Die besten Bücher 2020 | Regalbrett des Ruhms

Im Jänner 2020 habe ich mit „Der Drachenbeinthron“ von Tad Williams das erste Buch des Jahres beendet. Auf Goodreads hatte ich dazu geschrieben: Wenn das hier ein Omen für die kommenden Bücher dieses Jahres sind, kann ich mich nicht beschweren.

 

Tatsächlich ist 2020 in Bücherhinsicht viel besser gelaufen als 2019. Meine durchschnittliche Bewertung auf Goodreads – dem lediglich drei gelesene Bücher fehlen – ist dieses Mal 3,3 Sterne. Letztes Jahr war es irgendwas unter 3.

Ich merke die Qualität der 2020-Bücher auch daran, dass ich ernsthafte Probleme hatte, mich auf lediglich fünf beste Bücher des Jahres zu beschränken. Vier dieser fünf Bücher haben fünf Sterne bekommen – für mich wahrscheinlich ein neuer Rekord.

 


5. Platz: „Prador Moon“ von Neal Asher

 

In den letzten Wochen des Jahres habe ich diesen actionreichen Science-Fiction-Roman gelesen, der derart bescheuert ist, dass es mich stark wundert, wie gut er ist – und das meine ich keineswegs im Stile von „ironisch gut“, sondern im Sinne von wirklich, wirklich gut.

 

Der Weltenbau ist kreativ, auch wenn Neal Asher auf die wissenschaftlichen Aspekte kaum eingeht – dafür sehr stark auf die technischen. Auch durch diese Abschnitte bin ich aber gut gekommen. Alles, was passiert, ist stimmig und wird in vielen Fällen sogar sehr subtil angedeutet, lange bevor es tatsächlich eintrifft.

Mein größter Kritikpunkt ist wohl der Gore, der für mich an der Toleranzgrenze liegt – deswegen werde ich die Reihe nicht allzu schnell lesen. Auch mit den Charakteren habe ich nicht unbedingt mitgefiebert; ich wollte aber dennoch, dass sie gewinnen, und sehe sie als recht gut gelungen an, weswegen auch dieser Punkt nicht allzu sehr ins Gewicht fällt.

 

Ich bin wirklich positiv überrrascht von „Prador Moon“. Das Ende ist wahrscheinlich eines der besten – und bescheuertsten –, das ich je gelesen habe.

 

4,5 Sterne: Rezension

 


4. Platz: „Liebes Kind“ von Romy Hausmann

 

Diesen Kriminalroman habe ich im Rahmen des Buchtauschs mit Moritz von Tintenkunst gelesen: Es ist eines seiner Lieblingsbücher, weswegen er es mir zu lesen aufgegeben hat. Ich bin ohne große Vorkenntnisse an das Buch herangegangen und auch hier sehr positiv überrascht, wie gut es mir gefällt.

 

Die Kapitel sind sehr kurz, weswegen die Spannung gut aufrechterhalten wird und man wirklich schnell durch das Buch kommt. Das Rätsel um die Identität des Entführers war für mich nicht lösbar – ich habe allerdings auch wenig Erfahrung mit Krimis –, und die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen das Buch geschrieben ist, sind hervorragend gelungen, vom kleinen Mädchen bis zum besorgten Vater.

 

Der Klimax war etwas … erwarteter, als ich es mir erhofft hatte, aber dennoch in Ordnung. Es sind keine Fragen offen geblieben und ich kann auch dieses Buch nur jedem empfehlen, der etwas mit Krimis anfangen kann.

 

5 Sterne: Rezension

 


3. Platz: „Death Note“ von Tsugumi Ohba (Text) und Takeshi Obata (Illustrationen)

Es haben zwar nicht alle der bisher fünf von mir gelesenen Mangas fünf Sterne bekommen, aber nie weniger als vier. Mangas sind für mich unbekanntes Terrain, und der Hauptgrund, weswegen ich „Death Note“ zu lesen begonnen habe, ist meine Obsession mit dem Anime.

 

Generell liebe ich die Geschichte, vor allem das Katz-und-Maus-Spiel zwischen L und Kira, die genialen Winkelzüge und die direkten Interaktionen zwischen den beiden. Im Manga sind sämtliche Plot Points und Charaktere noch etwas detaillierter dargestellt als in der Verfilmung, was in den meisten Fällen die Gedankengänge und Schlussfolgerungen noch einmal stimmiger und sinnvoller macht.

 

Obwohl es etwa ein halbes Manga gedauert hat, bis ich das Medium reingekommen bin, kann ich auch diese Reihe nur dringendst weiterempfehlen – insbesondere, wenn einem der Anime schon gut gefallen hat.

 

5 Sterne: Rezension

 


2. Platz: „Der Drachenbeinthron“ von Tad Williams

Gleich das erste Buch 2020 ist auch das zweitbeste, das ich im ganzen Jahr gelesen habe. Obwohl es inzwischen beinahe zwölf Monate her ist, kann ich mich immer noch an die besonders guten Aspekte hervorragend erinnern:

 

Der Weltenbau ist sehr umfassend, aber sobald man sich einmal reingefunden hat, ist er auch wirklich, wirklich gut gelungen. Die Sithi finde ich besonders faszinierend – die Motivation der Antagonisten lässt jedoch etwas zu wünschen übrig. Ebenfalls bedauerlich ist, dass die große Schlacht am Ende die Nornen deutlich weniger angsteinflößender darstellt, als sie es hätte tun können – aber wir brauchen ein paar der Protagonisten noch für den Rest der Reihe.

 

Der Protagonist, Binabik und eine Reihe anderer Nebencharaktere ist aber sehr gut gelungen und ich habe insgesamt nur wenig am Buch auszusetzen. Ich würde es also immer noch empfehlen – allerdings mit einer Einschränkung. Band 2 und 3 waren jeweils schlechter als der vorherige, und ob ich die Reihe insgesamt empfehlen kann, werde ich demnächst herausfinden, sobald ich den vierten und letzten Teil gelesen habe.

 

5 Sterne: Rezension

 


Platz 1: „American Gods“ von Neil Gaiman

Auch hier handelt es sich um ein Buch, das ich bereits zum zweiten Mal lese. Dass ich zwischendurch den Plottwist vergessen habe, ignorieren wir hier einfach mal.

 

Ich finde besonders bemerkenswert, dass ich diesem Buch auch beim zweiten Mal lesen noch fünf Sterne gegeben habe – was an sich nicht besonders häufig vorkommt, aber noch dadurch sonderbarer gemacht wird, dass der Roman ein ausgesprochener Slow Burn ist. Das erste Drittel, das beim ersten Mal lesen noch durch die unbeantwortete Fragen motiviert hat, zeichnet sich nun durch Foreshadowing ab so ziemlich der ersten Seite aus. Die Charaktere sind noch immer komplex, der Twist gut aufgebaut, und ich liebe das Buch immer noch.

 

Beim nächsten Mal werde ich es auf Englisch lesen.

 

5 Sterne: Rezension