Von Saphiren im Kornblumenfeld | Schreibjahresrückblick 2018

Letztes Jahr fiel meine Bilanz weitestgehend negativ aus. Umso glücklicher bin ich darüber, dass sich das in den vergangenen zwölf Monaten geändert hat. Habe ich meine Schreibziele erreicht? Nein, überwiegend nicht. Aber sie haben mir dabei geholfen, produktiver zu werden und zufriedener mit dem, was ich tue und wie ich es tue.

Ende 2017 war ich unzufrieden mit meinen Fortschritten. Ich hatte getrödelt, und das bedeutete, dass sich diverse Projekte nach hinten verschoben haben. Ich hatte nicht das Gefühl, mit meinen eigenen Anforderungen Schritt halten zu können, und der Hintergedanke des Veröffentlichens schien meine Schreibfreude zu zerquetschen.

Nichts davon trifft auf 2018 zu, und ich bin ausgesprochen stolz, dass ich das nach bestem Gewissen schreiben kann. Zwar habe ich von den fünf Schreibzielen, die ich mir gesetzt habe, nur zwei vollständig erreicht, aber das ändert nichts an meiner viel positiveren Einstellung, denn: Ich habe einiges vorangebracht 2018. Ich konnte realistisch einschätzen, was ich ungefähr schaffe und was nicht. Und ich habe wieder sau viel Spaß am Schreiben.

 

Schreibziele 2018

 

1) 100.000 Wörter schreiben. Technisch gesehen habe ich dieses Ziel nicht erreicht. Ich hatte mich ja dagegen entschieden, die Neufassung von „Wellenflügel 3“ mitzurechnen, und dementsprechend lautet der Endstand: 91.000 Wörter. Ich finde, das ist eine beachtliche Leistung, insbesondere in Hinblick auf den Grund, weswegen ich mir dieses Ziel gesetzt hatte: 2015 lag mein Output mit 260.000 Wörtern noch in astronomischen Höhen (wenn auch qualitativen Tiefen), 2016 ist er mit 60.000 Wörtern auf dem Boden aufgekommen, und 2017 hatte ich nur noch 40.000 zustande gebracht.

Anders gesagt: Es geht wieder aufwärts, auch nach den kruden Regeln, die ich zum Zählen verwende. Würde ich die Wellenflügel-Neufassung dazurechnen, wäre das Endergebnis für 2018 155.000 Wörter, aber ich breche natürlich nie meine eigenen Regeln.

 

2) C.p. bis zum 31.10. beenden. Den Punkt kann ich mir nicht anrechnen. Für den zweiten Teil meiner schläfrigen Mammutreihe sind 90.000 Wörter geplant; derzeit liegt der Stand bei 52.000, Tendenz stagnierend.

Das liegt auch und vor allem daran, dass ich meinen Plan geändert habe. Nachdem ich bei „Wellenflügel 3“ alles neu schreiben muss, da ich im zweiten Teil viel geändert habe, war ich mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, alle fünf (geplanten) Bücher der Mammutreihe am Stück zu schreiben und erst nachher zu überarbeiten. Fürs Erste liegen sie deswegen auf Eis – ich denke, ich werde den ersten Band Betalesern anvertrauen, und sobald ich mit der Grobüberarbeitung des ersten Teils fertig bin, werde ich am zweiten weiterarbeiten. Dann werde ich auch für den Betaleser finden, ihr Feedback in der Grobüberarbeitung einbauen, dann den dritten schreiben. Und so weiter, bis die Reihe beendet ist und ich rückwirkend alle Kleinigkeiten anpassen kann, an die ich erst später gedacht habe.

Schauen wir mal, wieviel davon ich tatsächlich in den kommenden Jahren umsetzen werde.

 

3) „Projekt Rächer“ beenden. Abgehakt, ohne Wenn und Aber, und zwar noch im März. Der Endstand beträgt 23.000 Wörter, also ist die Geschichte tatsächlich kurz geblieben – im Verhältnis zu meinen anderen Texten.

 

4) „Wellenflügel 3“ überarbeiten. Teilweise ja, teilweise nein. Aus Gründen, an die ich mich nicht mehr genau erinnere, habe ich die Überarbeitung auf den Herbst hinausgezögert. Ich glaube, ich wollte zuerst „Rächer“ beenden (was mit dem März erledigt war), dann C.p. (zu dem es bisher nicht gekommen ist) und dann im November im Zuge des NaNoWriMos bei „Wellenflügel 3“ die erste Hälfte erledigen.

Die gute Nachricht ist: Es ist sogar mehr als die Hälfte erledigt, nämlich 71%. Das betrifft allerdings nur die Neufassung, also das Neuschreiben des Typoskripts. Die nachfolgenden Überarbeitungen – Füllwörter und Floskeln rausstreichen, Feinüberarbeitung, Korrektorat, die letzten paar Schritte bis zur Veröffentlichung – sind noch nicht in Angriff genommen, werden aber nächstes Jahr mit höchster Priorität bearbeitet und beendet werden.

 

5) Nach Betalesern für „Yttrium“ suchen. Erledigt, erneut ohne Wenn und Aber. Anfang Herbst habe ich nach längerem Herauszögern das Gesuch veröffentlicht – es ist im Übrigen noch offen, sollte jemand zu viel Zeit totzuschlagen haben –, und dankenswerter Weise haben sich zwei Personen freiwillig gemeldet.

 

 

Fazit

Wie geschrieben: Obwohl ich die Ziele nicht alle erfüllt habe, bin ich zufrieden mit meinem Schreibjahr 2018. Es war nicht perfekt, ich hätte noch mehr leisten können, meine Prioritäten besser setzen können, aber es war eine enorme Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, und ich habe viel weitergebracht. Und meine Schreibliebe wiederentdeckt. Das müsste auch was wert sein.