Schreibjahr 2017: Beeindruckend prokastrinationsreich

Die Magie ist weg.

Vielleicht nicht ganz weg, aber sie ist schwerer erkennbar. Im vorherigen Jahr habe ich mir meinen Traum einer Publikation veröffentlicht, bin gleich in ein paar Fettnäpfchen gerannt und war am Ende stolze Buchmama. Seitdem habe ich beim Schreiben immer auch schon das Veröffentlichen im Hinterkopf. Ich habe einen Zeitplan, wann ich was veröffentlichen möchte, und der schwebt immer wie ein Damoklesschwert über mir und droht, mir die Lust am Schreiben zu rauben.

Dass das noch nicht geschehen ist, kann ich unter anderem deswegen bezeugen, weil ich am Ende des Jahres durch einen spontanen Laptopausfall zwei Wochen lang kein Wort tippen konnte, und es hat mir gefehlt. Die Magie ist also noch nicht ganz weg, und ich bereue auch nicht, veröffentlicht zu haben und weitere Veröffentlichungen zu planen, aber es ist mir dieses Jahr zunehmend schwerer gefallen, meine Begeisterung fürs Schreiben zu erkennen.

 

Wellenflügel 2

Der Mittelteil meiner Debüttrilogie hat pünktlich im November 2017 das Licht der Buchwelt erblickt, und bis dahin war es ein anstrengender Weg – und dennoch einer der einfacheren, wenn ich mir die restlichen so ansehe. Bis etwa zum Herbst hat mein Zeitplan recht gut gehalten, und obwohl ich die Hälfte des Romans neu schreiben und regelmäßig Motivation zusammenkratzen musste, habe ich mich doch recht gut geschlagen.

Dann kam der September, und mit ihm Verzögerungen und ein gründlich fehlgeschlagener Versuch in Sachen Marketing, der mich endgültig zu der Einsicht gebracht hat, dass ich mich ordentlich in das Thema einarbeiten muss. Die Verzögerungen, von denen ich spreche, waren zwar letztlich nur sehr selten für etwaige Interessenten zu spüren, aber sie waren selbstverschuldet, und das hauptsächlich aufgrund mangelnder Motivation.

Aber dennoch, im November konnte ich den Roman pünktlich freigeben, sodass ich die Überarbeitung und Veröffentlichung von „Wellenflügel: Der Sog der Kälte“ als weitestgehend erfolgreich ansehe, wenn ich auch nicht von der zweiten Jahreshälfte begeistert bin.

 

Wellenflügel 3

Hier habe ich praktisch nichts gemacht und das Timing dieses „praktisch Nichts“ ist das Problem. Die Überarbeitung steht, wenn das hier online geht, bereits an, aber dazu brauche ich Rückmeldung meiner Betaleser, damit ich eine Ahnung habe, was ich verbessern kann. Beziehungsweise, was grundlegend falsch ist und ich in der Neufassung unbedingt verändern muss, aber dazu im Jahresausblick fürs Schreibjahr 2018 mehr.

Das Problem ist, dass das Ding nicht gerade kurz ist und ich mit der Betalesersuche bis Dezember gewartet habe, sodass es wahrscheinlich noch etwas dauern wird, bis die Grobüberarbeitung wirklich beginnen kann. Ganz vielleicht wird das Auswirkungen auf den Veröffentlichungstermin haben, aber dazu werde ich mich im oben genannten Ausblick lang und breit auslassen.

Kurz gesagt: Aufgabe erfüllt, aber einen Ticken zu spät.

 

Yttrium

Und auch hier nur ein teilweiser Sieg. Geplant hatte ich, dass ich diesen Einzelband aus der Wellenflügel-Welt im ersten Quartal 2017 sichte – damit meine ich, dass ich ihn mir durchlese, erste, einfach zu korrigierende Fehler korrigiere, ihn etwas für die Betaleserphase aufbereite und mir einen Überblick darüber verschaffe, wie oft ich mich in Embryonalstellung in einer Ecke meines Zimmers zusammenrollen werde, bis das Ding publikationsreif ist.

Gesichtet habe ich es, sogar in einer relativ kurzen Zeit, aber nicht im ersten Quartal, ganz zu schweigen vom Jänner, oder im zweiten Quartal, auch nicht im dritten, sondern im letzten, und da auch erst Ende November bis Anfang Dezember.

Der To-Do-Punkt ist dementsprechend abgehakt, aber erneut macht mir mein Zeitmanagement so ein bisschen Sorgen.

 

A.p.

Diesen Reihenauftakt von etwas, das ich liebevoll „mein Mammutprojekt“ nenne, ist mit knapp 90.000 Wörtern beendet worden. Das stand auf der To-Do-Liste, und wieder habe ich diesen Punkt geschafft, und wieder habe ich ein paar Problemchen mit dem wann.

Damit ihr ein wenig Ahnung habt, wie schnell ich sonst geschrieben habe – die Wellenflügel-Rohfassungen, insgesamt 260.000 Wörter, habe ich in neun Monaten geschrieben. Neun Monate. Wie lange ich für die 90.000 Wörter meines Reihenauftakts gebraucht habe? Mehr als zwölf. Ihr seht hoffentlich, wieso ich mich nur bedingt über den Abschluss des Manuskripts freuen kann.

Es stimmt zwar, dass ich 2015, also als ich die Wellenflügel-Romane verfasst habe, noch einen deutlich unterschiedlichen Zeitplan aufzuweisen hatte, aber ich würde das nicht als Ausrede gelten lassen. Die Art meiner Arbeit außerhalb der gesamten Blog-Autoren-Geschichte hat sich verändert, ja, aber nicht der Umfang.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe die A.p.-Welt, was der Grund ist, warum ich mich nach wie vor hinter sie klemme. Aber das Schreiben hat, sofern ich nicht gerade einen Flow hatte, nicht sehr viel Spaß gemacht. Ich musste mich zwingen, mich hinzusetzen, war am laufenden Band unzufrieden mit dem, was ich geschrieben habe, und hatte ordentlich mit meiner Motivation zu kämpfen.

 

C.p.

Was mich auch gleich zur Fortsetzung A.p.s bringt, und nein, der Name war keine Absicht, das war Zufall. Der Beginn war eine einzige Qual, und da ich von den ebenfalls wieder 90.000 geplanten Wörtern erst 5.000 geschrieben habe, ist wohl davon auszugehen, dass sich die Motivationsproblematik auch bei diesem Projekt zeigen wird.

 

Projekt Rächer

In meiner Situation habe ich das einzig Logische gemacht und eine neue Geschichte begonnen. Sie spielt im A.p.versum, wenn auch chronologisch eher zwischen Band zwei und Band drei, und ihr großer Vorteil ist, dass ich für sie etwa 30.000 Wörter geplant habe, sie also schneller beendet sein sollte.

 

Wenn ich mir so ansehe, wo ich im Jänner 2017 den Faden des vorherigen Jahres wiederaufgenommen habe, sehe ich, dass ich 2017 40.000 Wörter geschrieben habe. Das wären durchschnittlich etwa 110 Wörter pro Tag, und das ist mickrig. Ich weiß nicht mehr genau, wie viele es vergangenes Jahr waren, aber von 60.000 kann ich ausgehen, und gegenüber den 260.000 aus dem vorvorherigen Jahr war bereits das wenig.

Also ja, rein schreibtechnisch gesehen war 2017 … zäh. Ich bemerke ehrlich gesagt erst jetzt, wie zäh es eigentlich war. Vierzigtausend in zwölf Monaten … Meine Güte.

 

Von der Überarbeitungsleistung her habe ich mich leicht gesteigert, da ich mit der Vorarbeit zu „Yttrium“ etwas mehr als nur eine Überarbeitung vorangebracht habe, aber die Überarbeitungsgeschwindigkeit ist auch nicht mein Hauptproblem mit diesem Jahr. Das Timing vielleicht, ein wenig, aber … vierzigtausend, verdammt noch mal.

Nachtrag:

Einige Zeit nach Verfassen dieses Textes habe ich bemerkt, dass ich bei den 40.000 das Maiprojekt ignoriert habe, das ich nicht weiter bearbeiten werde. Insofern kann man wohl sagen, dass ich technisch gesehen das Schreiblevel vom letzten Jahr gehalten habe, aber ich zähle die 40.000 dennoch, weil das die Wörter sind, die ich weiterhin bearbeiten werde.