Von Zeichenflatulenzen und Buchunfällen | Rückblick 2019

Da gehen sie dahin, die 2010er. Eine Dekade, in der sich viel getan hat – was sich von allen Dekaden der letzten zwei Jahrhunderte sagen lässt. Darüber möchte ich aber nicht die ganz gewöhnlichen Jahresrückblicke vergessen. Dieses Mal in einen Artikel komprimiert – für mich um der Übersichtlichkeit willen, für euch der Einfachheit halber.

 

Und auf diese einleitenden Worte möchte ich die erste Zwischenüberschrift folgen lassen, und weil ich mich heute etwas melodramatisch fühle, lautet sie:

 

Die Bücher, die ich las

Wie üblich wird es hierfür eigene Listen geben (beste Bücher, schlechteste Bücher, beste SP-Bücher), deswegen gibt es hier nur ein paar statistische Fun Facts.

 

2019 habe ich 56 Bücher gelesen, wobei der mit Abstand beste Monat mit elf Büchern der August war – und ausschließlich von Pflichtliteratur geprägt. Diese hat 47% meiner diesjährigen Lektüre ausgemacht. Ihr könnt euch vorstellen, wie happy ich darüber bin. Mit diesen 47% ist die Pflichtliteratur das meistgelesene „Genre“ 2019.

 

Im Schnitt hatte jedes Buch etwa 280 Seiten, womit sich eine gelesene Seitenzahl von 15.700 ergibt. In dieser Hinsicht war der September am produktivsten, in dem ich leicht aufgerundet 2.300 Seiten gelesen habe – im September bin ich taufrisch aus der Pflichtliteratur des Sommers herausgegangen und musste meine Batterien erstmal mit etwas Fantasy wiederaufladen, sollte sich jemand wundern.

 

Noch ein paar Fun Facts im Schnelldurchlauf:

 

Das erste Buch des Jahres war die Anthologie „Wo die Liebe hinfällt“ vom Diogenes-Verlag (ein Geschenk, ich kann’s nicht empfehlen).

 

Das dickste Buch war „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams (lest es!) mit 930 Seiten, knapp gefolgt von „Kinder des Nebels“ von Brandon Sanderson mit 894 Seiten.

 

Mein Lieblingsgenre war nur noch mit 16 Büchern, also 30% der gelesenen Bücher, vertreten. (Der Prozentsatz der Seitenzahl dürfte aber spürbar höher liegen.)

 

Das kürzeste Buch war „Med ana schwoazzn dintn“ von H.C. Artmann (Pflichtliteratur, ernstzunehmende Wienerisch-Kenntnisse würde ich für diese Lektüre dringend empfehlen).

 

11% meiner  gelesenen Bücher stammen aus für mich untypischen Genres, die ich unter „Anderes“ zusammengefasst habe. (Nur freiwillige Bücher mitgezählt.)

2019 sind elf neue Bücher auf meine Wunschliste gewandert.

 

Das letzte Buch des Jahres ist „Der Drachenbeinthron" von Tad Williams, das ich vor einigen Tagen begonnen habe.

Wenn das keine künstlerisch wertvolle Aufschlüsselung meines Lesejahrs ist, dann weiß ich auch nicht.
Wenn das keine künstlerisch wertvolle Aufschlüsselung meines Lesejahrs ist, dann weiß ich auch nicht.

Die Bücher, die ich schrieb

… und die Ziele, die ich mir im Ausblick 2019 bezüglich des Schreibens gesetzt habe. Noch ein Fun Fact: Ich habe seit Jänner nicht mehr in diese Ziele reingesehen. Das hier ist also auch für mich ausgesprochen spannend.

 

 

1) 100.000 Wörter schreiben. Da ich im Ausblick gesagt habe, dass ich die Überarbeitung von „Wellenflügel 3“ nicht miteinbeziehe, liegt meine Jahresproduktivität der neu geschriebenen Wörtern bei etwa 53.000. Also ja, wäre das hier ein Test gewesen, wäre ich nach der klassischen Rechnung ganz knapp positiv gewesen.

 

50.000 dieser Wörter stammen vom Projekt Distel, die restlichen etwa dreitausend von zwei Kurzprosatexten. Einer wird ab Ende Jänner 2020 online sein, den anderen kann man bereits hier lesen.

 

Ich bin nicht sonderlich zufrieden mit den 53%, aber auch nicht besonders unzufrieden. Der Fokus lag auf der Wellenflügel-Überarbeitung und das Jahr war abgesehen davon nicht ganz ohne. Und ich habe zum ersten Mal einen NaNoWriMo gewonnen – daher die fünfzigtausend Wörter.

 

2) Wellenflügel 3 beenden und veröffentlichen. Da auf diesem Projekt der Fokus lag, habe ich das Ziel so gut wie erreichen können: „Wellenflügel 3“ ist bereits fertig und veröffentlichungsbereit. Da es aber beim Korrektorat Verzögerungen gegeben hat, hat sich der Veröffentlichungstermin auf Ende Jänner hinausgeschoben. Dieses Mal bleibt es aber dabei. „Wellenflügel“ wird ab dem 29. Jänner offiziell beendet sein.

 

3) Überarbeitung von Yttrium beginnen. Den Punkt kann ich getrost verneinen. Mir fehlt noch eine letzte Betaleser-Rückmeldung, und weil sich „Wellenflügel“ verzögert hat und ich im November am NaNo teilnehmen wollte, ist bei Yttrium nicht weitergearbeitet worden.

 

4) An zumindest einem neuen Projekt weiterschreiben. Praktischerweise habe ich nicht konkretisiert, welche Projekte hierzu zählen. Projekt Distel ist beendet worden, eine Kurzgeschichte wurde geschrieben und eine andere ist bereits online. Ein neues Romanprojekt habe ich nicht begonnen – aber stattdessen eines beendet. Ich sehe den Punkt als erfüllt an.

 

Kurz und knackig:

Wellenflügel 3 ist fertig überarbeitet und wartet auf die Veröffentlichung.

Projekt Distel hat sich zur beenden Rohfassung aufgelevelt.

Eine Kurzgeschichte wurde geschrieben und überarbeitet – hier fehlt noch der letzte Schliff.

Eine andere Kurzprosa ist online gegangen.

 

Außerdem steht das nächste Romanprojekt fest. Mehr dazu im Ausblick.

 

Fazit

Sowohl was das Schreiben als auch was das Lesen angeht war 2019 kein herausragend brillantes Jahr, aber es war ein okay-es bis gutes Jahr. Ich habe etwa so viele Seiten gelesen wie 2018, eine lang überfällige Überarbeitung endlich abgeschlossen und ein Typoskript, das ich 2018 begonnen habe, beendet. Ich kann also getrost behaupten, dass 2019 ein gutes Jahr für mich war.