Sternenjäger 2017: Beste selbstverlegte Romane

Mit zehn gelesenen Romanen kann ich dieses Jahr bereits mit der doppelten Teilnehmerzahl für diese Kategorie prahlen, auch wenn ich nicht wüsste, wen das großartig interessieren würde. Bei den Jahresrückblicken gebe ich immer meine Top fünf Bücher an; da das hier aber alle gelesenen Romane einschließen würde, würde ich von drei aus nach oben zählen, aber ich habe trotz größerer Auswahl dasselbe Problem wie im letzten Jahr: Ich habe keine drei Bücher, die es wirklich verdient haben, aufs Treppchen zu kommen. Daher, erneut, eine Ausnahmeregelung. Und nein, es tut mir nicht leid, dass beide Plätze von derselben Reihe und demselben Autor belagert sind.

Zweiter Platz: „Ahren: Der dreizehnte Paladin“ von Torsten Weitze

Mit drei Sternen ist meine Bewertung nicht übermäßig herzerwärmend, aber das liegt an dem größten Manko des Romans: das fehlende Korrektorat.

Ansonsten kann ich fast nur Gutes über „Ahren“ schreiben. Obwohl die Ausgangssituation eine sehr High-Fantasy-Typische ist und diverse Klischees vorhanden sind, ist sie sehr gut umgesetzt und beweist, dass man auch mit eigentlich viel zu oft verwendeten Klischees noch etwas machen kann. Was beispielweise den alkoholkranken, gewalttätigen Vater und die tote Mutter letztlich nicht negativ erscheinen lässt, ist die Nähe zu den Charakteren. Der Vater ist kein reiner Böser und mit dem Protagonisten Ahren kann man von der ersten Seite an mitfühlen. Ich würde diese hervorragende Charaktergestaltung als eine der zwei größten Stärken des Romans bezeichnen.

Eine dritte wäre der Schreibstil, aber da hier noch einzelne Stilblüten rumgurken und die Grammatikfehler den einen oder anderen Moment versauen, ist er eben „nur“ gut gelungen. Das zweite große Plus ist der Weltenbau, der erneut Fantasyklischees nimmt und aus ihnen etwas Eigenes macht. Die Elfen lassen sich hier als ein gutes Beispiel anführen, denn obwohl sie viele Eigenschaften aufweisen, die bereits Dutzende Fantasyromane zuvor dargestellt haben, gibt es ein paar neue Interpretationen und Kleinigkeiten, die sie nicht wie eine uninspirierte Kopie wirken lassen.

 

Rezension: Kurzfassung // Mammutversion


Platz eins: „Die Ernennung: Der dreizehnte Paladin“ von Torsten Weitze

Der zweite Band der Paladin-Reihe ist deswegen auf dem ersten Platz gelandet, weil er in puncto Weltenbau noch eins drauflegt. Die restlichen Gebiete sind beinahe gleich geblieben – ein fehlendes Korrektorat ist weiterhin das größte Minus, die Charaktere sind weiterhin hervorragend, der Schreibstil von einzelnen Stilblüten verunreinigt, ansonsten aber ebenfalls ziemlich gut. In der „Ernennung“ lernt man zusammen mit Ahren aber noch weitere Teile der Welt kennen und bekommt erstmals ein Gefühl dafür, wie umfangreich sie wirklich ist. Deswegen sehe ich den zweiten Band leicht vor dem ersten und vergebe ihm, obwohl nur mit drei Sternen belohnt, den besten Platz meines SP-Lesejahres.

 

Rezension: Kurzfassung // Mammutversion