Wofür steht eigentlich C.p.? - 13 Fragen WiP-Tag

Auf Twitter bin ich über den #13QuestionsWritingTag gestoßen, der das Ziel hat, das aktuelle Schreibprojekt in dreizehn Fragen dem interessierten Leser näherzubringen. Erfunden hat ihn Ph0enix. Hier kommt ihr zu ihrem Beitrag. Mein aktuelles Projekt ist C.p., und da die Chancen gut stehen, dass ich es tatsächlich beende und mir mit diesem Tag die anschließende Vorstellung nach Abschluss des Schreibens spare, kommen hier meine dreizehn Antworten. (Andere Schreiberlinge sind natürlich eingeladen, mitzumachen.)

 

1. Wie lautet der Arbeitstitel deines aktuellen Projekts und warum?

C.p., was die Abkürzung für Comarum palustre ist, was der lateinische Name des Sumpf-Blutauges, einer in den Alpen verbreiteten Blütenpflanze, ist. Warum ich meinen High-Fantasy-Roman nach einer Pflanze benannt habe? Ich bin ausgesprochen schlecht darin, mir Titel auszudenken, und das gilt auch für vorläufige beziehungsweise Arbeitstitel. Meistens kommen furchtbar uninteressante, generische Namen heraus, und irgendwann habe ich entnervt ein Bestimmungsbuch für Pflanzen der Alpen herausgenommen und mein aktuelles Projekt mit dem lateinischen Namen der erstbesten Pflanze betitelt, die mir untergekommen ist. Das ist inzwischen Tradition geworden, und deswegen sind alle meine Projekte Pflanzen.

 

2. Fasse den Inhalts deines Projekts knapp zusammen!

Da es sich bei C.p. um den zweiten Teil meiner Mammutreihe handelt, sei hier der Spoilerüberempfindliche gewarnt. Nichts hiervon wird in absehbarer Zeit veröffentlicht, aber weil ich weiß, dass es irgendjemanden sicher stören würde ... Und ja, die Namen habe ich noch nicht mit einer Google-Suche gecheckt, also kann es gut sein, dass sie sich noch verändern werden.

Reol muss seinen frisch erlangten Titel gegen seine Kollegen verteidigen, die jede Gelegenheit nutzen, um ihm diesen wieder abzuluchsen. Er schafft es durch ein reichlich dämliches Manöver, sich in eine schwierige Lage zu bringen, woraufhin er zum Leiter eines potenziell die gesamte Spezies gefährdenden Projekts ernannt wird und hier seinen Kampf gegen sozialen und vielleicht auch wortwörtlichen Tod fortsetzen darf.

Djek lebt auf einem völlig anderen Teil des Planeten in einer Demokratie, die er durch Kriegsfanatiker gefährdet sieht. Er beginnt, sich politisch zu engagieren und dagegenzuhalten, und bemerkt dabei nicht, dass er selbst zu einem Teil des Problems wird.

 

Wie geschrieben ist es der zweite Teil eines großen Projekts, das einen den ganzen Planeten berührenden Krieg anhand von Reol und wechselnden Zweit-Protagonisten erzählt wird. Wer also ein wenig verwirrt ob meiner Zusammenfassung ist, kann beruhigt wissen, dass das eher an der Zusammenfassung als an ihm liegt.

 

3. In welchem Genre ist die Geschichte anzusiedeln?

 

Fantasy, genauer gesagt High-Fantasy. Magie per se spielt bisher zwar keine große Rolle, aber es gibt Unter-Wasser-Leute, Fellleute, Schuppenleute und Vogelleute, und Magie existiert auch, ist aber in diesem Buch kein wirkliches Thema. Daher Fantasy - und da das Ganze auf einem frei erfundenen Planeten spielt, handelt es sich dabei um High-Fantasy.

 

4. Was hat dich zu deiner Geschichte inspiriert?

Kurz und knapp, unsere eigene politische Situation. Das zumindest erklärt Djeks Handlungsstrang. Beim Weltkrieg hingegen versuche ich ein ebenso undurchsichtiges Netz aus Unterstützungen, Feinden und wechselnden Interessen zu konstruieren, wie es etwa im Syrien-Krieg der Fall ist - aber im Grunde kann man hier jeden lange schwelenden Konflikt heranziehen. Die beiden Dinge betreffen freilich nur die groben Verläufe; die Inspirationen für die Details kommen von überall (ja, auch Twitter, das ist keine reine Zeitverschwendung!).

 

5. Wird deine Geschichte Triggerwarnungen enthalten?

Da ich mir noch nicht sicher bin, ob ich solche verwenden möchte, kann ich das noch nicht mit Sicherheit sagen. Das einzige Thema, das dessen würdig wäre, ist die Depression eines Nebencharakters. Diese ist aber nicht zentral für die Geschichte und ich bemühe mich nach Kräften, sie so zu gestalten, dass sie keine Verzerrung der realen Krankheit ist.

 

 

6. Weshalb sollte niemand deinen Browserverlauf sehen?

Offenkundig würde er in erster Linie YouTube-Links vorfinden und daraus schließen, dass ich stundenlang nichts für meine Geschichte (oder irgendetwas Anderes) mache. Was richtig wäre, aber es ist halt keine nette Sache. Auch wenn das eigentlich eh jeder weiß. - Ganz ehrlich? Die wirklich interessanten Dinge schaue ich mir nur im Inkognito-Modus an, und sei es, damit mir Google später keine zielgruppenorientierte Werbung anzeigt. Ich muss dazu aber sagen, dass die Recherchearbeit für die ganze Reihe noch aussteht, insofern gibt es wirklich nicht viel Interessantes zu sehen.

 

 

7. Was hasst du am meisten beim Schreiben?

Wenn wir nur vom Schreibprozess selbst reden, ist das das Sich-hinsetzen-und-Anfangen. Meistens fühle ich mich nach dem Schreiben gut; es gibt nur sehr wenige Tage, an denen es wirklich nicht geht. Es fällt mir dennoch schwer, mich regelmäßig - oder überhaupt - hinzusetzen und anzufangen. Paradoxerweise könnte ich keine zwei Wochen ohne auskommen, insofern ist mir mein Hirn hier eine Erklärung schuldig.

 

Wenn wir vom gesamten Prozess von der ersten Idee bis zum fertigen Buch/E-Book reden, ist das wahrscheinlich das Überarbeiten. Ja, es gibt gute Phasen, und nach jeder Runde ist der Text ein kleines Bisschen (oder auch mal ein großes Bisschen) besser, aber gerade das Überarbeiten ist so enorm zeit- und energieaufwendig, dass es der Teil ist, den ich am liebsten einem Klon aufbürden würde.

 

8. Was liebst du am Schreiben?

Erneut: Wenn wir nur vom Schreiben selbst ausgehen, den Flow. Wenn die Wörter fliegen und ich alles um mich herum vergesse und dann entweder schon zwei Stunden verstrichen oder aber erst fünfzehn Minuten vergangen sind und ich schon 800 Wörter habe. Das.

 

Wenn die Frage allgemeiner gemeint ist, schwanke ich zwischen dem Schreiben selbst und dem Worldbuilding. Ich glaube, ich lege mich mal auf letzteres fest. Ich liebe es, all die Orte und Traditionen und Gesellschaften und Ökosysteme und Welten zu entwerfen und freue mich, wenn sie dann auch tatsächlich funktionieren und den Betalesern standhalten.

 

9. Welche Charaktere gibt es eigentlich so? (Pro Charakter maximal zwei Sätze.)

Reol muss hier als erstes genannt werden, da seine Geschichte, wie er sich immer mehr im Kriegsgeschehen verstrickt, das Bindeglied der gesamten Reihe ist. Er beginnt als unsicherer, aber unfassbar neugieriger, wissbegieriger und lernfähiger junger Mann, der Anerkennung haben möchte und etwas für seine Disziplin, eine Sprachwissenschaft, erreichen möchte.

Djek als zweiter Wortführer, wenn auch nur für die Länge dieses Romans, ist etwa in der Mitte seines Lebens angekommen, mit diesem ausgesprochen zufrieden, ein weitestgehend freundlicher Zeitgenosse, wenn er auch eine Tendenz zu aggressiveren Ausbrüchen und zur Überinterpretation hat. Die Dinge, die ihm wichtig sind - seine Familie, allen voran seine Tochter, aber auch die politische Situation der Insel - nimmt er sich sehr zu Herzen und steigert sich ganz vielleicht ab und an etwas zu sehr rein.

 

Ansonsten gibt es einen Haufen Nebencharaktere - in Reols Umfeld den Herrscher der Stadt, Reols Nachhilfeschüler und später noch eine Art Physikerin, deren genaue Disziplin hier etwas zu sehr ins Detail gehen würde. Auf Djeks Seite gibt es seine beiden Freunde, darunter Eljem, ein fröhlicher, leicht verschrobener, älterer Herr mit einer interessanten Tasche, Djeks Tochter und natürlich seine Frau. Bisher sind das die wichtigsten Nebencharaktere.

 

10. Wie sieht es mit Diversity und Repräsentation in deiner Geschichte aus?

In Bezug auf Hautfarbe/Ethnie kann ich nicht viel sagen, da es ein High-Fantasy-Roman ist. Entweder ich habe 100% Vielfalt oder null.

Ansonsten hat ein Nebencharakter eine Depression, die aber nicht vordergründig ist. Also, für Djek. Für seine Frau und seine Tochter halt schon.

 

Außerdem ist einer von Djeks Freunden, nicht Eljem, der andere, schwul.  Ja. Das war's eigentlich.

 

11. Wie weit bist du mit deinem Projekt?

Ich schreibe das hier bereits vor, also hier der Stand vom ersten April 2018: Zurzeit bin ich bei 29.000 von etwa 90.000 geplanten Wörtern, womit ich ziemlich genau bei der Dreißig-Prozent-Marke hocke. Das bedeutet, dass Reols Hauptkonflikt bereits an die Tür geklopft hat und auch bei Djek die Steine ins Rollen gekommen sind, aber zurzeit sind es nur Kieselsteine. Keine Sorge, das wird noch.

 

12. Hast du eine Lieblingsszene? Wenn ja, welche?

Bisher nicht. Ich mag die Szenen mit dem Herrscher von Reols Stadt, weil ich es mag, wie er sich präsentiert, und die, in denen Djeks Freund Eljem eine Rolle spielt, finde ich aus gleichem Grund ebenfalls nett, aber bisher habe ich keine Lieblingsszene.

 

13. Würdest du in der Welt leben wollen, die du geschaffen hast, wenn du könntest?

Nein. Ich hätte zwar eine Menge Auswahl, wo genau ich mich hinbeamen möchte, und je nachdem wäre das mehr oder weniger beschissen, aber wie gesagt: Der gesamte Planet steht vor einem jahre-, eher jahrzehntelangen Krieg, der einen Einfluss auf so gut wie jede Kultur haben wird. Selbst diejenigen, die sich aktiv nicht beteiligen und ihm ausweichen, sind von ihm über Umwege betroffen. Hinzu kommt, dass beispielweise die medizinische Versorgung unterentwickelt ist, wenn auch nicht gleich stark überall. Ich bevorzuge eine möglichst sichere, möglichst komfortable Welt, in der ich mich auskenne. Unsere Erde ist das zwar nur in wenigen Ländern, aber da ich das Glück habe, in einem dieser zu leben, würde ich das nicht ändern wollen.

 


Das waren also die dreizehn Fragen, die euch hoffentlich einen besseren Eindruck davon gegeben haben, an was ich gerade arbeite. Mir hat es Spaß gemacht, sie zu beantworten, und ich kann mir gut vorstellen, das ab jetzt für jedes neue aktuelle Projekt zu machen. Ich muss Ph0enix an der Stelle ein Lob dafür aussprechen, so gute Fragen zusammengetragen zu haben.

 

Ich hatte jedenfalls Spaß, ich hoffe, ihr hattet Spaß, und wahrscheinlich werdet ihr diese dreizehn Fragen ab jetzt in unregelmäßigen Abständen mit neuen Antworten bestückt hier auftauchen sehen. An der Stelle noch einmal ein freundlicher Stupser an alle Autoren, den Tag auch zu beantworten. It's a good one.