Lesejahr 2018: Mehr Bücher, mehr Regelm

Welche meiner Leseziele ich letztes Jahr erreichen konnte, habe ich euch bereits vorgestellt. Und obwohl der erste Monat bereits ins Land gezogen ist und sich einen Bauernhof aufgebaut hat, habe ich einige weitestgehend unberührte Pläne fürs begonnene Jahr.

 

 

But first: Neue Regelungen

Immer wenn ich mit jemandem über Bücher spreche, der … nicht ich ist, bin ich erstaunt, wie ungeplant gelesen wird und wie viele Regeln ich mir bereits selbst auferlegt habe. Was soll ich sagen, ich mache fröhlich weiter:

Die Fünf-Jahre-Regelung bezieht sich auf die Dauer, wie lange Bücher auf meiner Wunschliste bleiben. Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich eine ellenlange Liste ungekaufter Bücher statt eines großen SuBs habe, aber ebenso wie bei diesem stellt sich die Frage, ab welchem Zeitpunkt es sinnvoll ist, noch einmal zu überdenken, ob ich dieses Buch wirklich lesen möchte. Ich habe mich dazu entschieden, dass dieser Zeitpunkt nach fünf Jahren gekommen ist – erstens ist das eine nette Zahl, zweitens setzt sie mich nicht unter Druck und drittens ist sie nicht vollkommen unrealistisch. Ich habe noch immer Bücher auf meiner Wunschliste, die 2016 eingezogen sind, also würden mich zwei Jahre enorm unter Druck setzen, zumal die Liste auch nicht gerade kleiner wird. „Die Stadt am Kreuz“, die ich im Dezember 2017 nach knapp zwei Jahren Wartezeit gelesen habe, hat mich überzeugen können; mein Lesegeschmack scheint sich also nicht dramatisch innerhalb von zwei Jahren zu wandeln.

Drei und vier Jahre würden mich ebenfalls unter Druck setzen – ich würde das Gefühl haben, dieses oder jene Buch noch unbedingt lesen zu müssen, sonst … sollte ich mir die Leseprobe noch einmal anschauen. Kurz gesagt mache ich ein großes Drama, wo keines ist, weswegen ich eine lockere Regelung bevorzuge.

Zweitens habe ich mir vorgenommen, nicht mehr als drei Reihen gleichzeitig zu lesen. Das Vorhaben ist jedoch nur bedingt bindend, und zwar aus zwei Gründen. Erstens lese ich aktuell vier Reihen – wenn man die Fortsetzung zu „American Gods“ dazuzählt – und zweitens würde ich mir ordentlich ins Knie schießen, würde ich von den wenigen interessanten SP-Romanen, die mich interessieren, auch noch alle in die Warteschleife legen, die ein Reihenauftakt sind.

Insofern gilt dieses Vorhaben lediglich für Verlagsromane, was kein sonderlich großes Problem ist, da noch einige Einzelbände auf der Wunschliste stehen, die jetzt eben bevorzugt werden, bis wieder ein Platz für eine neue Reihe frei wird. Der Gedanke dahinter ist im Übrigen der, dass ich jede Reihe alle paar Monate fortsetzen möchte, anstatt ständig neue anzufangen und trotz vorhandener Bücher die begonnen nicht zu lesen.

 

Dementsprechend habe ich meine Wunschliste mit lustigen neuen Symbolen aufgepeppt, sodass sie jetzt nicht nur aus langweiligen Buchstaben besteht.

 

Werde ich definitiv 2018 lesen

Awens Vorstellung von "neuen, lustigen" Symbolen.
Awens Vorstellung von "neuen, lustigen" Symbolen.

Aus dem letzten Vorhaben lassen sich die Bücher dieser Kategorie bereits ableiten: Reihenfortsetzungen, die ich eigentlich eh schon seit Ewigkeiten (oder einem halben Jahr) lesen möchte.

Anansi Boys“ von Neil Gaiman steht nicht nur ganz oben auf der Liste, sondern auch schon in meinem Regal und wird voraussichtlich das nächste Buch sein, das ich lese. Mein Buchdealer des Vertrauens hat mir zugesichert, dass es sehr gut sein soll. Die Erwartungen sind hoch.

Das Erbe des Zauberers“ von Terry Pratchett ist der dritte Band der Scheibenwelt-Reihe und ich habe das Gefühl, dass ich ihn in den nächsten zwei, drei Monaten lesen werde. Ich lechze zurzeit geradezu nach einem guten, humorvollen Roman im Stile Pratchetts.

Die Königin der Schatten: Verflucht“ von Erika Johanson wird einiges zu leisten haben, vor allem beim Weltenbau, und ich habe nichts Schönes darüber gehört, wie gut das umgesetzt wurde. Dementsprechend bin ich ein wenig … unsicher, schätze ich mal, aber nachdem mir der erste Band wider Erwarten doch ziemlich gut gefallen hat, möchte ich die Reihe nicht einfach so abbrechen.

Der dreizehnte Paladin: Die Schlafende Mutter“ von Torsten Weitze soll im Sommer erscheinen. Trotz des dritten Bandes, der den ersten beiden nicht das Wasser reichen kann, freue ich mich darauf und hoffe, dass es sich bei Band drei nur um einen Ausrutscher gehandelt hat, der in ein paar Monaten wieder auskuriert ist.

 

 

Keines dieser vier Bücher werde ich in den beiden unten stehenden Wunschlisten noch einmal erwähnen; abgesehen vom letzten sind alle Verlagsromane.

 

Wunschliste: Verlagsverlegte Bücher

Brace yourself, siebenundzwanzig Absätze are coming.

Die Schwerter von Dara: Seidenkrieger“ von Ken Lui nehme ich aus dem Jahr 2016 mit. Ja, ich bin noch immer nicht dazugekommen, das Ding zu lesen, und ich habe gesehen, dass inzwischen der zweite Band erschienen ist. Es ist einer von zwei Reihenauftakten, die noch aus 2016 übrig geblieben sind, also bin ich relativ zuversichtlich, dass ich ihn dieses Jahr lesen werde.

Der Fluch des Wüstenfeuers“ von A.S. Bottlinger ist ebenfalls seit zwei Jahren auf der Liste und ich weiß noch ungefähr so viel von dem, was mich am Konzept begeistert hat: Das Setting ist ein Wüstenreich, es geht um Magie, die nur von Männern ausgeübt werden darf, und um eine Frau, die ins Gefängnis geworfen wurde und Magie wirken kann. Standalone, also wird das sehr wahrscheinlich bald gelesen.

Warbreaker“ von Brandon Sanderson ist ebenfalls bereits langjähriger Gast auf der Wunschliste und ein Einzelband. Es ist nicht nur ein Einzelband, sondern auch eines von fünf englischen Büchern auf der Liste; ich denke, ich werde es dieses Jahr endlich lesen.

Die Brücke der Gezeiten“ von David Hair ist der zweite Reihenauftakt mit zweijähriger Wunschlistenerfahrung. Von der Reihe sind mindestens sechs Bücher draußen und ich weiß nur noch vage, um was es gehen soll. Dank der Reihenregelung habe ich keine Ahnung, ob und wann ich dieses Jahr zur Lektüre kommen werde.

Der Feuerstein“ von Rae Carson markiert den Übergang zu den Büchern, die es 2017 auf die Wunschliste geschafft haben. Es handelt sich dabei um einen Reihenauftakt von an jüngere Teenager gerichtete Romane. Protagonistin ist eine übergewichtige Prinzessin, und wie mit diesem Thema bereits auf den ersten paar Seiten umgegangen wird, zusammen mit einigen anderen, für ein Kinderbuch eher schwierigen, hat mich dazu gebracht, es auf die Wunschliste zu setzen.

Earthborn: Die brennende Welt“ von Paul Tassi ist der Auftakt einer SciFi-Reihe, die ein postapokalyptisches Setting hat. Der Hauptgrund, aus dem ich das Buch lesen möchte, ist jedoch „Aliens“. In meinen Augen sind sie die Elfen der SF und genauso wie bei den Darstellungen der Elfen in der Fantasy habe ich trotz geringer Erfahrungen mit der Science-Fiction gewisse Anforderungen an die Darstellung von Aliens, und das, was ich in der Leseprobe von „Earthborn“ kennen gelernt habe, klingt vielversprechend.

Feuer der Leere“ von Robert Corvus ist ein SciFi-Einzelband, von dem ich mir vor allem grandioses Worldbuilding erwarte. Es wird mein zweiter Corvus-Roman sein, und dementsprechend wird er die Chance haben, mein Urteil über „Grauwacht“ zu wiederholen oder zu bestätigen, dass eine gewisse Weiterentwicklung stattgefunden hat.

Monsterkontrolle: Die Schonzeit für Mutanten ist vorbei!“ von A. Lee Martinez verspricht humoristische Fantasy von jemandem, der nicht Pratchett ist. Als Einzelband sehe ich gute Chancen, dass ich es dieses Jahr lesen werde, und: Ich bin sehr gespannt, ob ich Martinez auf die Liste der Autoren mit tatsächlich witzigen Büchern setzen kann.

Kinder des Nebels“ von Brandon Sanderson ist ein Fantasy-Reihenauftakt und ja, ich werde wahrscheinlich die deutsche Übersetzung lesen, auch wenn das etwas teurer wird als die englische.

Die Farm der Tiere“ von George Orwell zählt zu dem, was gemeinhin als „Klassiker“ bezeichnet wird, und ist eines dieser Werke, von dem ich ständig etwas gehört habe, insbesondere natürlich den Satz „Alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher als gleich“. Und jetzt möchte ich eben wissen, was es mit dem Ding auf sich hat.

Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams ist für mich zum Pflichtprogramm avanciert. Der Film hat mir, steinigt mich ruhig, schon recht gut gefallen; vor einigen Jahren hat eine Freundin die Bücher gelesen und war von ihnen begeistert; durch die „Lost in Adaptation“-Episode von Dominic Smith habe ich nochmal Lust darauf bekommen. Ich werde es aber erstmal auf Deutsch lesen, weil ich mir nicht sicher bin, ob mein Englisch bereits gut genug ist, um es in voller Pracht zu genießen.

The Ark: Die letzte Reise der Menschheit“ von Patrick S. Tomlinson ist ein SciFi-Reihenauftakt, der, wenn ich mich richtig erinnere, auch Krimielemente enthält. Um ehrlich zu sein sind die Erinnerungen ziemlich vage.

Rebellion: The First Empire“ von Michael J. Sullivan ist ein Fantasy-Reihenauftakt, bei dem es um sterbliche Götter geht, gegen die die Menschen rebellieren. Etwas in die Richtung.

Der Drachenbeinthron“ von Tad Williams ist wohl in gewisser Weise ein Fantasyklassiker, oder doch zumindest eine recht bekannte Reihe von einem sehr bekannten Fantasyautor. Ich bin 2017 auf ihn gestoßen, weil er eine neue Reihe in derselben Welt die „Drachenbeinthron“ begonnen hat, weswegen ich jetzt die gesamte Reihe mal anlesen möchte.

Ella Enchanted“ von Gail Carson Levina ist eine Märchenadaption von „Cinderella“, durch die ich auf „Lost in Adaption“ gekommen bin. Ich bin sonst kein großer Fan von Märchen generell und dementsprechend auch nicht ihrer Rezeption in der Fantasy, aber „Ella“ klingt dann doch zu verlockend, um es nicht zumindest mal probiert zu haben.

Nebula Convicto: Grayson Steel und der Verhangene Rat von London“ von Torsten Weitze steht auf der Liste, weil es von Torsten Weitze ist. Zwar bin ich dank der „Ehernen Stadt“ noch nicht an dem Punkt angekommen, an dem einfach alles mit Weitzes Namen drauf automatisch auf die Wunschliste wandert, aber erneut faszinieren mich die Ideen, die hinter der Leseprobe stehen, weswegen ich auch in diese Reihe hineinschnuppern möchte.

Die Lebensansichten des Kater Murr“ von E.T.A. Hoffmann ist ein weiterer … „Klassiker“, der es auf die Wunschliste geschafft hat. Es soll eine sehr witzige Erzählung sein und ich bin gespannt, wie sich die ganze Sache mit den eingeschobenen Kapiteln des Kapellmeisters lesen wird.

Alcatraz Versus the Evil Librarians“ von Brandon Sanderson ist erneut auf Englisch und richtet sich erneut an ein eher junges Publikum, aber es klingt höchst amüsant, und da ich sowieso eine gewisse Abneigung gegen Bibliotheken verspüre, bin ich an Bord.

Dantons Tod“ von Georg Büchner ist der letzte „Klassiker“ auf der Wunschliste und das einzige Theaterskript.

Der Turm der Raben“ von Kate Forsyth behandelt Satyre. Und es kommen in der Leseprobe geflügelte Pferde vor. Und eine interessante, konfliktbeladene Protagonistin. Weil es ein Reihenauftakt ist, wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis ich es lesen werde, aber es klingt so gut, verdammt nochmal.

Das Erwachen des Feuers“ von Anthony Ryan war ein wenig ein Wackelkandidat. Ich habe ziemlich weit in die Leseprobe hineingelesen, bis ich beschlossen habe, dass ich es mal versuchen möchte. Für die drei Personen, die diese 2017-Neuerscheinung nicht mitbekommen haben: Es sind Drachen dabei, deren Blut seinen Konsumenten magische Fähigkeiten verleiht, und es kommt eine mystische Maschine vor, und irgendwann soll es auch eine Expedition geben.

Ilse Witch“ von Terry Brooks zählt wohl ganz offiziell zu den Fantasyklassikern. Ich denke mal, ich werde mich auf Englisch an die Sache heranwagen.

Borne“ von Jeff VanderMeer ist ein SciFi-Roman von dem Autor, von dem ich dieses Jahr den Schreibratgeber „Wonderbook“ gelesen habe, und ja, die Ideen klingen wirklich höchst phantastisch. Ich erwarte mir einiges von dem Buch, da ich, wie gesagt, einen Phantastik-Schreibratgeber von diesem Autor gelesen habe und sehen möchte, wie er seine eigenen Tipps in seinen Büchern berücksichtigt.

Der Pfau“ von Laurie Forest ist eine Highland-Komödie, wenn ich mich nicht vollkommen irre. Das Konzept funktioniert zumindest in ähnlichen Filmen, also möchte ich es mal in Buchform ausprobieren.

Prador Moon“ von Neal Asher hat ein paar interessante Worldbuilding-Ideen, aber der Hauptgrund, warum der SciFi-Auftakt auf der Wunschliste gelandet ist, ist mal wieder Herr Smith, dieses Mal in Form seiner „November Nanos“. Er hat gemeint, der Weltenbau soll während der gesamten Reihe hervorragend sein. Ich lasse mich mal überraschen.

Die Blutkönigin“ von Sarah Beth Durst ist ein Fantasy-Reihenauftakt, dessen Ideen mich in den Bann geschlagen haben. Ich kann mich praktischerweise nur bedingt daran erinnern, was das für Ideen waren, aber ich habe bereits einige gute Rezensionen zu dem Roman gelesen und freue mich schon darauf, in zwei bis drei Jahren das Lektürevergnügen zu beginnen.

 

Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann ist erst vor ein paar Tagen auf die Liste gewandert. Es handelt sich dabei um einen Reread, da das eine meiner Klassenlektüren war. Ich bin jüngst über einen kleinen Ausschnitt des Romans gestolpert und fand ihn noch immer lustig, also habe ich beschlossen, dass ich das ganze Ding noch einmal lesen möchte.

 

Wunschliste: Selbstverlegte Bücher

Genauso wie letztes Jahr ist diese Liste sehr, sehr kurz, was daran liegt, dass ich in erster Linie darauf achte, für den nächsten Monat eine Lektüre parat zu haben. Ich spoilere euch mal, was die Märzrezension sein wird:

 

Von den Grenzen der Erde“ von Rebekka Mand. Ein historischer Roman mit Phantastik-Elementen und mehr als sechshundert Seiten, und mein erstes Qindie-Buch. Qindie soll eine Art Gütesiegel für SP-Bücher darstellen und ich bin schon gespannt darauf, für welche Güteklasse ich dieses Siegel in Zukunft kennzeichnend halten werde.

 

Lesechallenge

Nachdem mir die Edelstein-Challenge aus dem letzten Jahr Spaß gemacht hat, habe ich mich dieses Jahr dem Drachenlesenest angeschlossen, für das ich bereits die ersten Punkte sammeln konnte. Wenn mich eine weitere Challenge im Laufe des Jahres anspricht, kann es gut sein, dass ich mich auch an ihr beteiligen werde, aber vorerst ist das Drachennest die einzige.

 

Leseziele: Alle Quartale wieder

Konkrete Ziele habe ich nicht, um ehrlich zu sein. Einige Herausforderungen, ja – beispielweise möchte ich 27 Bücher lesen, wie ich bereits auf Goodreads festgehalten habe. Und natürlich möchte ich generell so viel von meiner Wunschliste lesen, wie mir möglich ist. Aber dafür, dass ich mir dieses Jahr beim Schreiben bereits sehr konkrete Ziele gesteckt habe, lasse ich es beim Lesejahr 2018 ruhiger angehen.

Einzige Ausnahme ist das Projekt Alle Quartale wieder, das ich deswegen ins Leben gerufen habe, weil es einen Haufen Pflichtliteratur gibt, die ich unter Umständen nicht zeitgerecht lese, von der ich aber einsehe, dass ich sie lesen sollte, in erster Linie deswegen, weil mir sonst ständig vorgeworfen wird, dass ich sie noch nicht gelesen habe. Der Gedanke ist, dass ich mir von den über zwanzig Büchern, die zu diesem Projekt zählen, jedes Quartal eines raussuche und lese - das mit dem Raussuchen werde ich wohl zufällig machen, außer für das erste Quartal 2018, weil ich das Buch bereits im Regal habe.

 

Und damit endet die Ausblickreihe mit lediglich zwei oder drei Wochen Verspätung. Bis zum nächsten Jahr.