“ von Erika Johansen ist mit vier Sternen eines der eher raren guten Bücher des Jahres gewesen. Den zweiten Band werdet ihr im Ausblick finden.

Glück ist eine Gleichung mit 7“ von Holly Goldberg Sloan war ein Annäherungsversuch an ein Genre, in dem ich sonst nichts lese, der eher mittelmäßig ausgefallen ist. Ich würde das Buch nicht als schlecht bezeichnen, aber wirklich mehr als nette Unterhaltung für zwischendurch ist es nicht.

Die Stadt am Kreuz“ von Rafaela Creydt war mein letzter Fantasyroman des verschiedenen Jahres und wer einen Faible für Weltenbau hat, sollte sich ihn dringend mal ansehen.

Die Farben der Magie“, ebenso der Nachfolger „Das Licht der Phantasie“ von Terry Pratchett sind die Beginne der Scheibenweltreihe. Meine Gefühle sind eher gemischt – ich weiß, dass mir die Reihe letztlich enorm gut gefällt, aber die beiden sind halt noch etwas schwach, insbesondere im Vergleich zu einigen späteren Romanen.

Wonderbook“ von Jeff VanderMeer ist ein liberaler Schreibratgeber, der insbesondere für Anfänger einiges an Tipps beinhaltet, von dem aber auch ich mir noch ein paar Dinge mitnehmen konnte.

 

Während des Jahres auf die Wunschliste gewandert und direkt gelesen wurden:

Der Marsianer“ von Andy Weir war eher ein Lückenfüller, sowohl von meiner Bewertung her als auch vom Lesezeitpunkt, denn ich hatte im August eine enorme Leselust, der sich bedauerlicherweise mangelnde Literatur in den Weg gestellt hat.

Nenne drei Nadelbäume: Tanne, Fichte, Oberkiefer: Die witzigsten Schülerantworten“ von Lena Greiner und Carola Padtberg-Cruse war ein Weihnachtsgeschenk und mäßig unterhaltsam. Ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen, aber wirklich schlecht war es auch nicht.

Das Problem mit den Frauen“ von Jacky Fleming hat sich sehr schnell lesen lassen, da es hauptsächlich aus Bildern bestand, und war ebenfalls eher durchschnittlich.

Alpha & Omega: Apokalypse für Anfänger“ von Markus Orths war … etwas. Sehr unkonventionell und ein wenig abgefuckt, würde ich sagen. Also ja.

Flammenwüste“ von Akram El-Bahay war ein totaler Reinfall. Gelangweilte Kamele. Überall!

Die Töchter des Drachen“ von Wolfram Hohlbein war mein Test, ob die Hohlbein-Romane wirklich so … besonders sind, wie ich sie aus meinen Teenager-Jahren in Erinnerung hatte, und die Antwort lautet: Ja. Finger weg davon. Es sei denn, ihr mögt Hohlbein, in dem Fall … schön für euch?

 

Hinzu kommen noch ein paar Pflichtlektüren, die ich an der Stelle einfach nur auflisten werde:

Woyzeck“ von Georg Büchner,

Hamlet“ von William Shakespeare,

Iphigenie auf Tauris“ von Johann Wolfgang von Goethe,

Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von Kleist,

Parzifal“ von Wolfram von Eschenbach.

 

Zuletzt noch die Bücher, die ich noch aus dem Jahr 2016 auf der Wunschliste habe – ich werde dazu im Ausblick mehr schreiben, aber der Vollständigkeit halber:

Anansi Boys“ von Neil Gaiman,

Die Schwerter von Dara: Seidenkrieger“ von Ken Lui,

Der Fluch des Wüstenfeuers“ von A.S. Bottlinger,

Warbreaker“ von Brandon Sanderson

Die Brücke der Gezeiten“ von David Hair.

Selbstverlegte Romane

Hier hatte ich zu Neujahr lediglich ein Buch auf der Wunschliste, nämlich „Die Saga der Drachenrüstung“ von Elvira Zeißler, die ich auch gelesen habe und an der ich nichts Besonderes finde. Daher hier die restlichen acht Bücher, die ich im Laufe des Jahres ausgegraben habe:

Die Legende von Enyador“ von Mira Valentin, ein ziemlicher Reinfall trotz vielversprechenden Konzepts.

Pharos: Die Unwandelbaren“ von Laura Labas hatte definitiv seine Stärken, die jedoch von Stilblüten und einer ganz bestimmten Protagonistin begraben wurden.

Jenseits der Götter“ von Daniel Krinke ist ein meiner Meinung nach etwas unüblicher Science-Fiction-Roman, vor dem ich noch immer einen gewissen Respekt habe, wenn das auch nicht unbedingt von meiner Sternewertung reflektiert wird.

Xerubian: Aath Lan’Tis“ von Andreas Hagemann lässt sich zur Humoristischen Fantasy rechnen, die mich nicht so wirklich zum Lachen bringen konnte.

Lichtsturm: Die weiße Festung“ und der Nachfolger „Die andere Welt“ von Mark Lanvall war die erste Reihe des Jahres, die mich zum Lesen des zweiten Bandes bewegen konnte, und dabei auch die erste selbstverlegte, der das gelungen ist. Es gibt definitiv einiges zu loben, vor allem am ersten Band, aber im zweiten wurde der Fokus mehr auf die Dinge gelegt, die mir weniger zugesagt haben, also war’s das an der Stelle für mich. 

Der dreizehnte Paladin: Ahren“ und der zweite Teil „Die Ernennung“ von Torsten Weitze zählen zu meinen Lieblingsromanen dieses Jahres, obwohl sie je nur drei Sterne bekommen haben (Korrektorat, Herr Weitze, bitte!). Der dritte Teil liegt bereits bei mir herum und bisher kann ich die Reihe – abgesehen von den Grammatikfehlern – fast nur loben. Die Charaktere und der Weltenbau sind hervorragend, der Schreibstil trägt die Geschichte gut und die Handlung ist überwiegend stimmig.

Lesechallenge

Teilgenommen habe ich an der Edelstein-Lesechallenge von Prowling Books, die ich mit insgesamt 18 Punkten abschließe. Das ist deutlich weniger als die Hälfte, aber ich muss sagen, dass ich zufrieden bin. Zwar habe ich knapp mehr als dreißig Bücher gelesen, aber nicht alle haben sich für die Aufgaben geeignet und da ich von vornherein gesagt habe, dass ich mein Leseverhalten nicht anpassen werde, mag ich meine achtzehn Punkte.

Leseziele

Letztes Jahr hatte ich mir drei Ziele ausformuliert, die ich 2017 erreichen wollte. Und was soll ich sagen, außer: Ich klopfe mir dann mal auf die Schulter.

1. 22 Bücher lesen. Mit 31 gelesenen Büchern kann ich den Punkt getrost als abgehakt betrachten.

2. Eine Buchreihe beginnen, wobei die Voraussetzung war, dass ich zumindest zum zweiten Band noch greifen möchte. Das ist mir hervorragend gelungen, und das mehrfach noch in der ersten Jahreshälfte. Zu erwähnen sind die Lichtsturm-Reihe, die ich zwar nach Band zwei abgebrochen habe, aber mehr war auch nicht Voraussetzung, die Paladin-Reihe, bei der ich bei Band zwei von dreizehn geplanten und nach wie vor begeistert bin, und Die Königin der Schatten, deren zweiten Teil ich bald lesen möchte.

3. Die Scheibenwelt-Reihe weiterlesen. Mit Band eins und zwei ist mir das gleich doppelt gelungen.

 

Wie ihr seht, es gab einiges im letzten Jahr, das gut gelaufen ist – insbesondere meine Leseziele, die deswegen „Leseziele“ heißen, weil sie mir tatsächlich wichtig sind. Dass ich so viele Griffe ins Klo hatte, ist das größte Manko meines Lesejahres 2017 – ich hoffe mal, dass sich das im nächsten Jahr wieder normalisieren wird.