Monatsfortschritt: Juli 2018

Das war definitiv der längste Monat seit langem. Es hätte mich rein vom Gefühl her nicht gewundert, hätte man mir gesagt, heute wäre der zweite September, nicht der zweite August – auch wenn sich das rechnerisch nicht ausgegangen wäre.

Es war auf beinahe allen Ebenen viel los, und damit meine ich auch ein ständiges Auf und Ab meiner Leistungen und Ansprüche an mich selbst; das betrifft fast alles, was ich hier nennen werde, und noch einen Haufen Zeug, den ich sonst so zu erledigen hatte.

 

Ich fange mal mit etwas Außergewöhnlichem an: Insgesamt habe ich diesen Monat 19.500 Wörter geschrieben. Das ist eine solide fünfstellige Zahl. Neunzehn. Und dann ein „Tausend“ dahinter.

In gewisser Weise war das geplant – ich hatte vor, diesen Monat wieder meine Schreibzielen bei C.p. zu erreichen, was bedeutet, von etwa 42.000 Wörtern auf 70.000 zu kommen. Dafür hätte ich also zu wenig geschrieben – real ist es sogar noch weniger, da ein guter Teil dieser Wörter, nämlich 10.800, zu einem neuen Projekt gehören, das ich spontan begonnen habe und das ein Low-Fantasy-Buch mit Krimielementen wird. Wenn ich es fertig bekomme.

Im Gegensatz zu C.p. ist es ein einhundertprozentiges Spaßprojekt, und diesen Namen hat es sich redlich verdient. Mir sind außerdem Zweifel gekommen, ob es wirklich so eine gute Idee ist, alle fünf (geplanten) Bücher rund um A.p. auf einmal zu schreiben, bevor der erste Band überarbeitet ist. C.p. werde ich ziemlich sicher noch in den nächsten Monaten zu beenden versuchen, aber was ich danach genau mit der Reihe mache, weiß ich noch nicht.

Wenig überraschend ist, dass ich meine Schreibziele nicht erreicht habe, was zwar etwas unglücklich ist, mir aber nicht allzu viel ausmacht. Ich denke, ein sechsmonatiger Schlachtplan ist für mich zu weit gegriffen – sobald dieser hier um ist, werde ich es mit quartalsweisen Schreibplänen versuchen.

 

Die einzige Dimension, die diesen Monat etwas unter meiner Unaufmerksamkeit gelitten hat, ist der Blog. Den versprochenen Drachenlesenest-Halbzeit-Post habe ich beispielweise nicht einmal geschrieben, und ich bin mir bewusst, dass ich eigentlich am Design meiner Seite noch etwas werkeln wollte, die noch immer nicht fertig überarbeitet ist. Ich habe absolut keine Ahnung, wann ich dazu kommen werde.

Dennoch gibt es auch von dieser Seite aus ein paar gute Neuigkeiten. Recht spontan hat der Buchdrache eine Buchshit-Blogtour ins Leben gerufen, die im September laufen wird und bei der es um die schlechtesten Bücher geht, die … naja, existieren. Wenn man sich so meinen Sterneschnitt ansieht, sollte es einen nicht überraschen, dass ich sofort begeistert von der Idee war.

Die zweite interessante Entwicklung ist, dass dieser Blog hier zum Buchblog-Award 2018 nominiert wurde. (Mal wieder ein Danke an den Buchdrachen dafür!) Ich mache mir zwar keine Hoffnungen, aber es ist doch eine freudige Überraschung.

 

Ebenfalls eine freudige Überraschung ist mein Fazit zum Lesemonat Juli: Über den Verlauf dieser gefühlt sechzig Tage habe ich zehn Bücher gelesen, was sich auf rund 1.700 Seiten übersetzt, die im Schnitt 2,75 Sterne abbekommen haben. Bezüglich der Quantität bin ich sehr zufrieden; die Qualität könnte zwar besser sein, aber immerhin ist sie recht nahe am goldenen Mittelweg.

Ein paar der Bücher, die ich gelesen habe:

Die Schlafende Mutter: Der dreizehnte Paladin“ von Torsten Weitze ist das diesmonatige RW, weswegen ich an der Stelle nur sagen möchte, dass ich mir den nächsten Teil auch kaufen werde;

Die Liebhaberinnen“ von Elfride Jelinek ist ausgesprochen bitter, repetitiv und lässt sich für den … bemerkenswerten Stil erstaunlich schnell lesen;

Schachnovelle“ von Stefan Zweig ist eine der wenigen Pflichtlektüren, die ich ohnehin mal lesen wollte, und hat mich nicht enttäuscht;

Lieutnant Gustl“ von Arthur Schnitzler ist eines dieser Werke, für die man Kontextwissen braucht, um sie wertschätzen zu können;

Der Sturm ist da“ ist eine Gedichtsammlung mit dem Thema Expressionismus, und weder mit dem einen noch mit dem anderen kann ich viel anfangen;

Romeo und Julia auf dem Dorfe“ von Gottfried Keller ist eine Geschichte, die es tatsächlich schafft, ein vages Interesse für ihre Hauptcharaktere zu erzeugen;

Die Königin der Schatten: Verflucht“ von Erika Johansen ist die Fortsetzung zur „Königin der Schatten“, die ich diesen Monat offiziell abgebrochen habe – nach einem Sechstel der Buchlänge, wohlgemerkt.

Ebenfalls erwähnenswert finde ich, dass ich zum ersten Mal für einen anderen Autor ein Romantyposkript betalese, was mir erstaunlich viel Freude bereitet.

 

In Hinblick auf den nächsten Monat ist anzumerken, dass es aller Voraussicht nach kein RW geben wird, da ich zurzeit keinen interessanten SP-Titel im Blick habe und noch zwei Pflichtlektüren lesen sollte. Der Beitrag zur Buchshit-Blogtour kommt erst im September online, also sind nur möglichst regelmäßige Schreibwochenbücher geplant – es sei denn, ich überarbeite endlich mal eine der drei oder vier Themenminuten, die noch auf meiner Festplatte rumgurken.

 

 

Ach ja, und mein Blog ist diesen Monat zwei Jahre alt geworden. Happy Birthday und so.